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Philippinen

Beziehungen zwischen den Philippinen und Deutschland

Stand: November 2015

Politische Beziehungen

Unter den europäischen Partnern der Philippinen spielt Deutschland eine herausragende politische Rolle. 2014 jährte sich die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zum 60. Mal. In den letzten Jahren hat sich der Austausch hochrangiger politischer Besucher gegenüber den Vorjahren intensiviert.

Im  September 2014 reiste Präsident Aquino nach Deutschland, der erste Besuch eines philippinischen Staatsoberhaupts nach 20 Jahren. Während seines zweitägigen Aufenthaltes traf Präsident Aquino zu Gesprächen mit Bundeskanzlerin Merkel und Bundespräsident Gauck  zusammen. Im März, April, Mai und Juni 2014 erfolgten Besuche des philippinischen Finanzministers Purisima, des Umweltministers Paje, des Energieministers Petilla sowie des Handels- und Industrieministers Domingo in Deutschland. Im Dezember 2011 reiste Außenminister del Rosario nach Deutschland.

Im März 2014 kam die Staatsministerin im Auswärtigen Amt Maria Böhmer im Nachgang der schweren Katastrophe des Taifuns Haiyan nach Manila und im März 2013 besuchte Bundesarbeitsministerin von der Leyen die Philippinen. Im Februar 2013 besuchte Außenminister Westerwelle die Philippinen und traf mit Präsident Aquino zusammen. Der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe Christoph Strässer besuchte die Philippinen im September 2014. Im Oktober 2015 kam Brigitte Zypries, parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, auf die Philippinen.


Wirtschaftsbeziehungen

Das bilaterale Handelsvolumen zwischen Deutschland und den Philippinen erreichte 2014 4,8 Mrd. Euro (2013: 4,08 Mrd. Euro). Die Importe aus den Philippinen erhöhten sich auf 2,73 Mrd. Euro, die Exporte aus Deutschland konnten auf 2,04 Mrd. Euro gesteigert werden. Elektronik und elektronische Baumaschinen sind die wichtigsten Exportartikel gefolgt von Maschinen. Daneben spielen Luftfahrzeuge sowie chemische und pharmazeutische Produkte eine wichtige Rolle.

Waren „Made in Germany“ genießen in den Philippinen einen ausgezeichneten Ruf, sind aber in vielen Produktkategorien nur im oberen Preissegment vertreten. Mit dem Entstehen einer breiteren Mittelschicht in den Großstädten werden sich auf Dauer bessere Absatzchancen im Konsumgüterbereich ergeben. Mit einer Bevölkerung von über 100 Mio Menschen sind die Philippinen eines der besonders bevölkerungsreichen Länder der Erde.

Vor dem Hintergrund stabiler makroökonomischer Daten und hoher Wachstumsraten sind deutlich positive Entwicklungen in den deutsch-philippinischen Wirtschaftsbeziehungen zu erkennen. Deutsche Neuinvestitionen im Bereich IT-gestützter Dienstleistungen haben in den letzten Jahren interne Geschäftsprozesse im Wege des Outsourcing in den PHL angesiedelt oder eigene Call Center eröffnet. Firmen im maritimen Sektor und im Transportsektor sehen die Philippinen ebenfalls als Zukunftsmarkt. Auch im Bereich industrielle Fertigung interessieren sich mehr und mehr deutsche Investoren für die Philippinen.

Die 2008 gegründete deutsch-philippinische Handelskammer (GPCCI) ist inzwischen fest etabliert und wurde 2015 offiziell in das Netz der deutschen Außenhandelskammern aufgenommen. Dies lässt erkennen, dass die deutschen Unternehmen dem Wirtschaftsstandort Philippinen mehr und mehr Bedeutung zumessen. Deutschland zählt bereits jetzt zu den größten ausländischen Investoren im Land.

Im sogenannten Fraport-Fall, der seit mehr als zehn Jahren die Investitionsbeziehungen zwischen beiden Ländern belastet, hatte die philippinische Regierung im Dezember 2004 das deutsch-philippinische Konsortium durch Wegnahme des im Dezember 2002 fertiggestellten neuen internationalen Flughafenterminal Manila entschädigungslos enteignet. Der Oberste Gerichtshof hat im September 2015 entschieden, dass die philippinische Regierung zu einer Entschädigungszahlung verpflichtet ist; das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.


Entwicklungspolitische Zusammenarbeit

Mit einem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von 2900 USD zählen die Philippinen zu den wirtschaftlich schwächsten Ländern Südostasiens. Mehr als 20 Mio Menschen in den Philippinen leben von weniger als 1,25 USD pro Tag.

