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Philippinen

Beziehungen zwischen den Philippinen und Deutschland

Stand: April 2013

Politische Beziehungen

Unter den europäischen Partnern der Philippinen spielt Deutschland eine wichtige Rolle. In den letzten Jahren hat sich auch der Austausch hochrangiger politischer Besucher gegenüber den Vorjahren intensiviert. 2011 führten der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe, Markus Löning und der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Dr. Werner Hoyer, politische Gespräche in Manila. Den Kontakt zwischen den Parlamenten belebte der seinerzeitige Bundestagsvizepräsident Dr. Solms durch seinen Besuch im Juni 2011. Im August 2011 besuchte eine Delegation des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung des Deutschen Bundestages die Philippinen. Im Dezember 2011 reiste Außenminister del Rosario nach Deutschland und traf u.a. mit Außenminister Westerwelle zusammen. Im Februar 2013 besuchte Außenminister Westerwelle die Philippinen, begleitet von einer Delegation deutscher Unternehmer und führte Gepräche u.a. mit Präsident Aquino und Außenminister del Rosario.


Wirtschaftsbeziehungen

Das bilaterale Handelsvolumen zwischen Deutschland und den Philippinen erreichte 2012 3,81 Mrd. Euro (2011: 3,25 Mrd. Euro). Die Importe aus den Philippinen erhöhten sich auf 2,29 Mrd. Euro, die Exporte aus Deutschland konnten auf 1,52 Mrd. Euro gesteigert werden. Elektronik und elektronische Baumaschinen sind die wichtigsten Exportartikel gefolgt von Maschinen. Daneben spielen Luftfahrzeuge, chemische und pharmazeutische Produkte eine wichtige Rolle.

Waren „Made in Germany“ genießen in den Philippinen einen ausgezeichneten Ruf, sind aber in vielen Produktkategorien nur im oberen Preissegment vertreten. Mit dem Entstehen einer breiteren Mittelschicht in den Großstädten werden sich auf Dauer bessere Absatzchancen im Konsumgüterbereich ergeben.

Die deutsch-philippinischen Wirtschaftsbeziehungen sind jedoch getrübt, nachdem die philippinische Regierung im Dezember 2004 den von einem deutsch-philippinischen Konsortium im Dezember 2002 fertig gestellten neuen internationalen Flughafenterminal Manila enteignet hat; bislang wurde erst eine relativ kleine Anzahlung auf die Enteignungsentschädigung geleistet. 

Gleichwohl sind auch deutlich positive Entwicklungen zu erkennen. Deutsche Neuinvestitionen erfolgen vor allem in den Bereich IT-gestützter Dienstleistungen, unter anderem Siemens, Deutsche Bank, Bosch, Henkel, und Bertelsmann haben in den letzten Jahren interne Geschäftsprozesse im Wege des Outsourcing in den PHL angesiedelt oder eigene Call Center eröffnet. Firmen im maritimen Sektor und im Transportsektor sehen die Philippinen ebenfalls als Zukunftsmarkt. Die 2008 gegründete deutsch-philippinische Handelskammer (GPCCI) ist inzwischen fest etabliert und lässt erkennen, dass die deutschen Unternehmen dem Wirtschaftsstandort Philippinen durchaus Bedeutung zumessen. Deutschland zählt weiterhin zu den größten ausländischen Investoren im Land.


Entwicklungspolitische Zusammenarbeit

Deutschland hat seit Beginn der Entwicklungspolitischen Zusammenarbeit mehr als 575 Millionen Euro an Leistungen der Finanziellen Zusammenarbeit sowie circa 280 Millionen Euro an Leistungen der Technischen Zusammenarbeit gewährt. Weiterhin wurden über 70 Millionen Euro Marktmittel der KfW bereitgestellt.

