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Nepal

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: März 2014

Schulsystem

Das nepalesische Bildungssystem besteht aus einer fünfjährigen Grundstufe, einer fünfjährigen unteren Sekundarstufe und einer zweijährigen oberen Sekundarstufe. Gemäß einer Entscheidung des obersten Gerichtshofs (Supreme Court) soll die fünfjährige Grundstufe einschließlich der erforderlichen Bücher und Schuluniformen kostenlos sein.

Bei der Grundbildung von Kindern hat Nepal in den letzten Jahren nennenswerte Fortschritte erzielt. Während die Analphabetenrate bei den Erwachsenen derzeit noch 45 Prozent beträgt, liegt die Einschulungsquote in der Grundstufe inzwischen bei über 95 Prozent. Nach wie vor gehen allerdings mehr Jungen als Mädchen zur Schule und viele verlassen diese vorzeitig. Defizite im öffentlichen Schulsystem, u.a. auch der Mangel an qualifizierten Lehrern, haben die Entstehung von Privatschulen begünstigt. Als Fremdsprache wird in der Regel Englisch unterrichtet.


Universitäten

Nepals größte staatliche Bildungseinrichtung ist die Tribhuvan Universität mit Zweigstellen im ganzen Land. Ihre Bildungsgänge führen jedoch nicht in allen Fächern über den Bachelor-Grad hinaus. Die Sanskrit-Hochschule ist sprachwissenschaftlich von Bedeutung. Die privaten Universitäten (Kathmandu, Pokhara, Purbanchal und die Neugründung Siddharta), die zunächst nur begrenzte Lehrpläne anboten, weiten ihre Studienangebote insbesondere im Bereich der technischen Fächer ständig aus. Nicht wenige Schulabgänger, insbesondere aus wohlhabenden Familien, ziehen jedoch ein Studium im Ausland vor, vor allem in Indien und englischsprachigen Ländern.


Medien

Die Medienlandschaft in Nepal ist mit einer Vielzahl von Zeitungen und Zeitschriften sowie zahlreichen Fernseh- und Radiosendern ausgesprochen vielfältig. Daneben können über Satellit auch viele ausländische Programme (einschließlich Deutsche Welle-TV) empfangen werden. Einzige nepalesische Presseagentur ist die staatliche "Nepal National News Agency“.

Das Angebot an überregionalen Zeitungen und Zeitschriften auf Nepali und Englisch ist breit gefächert. Der Verbreitungsgrad ist zumeist lokal begrenzt und erreicht wegen der hohen Analphabetenrate nur Teile der Bevölkerung. Einige Zeitungen sind unabhängig und regierungskritisch. Viele wöchentlich erscheinende Zeitungen verstehen sich als Sprachrohr unterschiedlicher Parteien oder Interessengruppen.

Das Radio hat den höchsten Verbreitungsgrad und den größten Einfluss auf die politische Meinungsbildung. Neben dem staatlichen Radio Nepal bestehen zahlreiche private Rundfunkstationen, die vor allem Unterhaltungsprogramme senden. Das Fernsehen erreicht ca. 20 Prozent der nepalesischen Bevölkerung. Insbesondere auf dem Lande spielen jedoch die lokalen Radiosender die bedeutendere Rolle als Informationsquelle.

Das Internet wird auch in Nepal zu einem wichtigen Kommunikations- und Informationsmedium, besonders für die städtischen Eliten. Inzwischen verfügen etwa 26 Prozent der Bevölkerung über einen Internetzugang. Tägliche mehrstündige Stromabschaltungen erschweren allerdings die Nutzung von Computern. Daher dominiert die Nutzung mobiler Internetverbindungen über Smartphones.

Die Verfassung garantiert die Meinungs-, Informations- und Pressefreiheit. In der Alltagsrealität ist diese jedoch nicht immer gewährleistet.


Kunst und Kultur

Nepal verfügt über ein bedeutendes kulturelles Erbe insbesondere in den Bereichen Architektur und bildende Kunst. Durch die lange Abgeschlossenheit des Landes haben sich eigenständige religiöse, rituelle und kulturelle Traditionen entwickelt und erhalten. Daneben sind indische und tibetische Einflüsse sichtbar. Historische Gebäude und Baudenkmäler sind nicht nur Attraktionen für ausländische Touristen, sondern werden durch die einheimische Bevölkerung auch weiter aktiv genutzt. Auch Musik, folkloristische Tänze und Schauspiel haben in Nepal Tradition. Vor allem auf dem Land sind handwerkliche Kunsterzeugnisse mit religiösen Motiven noch immer vorherrschend.

Basierend auf diesem weit gefächerten Erbe existiert ein reges künstlerisches Leben in Nepal. Besonders in der Hauptstadt Kathmandu haben sich in den letzten Jahrzehnten mehrere unabhängige Theatergruppen und zahlreiche Galerien etabliert, die sich auf eine kleine, aber interessierte Kunstszene stützen können. Kunstausstellungen stoßen bei einem breiten Publikum auf reges Interesse.

Im Kino sind besonders einheimische Produktionen und in Indien produzierte Spielfilme bei einem breiten Publikum beliebt. Aber auch moderne Einflüsse westlicher Provenienz werden aufgenommen. Als erste nepalesische Produktion auf einem internationalen Filmfestival überhaupt wurde im Februar 2012 der Film „Highway“ auf der Berlinale in Berlin präsentiert.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.