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Armenien

Wirtschaft

Stand: März 2015

Allgemein

Armenien leidet bis heute unter dem fast vollständigen Zusammenbruch seiner Industriestruktur in Folge des Zerfalls der Sowjetunion. Das verheerende Erdbeben von 1988, der Konflikt mit Aserbaidschan um die Region Bergkarabach (1988-1994), der Zusammenbruch des sowjetischen Wirtschaftssystems und die Unterbrechung der Energieversorgung in den 1990er Jahren führten zu einem drastischen Niedergang der armenischen Industriestruktur. Dies und die andauernde Isolation durch geschlossene Grenzen zur Türkei und  zu Aserbaidschan belasten die armenische Wirtschaft bis heute.

Monopolbildung, oligarchische Strukturen sowie eine hohe Korruption behindern die Modernisierung der armenischen Wirtschaft und hemmen Investitionen. Kleine und mittlere Betriebe haben es schwer, Fuß zu fassen. Trotz einiger Fortschritte im Rechtssektor gibt es noch keine unabhängige Judikative.

Das 2013 erreichte Wirtschaftswachstum von 3,5 % konnte sich 2014 auf etwa gleichem Niveau fortsetzen  (3,4%), ist allerdings nicht ausreichend für einen nachhaltigen Aufschwung der Wirtschaft. Vor allem die drastische Anhebung des Gaspreises durch Russland, Rückgang von Auslandsüberweisungen und Auswirkungen der Sanktionen gegen Russland haben die Wirtschaft negativ beeinflusst. Die Inflationsrate lag 2014 offiziell bei 3 %.

Das Zahlungsbilanzdefizit konnte bisher nicht überwunden werden. Ausfuhren im Wert von 1,51 Mrd. USD standen 2014 Importe im Wert von 4,40 Mrd. USD gegenüber.


Wirtschaftsklima

Lokomotiven des Wachstums sind Bergbau und der Dienstleistungsbereich. Insbesondere der IT-Sektor expandiert und zieht ausländische Investitionen an.

Die armenische Wirtschaft ist stark abhängig vom Weltmarktpreis für die Hauptexportgüter Kupfer und Molybdän. Aufgrund des Rückgangs der Weltmarktpreise hat der armenische Bergbau im Jahr 2014 einen Rückgang verzeichnet.

Rücküberweisungen, Direktinvestitionen und private Kapitalzuflüsse sind ein bedeutender Faktor für die Wirtschaft: Die armenische Diaspora in Russland umfasst ca. zwei Millionen Menschen, darunter viele Arbeitsmigranten, die Geld an ihre Familien in Armenien überweisen. Nach Angaben der Zentralbank gingen die Geldtransfers der armenischen Diaspora 2014 um 7,5 % zurück und betrugen 1,72 Mrd. USD.

Die Arbeitslosenquote lag 2013 offiziell bei 16,2%; die tatsächliche Arbeitslosigkeit ist jedoch erheblich höher. Sehr viele Menschen sind im informellen Sektor tätig, Einkommen werden oft nicht versteuert.

Armenien konnte sich  2015 im „Doing Business Report“ der Weltbank von Platz 49 auf 45 verbessern. Beim Korruptionswahrnehmungsindex 2014 von Transparency International nimmt Armenien unverändert im Vergleich zum Vorjahr Rang 94 (von 175) ein.


Mitgliedschaft in Wirtschaftsorganisationen

Armenien ist Mitglied der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, des Internationalen Währungsfonds, der Weltbank, der Welthandelsorganisation, der Asiatischen Entwicklungsbank und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit in der Schwarzmeer-Region. Armenien ist im Januar 2015 der Eurasischen Wirtschaftsunion mit Russland, Belarus und Kasachstan beigetreten. Der Text für ein Assoziierungsabkommen mit der EU einschließlich eines Freihandelsabkommens (DCFTA) war im Juli 2013 ausverhandelt worden, konnte jedoch nach der Erklärung über den beabsichtigten Beitritt zur Eurasischen Wirtschaftsunion nicht mehr paraphiert werden.


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