Deutschland zählt zu den bedeutendsten Partnern der Philippinen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit. 2013 belief sich die bilaterale Entwicklungshilfe (ODA) auf 54 Mio USD.

Ein Schwerpunktbereich der deutsch-philippinischen Entwicklungszusammenarbeit liegt im Bereich der Friedensförderung und Konflikttransformation. Darüber hinaus konzentriert sich die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit auf Projekte im Kampf gegen den Klimawandel, der die Philippinen massiv gefährdet. Die Philippinen sind ein Schwerpunktland für Projekte der Internationalen Klimainitiative der Bundesregierung. Weitere Themen der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit sind die Entwicklung von Klimaschutzstrategien, das nachhaltige Management natürlicher Ressourcen, der Schutz der Biodiversität sowie Förderung des Einsatzes von erneuerbaren Energien. Hinzu kommen erhebliche staatliche Entwicklungshilfeleistungen Deutschlands in den Philippinen durch private deutscher Träger, die Kirchen und die politischen Stiftungen.

Neben der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit ist Deutschland für die Philippinen zudem als Geber multilateraler Organisationen (z.B. UN, ADB) von Bedeutung.

Für die Philippinen, wo es im Zuge der regelmäßig auftretenden Naturkatastrophen (Tropenstürme, Erdbeben) immer wieder humanitäre Katastrophen gibt, ist Deutschland ein bedeutender Partner im Bereich der humanitären Hilfe. Im Nachgang des Supertaifuns Haiyan (Yolanda) im Jahr 2013 belief sich die Hilfe aus Deutschland auf über 176 Mio. Euro, davon 144 Mio. Euro private Spenden an Hilfsorganisationen und 32 Mio. Euro staatliche Mittel für humanitäre Hilfe und Wiederaufbau.


Kulturelle Zusammenarbeit

Das deutsch-philippinische Kulturabkommen aus dem Jahr 1983 bildet die Grundlage für die partnerschaftliche und vielfältige Zusammenarbeit auf kulturellem Gebiet.

Die Hochschulzusammenarbeit wurde in den letzten Jahren durch weitere Kooperationsabkommen, Forschungsprojekte und Wissenschaftleraustausch intensiviert. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert seit Sommer 2008 eine Langzeitdozentur an der University of the Philippines (Germanistik). Insgesamt haben über 300 philippinische Wissenschaftler eine Förderung durch den DAAD oder die Alexander-von-Humboldt-Stiftung erhalten.

Das Schwergewicht der Arbeit des seit 1961 bestehenden Goethe-Instituts Manila liegt im Sprachbereich (Deutschkurse bzw. Sprachausbildung von Lehrern auf den Philippinen) und der Programmarbeit in den Bereichen Film, Musik, Architektur und Bildende Kunst/Fotografie. Ferner ist das Goethe-Institut im Rahmen der PASCH-Initiative (Schulen: Partner der Zukunft) seit Anfang 2008 aktiv bei der Rekrutierung von Partnerschulen, sowie dem Auf- und Ausbau der bereits bestehenden DaF-(Deutsch als Fremdsprache)Institutionen zu einem philippinenweiten Netzwerk. Die Deutsche Schule Manila (DESM) - gegründet 1980 - ist eine anerkannte Deutsche Auslandsschule, die bis zum Sekundarschulabschluss II führt. Seit 1992 bildet sie gemeinsam mit der Französischen Schule den so genannten Eurocampus. Die DESM bietet ein bilinguales deutsch-englisches „International Baccalauréat (IB)-Diploma Program“ an, das in Deutschland als allgemeine Hochschulzugangsberechtigung anerkannt wird. Seit dem Schuljahr 2008/2009 hat die DESM einen englischsprachigen Zweig eingeführt, der sukzessive ausgebaut wird.

Die Botschaft organisiert auch eigene Veranstaltungen wie z.B. Kammermusikkonzerte mit philippinischen und deutschen Künstlern und widmet sich der Betreuung ehemaliger Stipendiaten, die nach ihrem Deutschlandaufenthalt eine wertvolle Brücke zwischen beiden Ländern bilden. Zahlreiche deutsch-philippinische Freundschaftsvereine tragen zum kulturellen Austausch bei. Philippinische Chöre begeistern auf Gastspielen immer wieder das deutsche Publikum und belegen bei Chorwettbewerben die vordersten Plätze.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit

Mit den Philippinen findet themenbezogene Entwicklungs­zusammenarbeit im Bereich Friedensentwicklung und Konfliktbearbeitung aus regionalen Mitteln statt. Mehr dazu beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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