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Armenien

Wirtschaft

Stand: Juni 2014

Allgemein

Armenien leidet bis heute unter dem fast vollständigen Zusammenbruch seiner Industriestruktur in Folge des Zusammenbruchs der Sowjetunion. Das verheerende Erdbeben von 1988, der Konflikt mit Aserbaidschan um die Region Bergkarabach (1988-1994), der Zusammenbruch des sowjetischen Wirtschaftssystems und die Unterbrechung der Energieversorgung in den 1990er Jahren führten zu einem drastischen Niedergang der armenischen Industriestruktur. Dies und die andauernde Isolation durch geschlossene Grenzen zu Aserbaidschan und der Türkei belasten die armenische Wirtschaft bis heute.

Monopolbildung, oligarchische Strukturen sowie eine hohe Korruption behindern die Modernisierung der armenischen Wirtschaft und hemmen Investitionen. Kleine und mittlere Betriebe haben es schwer, Fuß zu fassen. Trotz einiger Fortschritte im Rechtssektor gibt es noch keine unabhängige Judikative.

Das 2012 erreichte Wirtschaftswachstum von 7,2% konnte sich 2013 nicht fortsetzen. Vor allem die drastische Anhebung des Gaspreises durch Russland (die nach der Erklärung Armeniens vom September 2013, der Eurasischen Zollunion beizutreten, wieder zurückgenommen wurde) verursachte ein Absinken des Wachstums auf 3,2% (IWF-Angabe). Die Inflationsrate lag 2013 offiziell bei 5,8%.

Das Zahlungsbilanzdefizit konnte bisher nicht überwunden werden. Ausfuhren im Wert von 1,48 Mrd. USD standen 2013 Importe im Wert von 4,47 Mrd. USD gegenüber.


Wirtschaftsklima

Lokomotiven des Wachstums sind Bergbau (ein Drittel der Industrieproduktion) und der Dienstleistungsbereich. Insbesondere der IT-Sektor expandiert und zieht ausländische Investitionen an.

Die armenische Wirtschaft ist stark abhängig vom Weltmarktpreis für die Hauptexportgüter Kupfer und Molybdän; die Weltmarktpreise, deren Anstieg ab 2011 zunächst zur wirtschaftlichen Erholung Armeniens beigetragen hatte, sind 2013 wieder gesunken.

Rücküberweisungen, Direktinvestitionen und private Kapitalzuflüsse sind ein bedeutender Faktor für die Wirtschaft: Die armenische Diaspora in Russland umfasst ca. zwei Millionen Menschen, darunter viele Arbeitsmigranten, die Geld an ihre Familien in Armenien überweisen. Nach Angaben der Zentralbank betrug das Volumen der Geldtransfers der armenischen Diaspora 2013 mehr als 1,6 Mrd. USD.

Die Arbeitslosenquote lag 2013 offiziell bei 16,2%; die tatsächliche Arbeitslosigkeit ist jedoch erheblich höher. Sehr viele Menschen sind im informellen Sektor tätig, Einkommen werden oft nicht versteuert.

Während Armenien sich in den Vorjahren in allgemeinen Wirtschaftsstudien stetig verbessern konnte, ist es 2013 im „Doing Business Report“ der Weltbank von Platz 32 auf 37 gefallen. Beim Korruptionswahrnehmungsindex 2013 von Transparency International nimmt Armenien Rang 94 (von 175) ein.


Mitgliedschaft in Wirtschaftsorganisationen

Armenien ist Mitglied der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, des Internationalen Währungsfonds, der Weltbank, der Welthandelsorganisation, der Asiatischen Entwicklungsbank und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit in der Schwarzmeer-Region. Der Beitritt zur Eurasischen Zollunion mit Russland, Belarus und Kasachstan) ist geplant. Der Text für ein Assoziierungsabkommen mit der EU einschließlich eines Freihandelsabkommens (DCFTA) war im Juli 2013 ausverhandelt worden, konnte jedoch nach der Erklärung über den beabsichtigten Beitritt zur Eurasischen Zollunion nicht mehr paraphiert werden



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.