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Gabun

Außenpolitik

Stand: November 2015

Grundlinien der Außenpolitik

Die gabunische Außenpolitik engagiert sich in der regionalen Integration und Krisenbewältigung. In internationalen Gremien vertritt das Land eine gemäßigt ausgleichende Haltung, befürwortet als kleines, aber ressourcenreiches Land Verständigung und Dialog und lehnt Gewalt und Terrorismus ab. Gabun hat die Gründungsakte der Afrikanischen Union und den EU-AKP-Vertrag von Cotonou ratifiziert  und arbeitet aktiv in der Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft Zentralafrikas (CEMAC) und in der Wirtschaftsgemeinschaft der Staaten Zentralafrikas (CEEAC) mit. Gabun ist Mitglied der verschiedensten internationalen Organisationen, von denen 13 in Libreville ständig vertreten sind. Der frühere gabunische Außenminister Jean Ping war Präsident der 59. Generalversammlung der Vereinten Nationen und bis Oktober 2012 Vorsitzender der Kommission der Afrikanischen Union.

Diplomatische Beziehungen werden zu fast allen Staaten ohne Rücksicht auf deren gesellschaftliche und politische Systeme unterhalten; in Libreville sind 34 diplomatische Vertretungen präsent. Gabun will seine Außenbeziehungen diversifizieren, besonders im Bereit der Wirtschaft.


Bilaterale Beziehungen zu Frankreich

Frankreich bleibt mit Abstand wichtigster außen-, sicherheits- und wirtschaftspolitischer Partner. Die Stationierung einer Marinekorps-Einheit in Libreville (1000 Personen) gilt als Garant außen- und innenpolitischer Sicherheit und Stabilität. Wirtschaftspolitisch werden französische Interessen durch die Förderung von Erdöl und Manganerz und den Abbau tropischer Hölzer durch alteingesessene französische Unternehmen abgesichert, flankiert von französischen Beratern in der Administration.


Bilaterale Beziehungen zu den Staaten der Region

Als eines der ressourcenreichsten Länder der Region legt Gabun Wert auf spannungsfreie Beziehungen zu seinen zentralafrikanischen Nachbarn. Ex-Präsident Omar Bongo Ondimba (bis zu seinem Tod in 2009 dienstältester afrikanischer Staatschef) spielte in vielen regionalen  Konflikten (Demokratische Republik Kongo und Republik Kongo, Angola, Tschad, Zentralafrikanische Republik, Elfenbeinküste) eine aktive Vermittlerrolle. Mit Äquatorialguinea streitet sich Gabun um die Hoheit über einige seiner Küste vorgelagerte Kleinstinseln. Ein vom Generalsekretär der Vereinten Nationen überwachtes Schlichtungsverfahren soll zu einer friedlichen Lösung führen. Das Verhältnis einigen afrikanischen Staaten (u.a. Äquatorialguinea, Nigeria, Ghana, Benin, Mali, Senegal) ist durch Immigrationsprobleme belastet, deren Angehörige den größten Teil der in Gabun lebenden über 200.000 Ausländer stellen.


Bilaterale Beziehungen zu sonstigen Staaten

Gabun baut unter Präsident Ali Bongo im Sinne politischer und wirtschaftlicher Diversifizierung die Beziehungen zu wirtschaftlich potenten Staaten aus, was auch zu Spannungen mit Frankreich führt. Dazu pflegt der Präsident eine  intensive Besuchsdiplomatie. Insbesondere die Beziehungen zu China, den USA, Indien, Südkorea, Japan, Singapur und Großbritannien wurden in den letzten Jahren vertieft. Auch die Beziehungen zur Türkei haben sich mit dem Besuch Präsidenten Gül im Jahre 2011 und des Ministerpräsidenten Erdogan im Januar 2013 intensiviert.

Höhepunkte der gabunischen Außenpolitik waren die Besuche u.a. des chinesischen Staatspräsidenten Ende Januar 2004, des Königs von Marokko im Juni 2004, des brasilianischen Staatspräsidenten im Juli 2004, erneut des marokkanischen Königs im Februar 2005 und der Besuch des südafrikanischen Präsidenten im August 2005 sowie Blitzbesuche Präsident Sarkozys im Juli 2007 und im Februar 2010. Im Februar 2011 war der chinesische Außenminister Yang Jiechi in Libreville.


Außenpolitik im multilateralen Rahmen

Aufgrund seiner gut ausgestatteten Infrastruktur und der stabilen Lage des Landes ist Libreville nach wie vor Anziehungspunkt zahlreicher internationaler Tagungen und Konferenzen mit regionalem, afrikanischem oder überseeischem Bezug, zuletzt bei der ASECNA-Vertragsunterzeichnung April 2010. Die Vereinten Nationen haben im März 2011 ein Büro für Frieden und Sicherheit in der Region in Libreville eröffnet. Im Mai 2014 fand in Libreville das "3. New York Forum Africa" statt.


Sicherheitspolitik

Die Sicherheitspolitik wird im Rahmen eines im Januar 2010 erneuerten Abkommens über die militärische Zusammenarbeit durch Frankreich bestimmt. In diesem Rahmen ist auch die 1000 Mann starke Präsenz französischer Truppen in Libreville geregelt.

Zu einem zentralen Instrument für Frieden und Sicherheit in der Region hat sich in den letzten Jahren die "Wirtschaftgemeinschaft der zentralafrikanischen Staaten" (CEEAC – Communauté Économique des Etats de l'Afrique Centrale) mit Sitz in Libreville entwickelt. Sie ist Teil der Sicherheitsarchitektur der Afrikanischen Union und verfügt über einen "Rat für Frieden und Sicherheit in Zentralafrika" (COPAX – Conseil de Paix et de Sécurité en Afrique Centrale) und eine mobile Eingreiftruppe (FOMAC – Force Militaire de l'Afrique Centrale) mit eigenem Geberalstab (Sitz ebenfalls in Libreville). Die FOMAC hat mehrere Übungen abgehalten – unter anderem die Übung "Kwanza" 2010 in Angola. Gabun ist mit seinen nur ca. 6.000 Man starken Streitkräften regional aktiv und hat sich wesentlich an den CEEAC-Truppen zur Bewältigung der Krise in der Zentralafrikanischen Republik (MICOPAX) beteiligt.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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