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Wirtschaft
Stand: Oktober 2012
Allgemeine Wirtschaftslage
Nach dem Einbruch des BIPs in den Jahren 2008 (-1,2 Prozent) und 2009 (-5,5 Prozent) war Italien 2010 zunächst auf einen Wachstumspfad mit niedriger Rate zurück gekehrt. 2011 wuchs die Wirtschaftsleistung nur noch um 0,4 Prozent. In den letzten vier Quartalen schrumpfte die Wirtschaft (im Vergleich zum Vorjahr um -2,6 Prozent), Italien befindet sich damit erneut in einer Rezession. Im Außenhandel hingegen sind 2011 die Exporte, die bereits 2010 nach den großen Einbrüchen infolge der Wirtschaftskrise wieder um 15,6 Prozent zugenommen hatten, um weitere 11,4 Prozent angestiegen. Demgegenüber haben die Einfuhren um 8,9 Prozent (2010: 23,4 Prozent) zugenommen. Deutschland ist wichtigster Handelspartner mit einem Anteil von 15,6 Prozent an den italienischen Importen und einem Anteil von 13,1 Prozent an den italienischen Exporten. Die Inflationsrate ist 2011 auf 2,8 Prozent (bzw. 2,9 Prozent, harmonisierter Eurostat-Wert) angestiegen, nachdem sie 2010 noch bei 1,5 Prozent (bzw. 1,6 Prozent - harmonisierter Eurostat-Wert) lag.
Bedingt durch die Wirtschafts- und Eurokrise ist die italienische Schuldenquote von 106,1 Prozent des BIPs in 2008 auf 116 Prozent im Jahre 2009 und schließlich 118,9 Prozent im Jahr 2010 gestiegen. 2011 betrug sie 120,1 Prozent. 2012 soll die Quote laut Regierung bei 123,4 Prozent liegen, um 2013 dann auf 121,5 Prozent zu sinken. Das italienische Haushaltsdefizit lag 2010 bei 4,6 Prozent und sank 2011 auf 3,9 Prozent. Für 2012 wird es auf 2 Prozent geschätzt. Mit der Zielsetzung eines ausgeglichenen Haushalts verabschiedete die Regierung Monti im Dezember 2011 im Rahmen ihrer Reformpolitik u.a. ein Sparpaket über ca. 20 Mrd. Euro für die Jahre 2012-2014. Anfang August billigte das Parlament zudem eine von der Regierung Monti vorgeschlagene Überprüfung der öffentlichen Ausgaben (Spending Review), durch die in den nächsten drei Jahren weitere ca. 26 Mrd. Euro eingespart werden sollen.
Mit Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Höhe von 1,3 Prozent des BIP gibt Italien weniger als die meisten anderen europäischen Länder aus. Die öffentlichen Ausgaben wurden allerdings angehoben, wobei das Vorherrschen von Kleinunternehmen eine wirksame Innovationsförderung erschwert. Zwar wurden 2009 rund 53 Prozent aller F&E-Ausgaben von Unternehmen getragen, diese Zahl liegt jedoch ebenfalls unter dem EU-Schnitt. 30,2 Prozent trugen die Universitäten bei, 13,1 Prozent kamen von öffentlichen und 3,3 Prozent von privaten Forschungsinstituten.
Der Arbeitsmarkt muss den krisenbedingten Auswirkungen Rechnung tragen, mittlerweile ist die Arbeitslosigkeitsquote auf über 10 Prozent gestiegen (2010 und 2011: 8,4 Prozent). Gleichzeitig bleibt auch die Beschäftigtenquote weiterhin niedrig: 2009 sank sie um 1,2 Prozentpunkte auf 57,5 Prozent. Besorgniserregend ist insbesondere der weitere rasante Anstieg der hohen Jugendarbeitslosigkeit auf mittlerweile ca. 36 Prozent. Zudem bestehen weiterhin starke regionale Ungleichgewichte.
Besorgniserregend ist der weiter rasante Anstieg der hohen Jugendarbeitslosigkeit auf fast 30 Prozent. Zudem bestehen starke regionale und geschlechtsspezifische Ungleichgewichte fort.
Die Energieversorgung Italiens ist durch eine sehr hohe Importabhängigkeit gekennzeichnet, über 80 Prozent des Energiebedarfs wird importiert. Die Nachfrage nach Energie wird zu ca. 38 Prozent durch Erdöl, zu 35 Prozent durch Gas, zu 13 Prozent durch erneuerbare Energien, zu 9 Prozent durch feste Brennstoffe und zu 5 Prozent durch importierte Elektrizität gedeckt. Bei den erneuerbaren Energien ist in den nächsten Jahren bei Solar- und Windenergie mit einem erheblichen Wachstum zu rechnen. Mit dem Referendum vom 12./13. Juni 2011 hat sich Italien gegen die Wiedereinführung der Nuklearenergie ausgesprochen.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
