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Philippinen

Beziehungen zwischen den Philippinen und Deutschland

Stand: November 2016

Politische Beziehungen

Die Philippinen zählen mit über 100 Mio Einwohnern zu den bevölkerungsreichsten Ländern der Erde. Die demokratisch verfassten Philippinen sind Teil der westlichen Wertegemeinschaft.

Deutschland und die Philippinen haben ihren politischen Beziehungen durch den Besuch von Präsident Aquino in Deutschland im September 2014 neuen Schwung verliehen. Während seines zweitägigen Aufenthaltes traf Präsident Aquino zu Gesprächen mit Bundeskanzlerin Merkel und Bundespräsident Gauck  zusammen.

Beide Länder stehen in einem regelmäßigen politischen Austausch auf Ebene der Regierungen wie auch zwischen den Parlamenten.

Die vertrauensvolle multilaterale Zusammenarbeit z.B. im Rahmen der Klimapolitik und der Armutsbekämpfung findet in den bilateralen Beziehungen durch entsprechende Schwerpunktsetzung in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit ihre Fortsetzung. Entwicklungen der Menschenrechtslage werden im Rahmen des kritischen Menschenrechtsdialoges aufgenommen. Die amtlichen Beziehungen werden durch die Aktivitäten der politischen Stiftungen und ein breites Engagement der deutschen Zivilgesellschaft ergänzt.


Wirtschaftsbeziehungen

Das bilaterale Handelsvolumen zwischen Deutschland und den Philippinen erreichte 2015 5,24 Milliarden Euro (2014: 4,8 Milliarden Euro). Die Importe aus den Philippinen erhöhten sich auf 3,09 Milliarden Euro (2014: 2,73 Milliarden Euro), die Exporte aus Deutschland konnten auf 2,15 Milliarden Euro (2014: 2,04 Milliarden Euro) gesteigert werden. Elektronik und elektronische Baumaschinen sind die wichtigsten Exportartikel gefolgt von Maschinen. Daneben spielen Luftfahrzeuge sowie chemische und pharmazeutische Produkte eine wichtige Rolle.

Waren „Made in Germany“ genießen in den Philippinen einen ausgezeichneten Ruf, sind aber in vielen Produktkategorien nur im oberen Preissegment vertreten. Mit dem Entstehen einer breiteren Mittelschicht in den Großstädten werden sich auf Dauer bessere Absatzchancen im Konsumgüterbereich ergeben. Mit einer Bevölkerung von über 100 Mio Menschen sind die Philippinen eines der besonders bevölkerungsreichen Länder der Erde.

Vor dem Hintergrund stabiler makroökonomischer Daten und hoher Wachstumsraten sind deutlich positive Entwicklungen in den deutsch-philippinischen Wirtschaftsbeziehungen zu erkennen. Deutsche Neuinvestitionen im Bereich IT-gestützter Dienstleistungen haben in den letzten Jahren interne Geschäftsprozesse im Wege des Outsourcing in den PHL angesiedelt oder eigene Call Center eröffnet. Firmen im maritimen Sektor, im Transportsektor und im Versicherungsbereich sehen die Philippinen ebenfalls als Zukunftsmarkt. Auch im Bereich industrielle Fertigung interessieren sich mehr und mehr deutsche Investoren für die Philippinen.

Die 2008 gegründete deutsch-philippinische Handelskammer (GPCCI) wurde 2015 in das Netz der deutschen Außenhandelskammern aufgenommenDeutschland zählt zu den größten ausländischen Investoren im Land.


Entwicklungspolitische Zusammenarbeit

Mit einem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von 2900 US Dollar (2015) zählen die Philippinen zu den wirtschaftlich schwächsten Ländern Südostasiens. Mehr als 20 Millionen Menschen in den Philippinen leben unterhalb der Armutsgrenze.