Die Schwerpunktbereiche der deutsch-philippinischen Entwicklungszusammenarbeit sind nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, nachhaltiges Umwelt- und Ressourcenmanagement einschließlich der Förderung erneuerbarer Energien, Gesundheit,sowie als Querschnittsaufgabe Dezentralisierung sowie Armutsbekämpfung und Konflikttransformation in Mindanao. Seit 2010 wird die bilaterale Zusammenarbeit schrittweise auf Armutsbekämpfung und Konflikttransformation in Mindanao (Region Caraga) konzentriert. Darüber hinaus wurden seit 2008 Bundesmittel in erheblichem Umfang für den Kampf gegen den Klimawandel zur Verfügung gestellt. Inzwischen werden in den Philippinen neben Regionalvorhaben neun bilaterale Vorhaben im Wert von ca 30 Millionen Euro aus der Internationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums finanziert. Schwerpunkte sind die Entwicklung von Klimaschutzstrategien, das nachhaltige Management natürlicher Ressourcen und der Schutz der Biodiversität.

Hinzu kommen erhebliche Entwicklungshilfeleistungen der Bundesrepublik Deutschland durch multilaterale Institutionen (circa 15 Millionen Euro pro Jahr) sowie privater deutscher Träger, der Kirchen und der politischen Stiftungen.


Kulturelle Zusammenarbeit

Das deutsch-philippinische Kulturabkommen aus dem Jahr 1983 bildet die Grundlage für die partnerschaftliche und vielfältige Zusammenarbeit auf kulturellem Gebiet.
Die Hochschulzusammenarbeit wurde in den letzten Jahren durch weitere Kooperationsabkommen, Forschungsprojekte und Wissenschaftleraustausch intensiviert. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert seit Sommer 2008 eine Langzeitdozentur an der University of the Philippines (Germanistik). Insgesamt haben über 300 philippinische Wissenschaftler eine Förderung durch den DAAD oder die Alexander-von-Humboldt-Stiftung erhalten. Die Zahl philippinischer Studenten an deutschen Hochschulen ist vergleichsweise gering (knapp unter 170 ) und nur sehr wenige Deutsche studieren an philippinischen Universitäten.

Das seit 1961 bestehende Goethe-Institut Manila ist im April 2006 umgezogen in kleinere, aber modernere Räumlichkeiten im Stadtteil Makati, dem Wirtschafts- und Finanzzentrum der Philippinen, in dem auch die meisten ausländischen Botschaften untergebracht sind. Das Schwergewicht der Arbeit liegt im Sprachbereich (Deutschkurse bzw. Sprachausbildung von Lehrern auf den Philippinen) und der Programmarbeit in den Bereichen Film, Musik, Architektur und Bildende Kunst/Fotografie. Ferner ist das Goethe-Institut im Rahmen der PASCH-Initiative seit Anfang 2008 verstärkt aktiv bei der Rekrutierung von Partnerschulen, sowie dem Auf- und Ausbau der bereits bestehenden DaF-Institutionen zu einem philippinenweiten Netzwerk. Eine moderne Mediathek mit DW-Infopoint wurde im November 2009 eröffnet und trägt wesentlich dazu bei, das GI sichtbarer zu machen.

Die Deutsche Schule Manila (DESM) - gegründet 1980 - ist eine anerkannte Deutsche Auslandsschule, die bis zum Sekundarschulabschluss II führt. Seit 1992 bildet sie gemeinsam mit der Französischen Schule den so genannten Eurocampus. Die DESM bietet ein bilinguales deutsch-englisches „Internationational Baccalauréat (IB)-Diploma Program“ an, das in Deutschland als allgemeine Hochschulzugangsberechtigung anerkannt wird. Seit dem Schuljahr 2008/2009 hat die DESM einen englischsprachigen Zweig eingeführt der sukzessive ausgebaut wird.

Die Botschaft organisiert auch eigene Veranstaltungen wie z.B. Kammermusikkonzerte mit philippinischen und deutschen Künstlern und widmet sich der Betreuung ehemaliger Stipendiaten, die nach ihrem Deutschlandaufenthalt eine wertvolle Brücke zwischen beiden Ländern bilden. Zahlreiche deutsch-philippinische Freundschaftsvereine tragen zum kulturellen Austausch bei. Philippinische Chöre begeistern auf Gastspielen immer wieder das deutsche Publikum und belegen bei Chorwettbewerben die vordersten Plätze.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit

Mit den Philippinen findet themenbezogene Entwicklungs­zusammenarbeit im Bereich Friedensentwicklung und Konfliktbearbeitung aus regionalen Mitteln statt. Mehr dazu beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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