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Armenien

Wirtschaft

Stand: Oktober 2016

Allgemein

Armenien leidet bis heute unter dem fast vollständigen Zusammenbruch seiner Industriestruktur in Folge des Zerfalls der Sowjetunion. Das verheerende Erdbeben von 1988, der Konflikt mit Aserbaidschan um die Region Bergkarabach (1988-1994), der Zusammenbruch des sowjetischen Wirtschaftssystems und die Unterbrechung der Energieversorgung in den 1990er Jahren führten zu einem drastischen Niedergang der armenischen Industriestruktur. Dies und die andauernde Isolation durch geschlossene Grenzen zur Türkei und zu Aserbaidschan belasten die armenische Wirtschaft bis heute.

Monopolbildung, oligarchische Strukturen sowie eine hohe Korruption behindern die Modernisierung der armenischen Wirtschaft und hemmen Investitionen. Kleine und mittlere Betriebe haben es schwer, Fuß zu fassen. Trotz einiger Fortschritte im Rechtssektor gibt es noch keine unabhängige Judikative.

Trotz optimistischen Wachstumsprognosen der Regierung verzeichnete die armenische Wirtschaft im Jahr 2015 ein Wachstum von nur 3 %. Grund hierfür ist vor allem die Rezession in Russland, die zu einer Halbierung der russischen Importe aus Armenien sowie einen starken Rückgang der Auslandsüberweisungen geführt hat. Die Verbraucherpreise stiegen 2015 um 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Das Zahlungsbilanzdefizit konnte bisher nicht überwunden werden. Ausfuhren im Wert von 1,48 Mrd. USD standen im Jahr 2015 Importe im Wert von 3,25 Mrd. USD gegenüber.


Wirtschaftsklima

Lokomotiven des Wachstums sind Bergbau und der Dienstleistungsbereich. Insbesondere der IT-Sektor expandiert und zieht ausländische Investitionen an.

Die armenische Wirtschaft ist stark abhängig vom Weltmarktpreis für die Hauptexportgüter Kupfer und Molybdän. Aufgrund des Rückgangs der Weltmarktpreise hat der armenische Bergbau im Jahr 2014 einen Rückgang verzeichnet, stieg jedoch im Laufe des Jahres 2015 überproportional im Verhältnis zu den anderen Branchen.

Rücküberweisungen, Direktinvestitionen und private Kapitalzuflüsse sind ein bedeutender Faktor für die Wirtschaft: Die armenische Diaspora in Russland umfasst etwa 2 Millionen Menschen, darunter viele Arbeitsmigranten, die Geld an ihre Familien in Armenien überweisen. Nach Angaben der Zentralbank gingen die Geldtransfers der armenischen Diaspora im Jahr 2015 auf 1,6 Mrd. USD zurück (2014: ca. 2 Mrd. USD). Die Arbeitslosenquote lag im Jahr 2015 offiziell bei 18,5%, die tatsächliche Arbeitslosigkeit ist jedoch erheblich höher. Sehr viele Menschen sind im informellen Sektor tätig, Einkommen werden oft nicht versteuert.

Armenien konnte sich 2015 im 'Doing Business Report' der Weltbank von Platz 49 auf 45 verbessern. Beim Korruptionswahrnehmungsindex 2015 von Transparency International nimmt Armenien  Rang 95 (von 168) ein (2014: Rang 94 von 175).


Mitgliedschaft in Wirtschaftsorganisationen

Armenien ist Mitglied der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, des Internationalen Währungsfonds, der Weltbank, der Welthandelsorganisation, der Asiatischen Entwicklungsbank und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit in der Schwarzmeer-Region. Armenien ist im Januar 2015 der Eurasischen Wirtschaftsunion mit Russland, Belarus und Kasachstan beigetreten. Der Text für ein Assoziierungsabkommen mit der EU einschließlich eines Freihandelsabkommens (DCFTA) war im Juli 2013 ausverhandelt worden, konnte jedoch nach der Erklärung über den beabsichtigten Beitritt zur Eurasischen Wirtschaftsunion nicht mehr paraphiert werden.


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