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Armenien

Wirtschaft

Stand: März 2017

Allgemein

Armenien leidet bis heute unter dem fast vollständigen Zusammenbruch seiner Industriestruktur in Folge des Zerfalls der Sowjetunion. Das verheerende Erdbeben von 1988, der Konflikt mit Aserbaidschan um die Region Bergkarabach (1988-1994), der Zusammenbruch des sowjetischen Wirtschaftssystems und die Unterbrechung der Energieversorgung in den 1990er Jahren führten zu einem drastischen Niedergang der armenischen Industriestruktur. Dies und die andauernde Isolation durch geschlossene Grenzen zur Türkei und zu Aserbaidschan belasten die armenische Wirtschaft bis heute.

Monopolbildung, oligarchische Strukturen sowie eine hohe Korruption behindern die Modernisierung der armenischen Wirtschaft und hemmen Investitionen. Kleine und mittlere Betriebe haben es schwer, Fuß zu fassen. Trotz einiger Fortschritte im Rechtssektor gibt es noch keine unabhängige Judikative.

Trotz optimistischen Wachstumsprognosen der Regierung verzeichnete die armenische Wirtschaft im Jahr 2016 ein Wachstum von nur 0,2 %. Grund hierfür ist nicht nur die Rezession in Russland, sondern auch der Rückgang der ausländischen Investitionen und der Auslandsüberweisungen nach Armenien. Die Verbraucherpreise sanken im Vergleich zum Vorjahr 2016 um 1,4 Prozent(Deflation). 

Das Zahlungsbilanzdefizit konnte bisher nicht überwunden werden. Ausfuhren im Wert von 1,78 Mrd. USD standen im Jahr 2016 Importe im Wert von 3,29 Mrd. USD gegenüber.


Wirtschaftsklima

Lokomotiven des Wachstums sind Bergbau und der Dienstleistungsbereich. Insbesondere der IT-Sektor expandiert und zieht ausländische Investitionen an.

Die armenische Wirtschaft ist stark abhängig vom Weltmarktpreis für die Hauptexportgüter Kupfer und Molybdän. Nach einem Rückgang im Jahr 2014 und einem Anwachsen im Jahr 2015  stieg der armenische Bergbau im Jahr 2016 um weitere 8,3 %  und umfasste 18 % der gesamten Industrieproduktion.

Rücküberweisungen, Direktinvestitionen und private Kapitalzuflüsse sind ein bedeutender Faktor für die Wirtschaft: Die armenische Diaspora in Russland umfasst etwa 2 Millionen Menschen, darunter viele Arbeitsmigranten, die Geld an ihre Familien in Armenien überweisen. Nach Angaben der Zentralbank gingen die Geldtransfers der armenischen Diaspora im Jahr 2016 weiter auf 1,5 Mrd. USD zurück (2015: ca. 1,6 Mrd. USD). Die Arbeitslosenquote lag im Jahr 2015 offiziell bei 18,5%, die tatsächliche Arbeitslosigkeit ist jedoch erheblich höher. Sehr viele Menschen sind im informellen Sektor tätig, Einkommen werden oft nicht versteuert.

Armenien fiel 2017 im 'Doing Business Report' der Weltbank von Platz 35 auf 38 zurück. Beim Korruptionswahrnehmungsindex 2016 von Transparency International fiel Armenien auf Rang 113 (von 176) zurück (2015: Rang 95 von 168).


Mitgliedschaft in Wirtschaftsorganisationen

Armenien ist Mitglied der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, des Internationalen Währungsfonds, der Weltbank, der Welthandelsorganisation, der Asiatischen Entwicklungsbank und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit in der Schwarzmeer-Region. Armenien ist im Januar 2015 der Eurasischen Wirtschaftsunion mit Russland, Belarus und Kasachstan beigetreten. Der Text für ein Assoziierungsabkommen mit der EU einschließlich eines Freihandelsabkommens (DCFTA) war im Juli 2013 ausverhandelt worden, konnte jedoch nach der Erklärung über den beabsichtigten Beitritt zur Eurasischen Wirtschaftsunion nicht mehr paraphiert werden. Die Verhandlungen mit der EU über ein neues, weniger ambitioniertes Abkommen wurden im Februar 2017 abgeschlossen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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