Deutschland ist ein bedeutender Partner der Philippinen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit. Ein Schwerpunkt der deutsch-philippinischen Entwicklungszusammenarbeit liegt im Bereich der Friedensförderung und Konflikttransformation. Zudem sind die Philippinen ein Schwerpunktland für Projekte der Internationalen Klimainitiative der Bundesregierung. Weitere Themen der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit sind die Entwicklung von Klimaschutzstrategien, das nachhaltige Management natürlicher Ressourcen, der Schutz der Biodiversität sowie Förderung des Einsatzes von erneuerbaren Energien. Hinzu kommen erhebliche staatliche Entwicklungshilfeleistungen Deutschlands in den Philippinen durch private deutscher Träger, die Kirchen und die politischen Stiftungen.

Neben der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit ist Deutschland für die Philippinen zudem als Geber multilateraler Organisationen (z.B. UN, ADB) von Bedeutung.

Für die Philippinen, wo es im Zuge der regelmäßig auftretenden Naturkatastrophen (Tropenstürme, Erdbeben) immer wieder humanitäre Katastrophen gibt, ist Deutschland auch ein bedeutender Partner im Bereich der humanitären Hilfe. Im Nachgang des Supertaifuns Haiyan (Yolanda) im Jahr 2013 belief sich die Hilfe aus Deutschland auf über 176 Mio. Euro, davon 144 Mio. Euro private Spenden an Hilfsorganisationen und 32 Mio. Euro staatliche Mittel für humanitäre Hilfe und Wiederaufbau.


Kulturelle Zusammenarbeit

Das deutsch-philippinische Kulturabkommen aus dem Jahr 1983 bildet die Grundlage für die partnerschaftliche und vielfältige Zusammenarbeit auf kulturellem Gebiet.

Die Hochschulzusammenarbeit wurde in den letzten Jahren durch weitere Kooperationsabkommen, Forschungsprojekte und Wissenschaftleraustausch intensiviert. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert seit Sommer 2008 eine Langzeitdozentur an der University of the Philippines (Germanistik). Insgesamt haben über 300 philippinische Wissenschaftler eine Förderung durch den DAAD oder die Alexander-von-Humboldt-Stiftung erhalten.

Das Schwergewicht der Arbeit des seit 1961 bestehenden Goethe-Instituts Manila liegt im Sprachbereich (Deutschkurse bzw. Sprachausbildung von Lehrern auf den Philippinen) und der Programmarbeit in den Bereichen Film, Musik, Architektur und Bildende Kunst/Fotografie. Ferner ist das Goethe-Institut im Rahmen der PASCH-Initiative (Schulen: Partner der Zukunft) seit Anfang 2008 aktiv bei der Rekrutierung von Partnerschulen, sowie dem Auf- und Ausbau der bereits bestehenden DaF-(Deutsch als Fremdsprache)Institutionen zu einem philippinenweiten Netzwerk. Die Deutsche Schule Manila (DESM) - gegründet 1980 - ist eine anerkannte Deutsche Auslandsschule, die bis zum Sekundarschulabschluss II führt. Seit 1992 bildet sie gemeinsam mit der Französischen Schule den so genannten Eurocampus. Die DESM bietet ein bilinguales deutsch-englisches „International Baccalauréat (IB)-Diploma Program“ an, das in Deutschland als allgemeine Hochschulzugangsberechtigung anerkannt wird. Seit dem Schuljahr 2008/2009 hat die DESM einen englischsprachigen Zweig eingeführt, der sukzessive ausgebaut wird. Seit 2014 wird das Deutsche Sprachdiplom I verliehen.

Die Botschaft organisiert auch eigene Veranstaltungen wie z.B. Kammermusikkonzerte mit philippinischen und deutschen Künstlern und widmet sich der Betreuung ehemaliger Stipendiaten, die nach ihrem Deutschlandaufenthalt eine wertvolle Brücke zwischen beiden Ländern bilden. Zahlreiche deutsch-philippinische Freundschaftsvereine tragen zum kulturellen Austausch bei. Philippinische Chöre begeistern auf Gastspielen immer wieder das deutsche Publikum und belegen bei Chorwettbewerben die vordersten Plätze.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit

Mit den Philippinen findet themenbezogene Entwicklungs­zusammenarbeit im Bereich Friedensentwicklung und Konfliktbearbeitung aus regionalen Mitteln statt. Mehr dazu beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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