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Italien

Wirtschaft

Stand: März 2015

Allgemeine Wirtschaftslage

Italiens Volkswirtschaft ist seit dem 3. Quartal 2011 nicht mehr gewachsen, die Wirtschaftsleistung ist gegenüber dem Vorkrisenhoch (2008) insgesamt um ca. 9% eingebrochen. Zuletzt (2014) belief sich der Rückgang der Wirtschaftsleistung allerdings nur noch auf ca. -0,4%, nachdem er 2013 noch bei -1,7% (2012 sogar -2,8%) gelegen hatte. Im Außenhandel konnte 2014 ein Wachstum der Exporte um 2,0 Prozent erzielt werden, was bei dem zeitgleichen Rückgang der Importe um 1,6% dazu führte, dass der bereits bestehende Handelsbilanzüberschuss weiterhin ausgebaut werden konnte. Deutschland ist wichtigster Handelspartner Italiens mit einem Anteil von 12,4 Prozent an den italienischen Exporten und 14,8 Prozent an den italienischen Importen. Die Inflationsrate lag 2014 bei 0,2 Prozent, nachdem sie 2013 noch bei 1,2 Prozent lag.

Bedingt durch die krisenhafte Entwicklung ist die italienische Schuldenquote von 105,7 Prozent des BIP 2008 (nach alter Berechnungsmethode) auf 112,5 Prozent im Jahr 2009 (nach neuer Berechnungsmethode Sec 2010) und schließlich auf knapp 132 Prozent Ende 2014 gestiegen. Das jährliche Haushaltsdefizit hingegen sank 2012 auf den Maastricht-Schwellenwert in Höhe von 3,0 Prozent, nachdem es 2011 noch bei 3,5 Prozent (Sec 2010) gelegen hatte. 2013 betrug das Haushaltsdefizit 2,8 Prozent, 2014 voraussichtlich erneut 3,0%. Der Rückgang des Haushaltsdefizits war das Ergebnis einer Reihe fiskalischer Konsolidierungsmaßnahmen, die unter der Regierung Monti begonnen, unter PM Letta und PM Renzi dann fortgesetzt wurden.

Der Arbeitsmarkt reflektiert die Wirtschaftskrise, die Arbeitslosenquote betrug zu Jahresbeginn 2015 12,6 Prozent, im Jahresmittel 2014 lag sie bei 12,7 Prozent. Gleichzeitig bleibt auch die Beschäftigtenquote weiterhin niedrig: sie liegt derzeit (Januar 2015) bei 55,8 Prozent (Jahresmittel 2014: 55,7 Prozent). Besorgniserregend ist insbesondere der rasante Anstieg der hohen Jugendarbeitslosigkeitsrate während der Krise auf mittlerweile 41,2 Prozent (Jahresmittel 2014 sogar 42,7 Prozent). Zudem bestehen weiterhin starke regionale Ungleichgewichte, der Süden ist von der (Jugend-)Arbeitslosigkeit deutlich stärker betroffen als der Norden.

Die Energieversorgung Italiens ist durch eine sehr hohe Importabhängigkeit gekennzeichnet, ca. 79 Prozent des Energiebedarfs wird importiert. Mit dem Referendum vom 12./13. Juni 2011 hat sich Italien gegen die Wiedereinführung der Nuklearenergie ausgesprochen. Die Nachfrage nach Energie wird zu ca. 36 Prozent durch Erdöl, zu 35 Prozent durch Gas, zu 15 Prozent durch erneuerbare Energien, zu 9 Prozent durch feste Brennstoffe und zu 5 Prozent durch importierte Elektrizität gedeckt. Bei den erneuerbaren Energien ist in den nächsten Jahren bei Solar- und Windenergie weiterhin mit einem – wenn auch verlangsamten - Wachstum zu rechnen. Der Biomasse- und Biogas-Bereich gewinnt langsam an Bedeutung, jedoch auf niedrigem Niveau. Eine neue Gesetzgebung drosselt seit Juni 2014 die Subventionen für erneuerbare Energien.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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