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Brasilien

Kultur und Bildung

Stand: März 2017

Kultur

Eine Herausforderung für das Flächenland Brasilien ist es, allen Bevölkerungsgruppen in allen Landesteilen Zugang zu Kulturangeboten zu ermöglichen und dadurch einen Beitrag zur Entwicklung aller Landesteile sowie zur sozialen Inklusion zu leisten. Um dies zu erreichen, wurden u.a. Maßnahmen wie eine umfangreiche Förderung von Kultur-Sponsoring durch Unternehmen eingeführt (Lei Rouanet). Auf lokaler Ebene wird zunehmend versucht,  Kultur- und Sportzentren an sozial benachteiligten Orten zu schaffen. Die aktuell angespannte Wirtschaftslage Brasiliens setzt jedoch insbesondere auch die Kulturhaushalte unter starken Druck.

Gleichzeitig versucht Brasilien seine kulturelle Außendarstellung zu stärken und prüft die perspektivische Errichtung von Sprach- und Kulturisstituten im Ausland. Auf der Berlinale  ist Brasilien, unterstützt durch die nationale Filmförderagentur Ancine, regelmäßig vertreten, so auch wieder 2017. Während der Fußball-WM 2014 präsentierte sich Brasilien der Welt an den 12 Austragungsorten und Fanfesten mit einem vielfältigen Kulturprogramm. Auch die Eröffnungs- und Abschlussfeiern der Olympischen und Paralympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro rückten Brasilien als Kulturnation, die insbesondere durch indigene, europäische und afrikanische Einflüsse geprägt wurde, in den Fokus der Weltöffentlichkeit.

Von internationalem Rang sind Film- und Theaterfestivals in São Paulo, Rio de Janeiro, Brasilia und Porto Alegre, die Buchbiennale in Rio sowie die Kunstbiennale in São Paulo. Auch die Architekturbiennale von São Paulo gewinnt immer mehr an Bedeutung.


Bildung

Die Reform des Bildungswesens gehört zu den größten Herausforderungen der brasilianischen Politik. Das Thema spielt in den Medien ebenso wie in Wahlkämpfen eine immer größere Rolle.

Allerdings leidet das staatliche Erziehungswesen weiter unter geringer finanzieller Ausstattung, Lehrermangel und unzureichender Qualifikation vieler Lehrer. Trotz Erfolgen bei der Alphabetisierung beträgt der Anteil der funktionalen Analphabeten an der Gesamtbevölkerung noch immer etwa 20 Prozent. Ein starkes Qualitätsgefälle besteht zwischen öffentlichen und privaten Schulen. Die Probleme stellen sich verschärft in ländlichen Gebieten und in ärmeren Bundesstaaten. Fremdsprachenkenntnisse sind noch relativ wenig verbreitet.

Im Gegensatz zum öffentlichen Schulsystem konnte die Entwicklung des Hochschulbereichs deutlich verbessert werden. Brasilien verfügt über rund 2.400 Hochschulen, an denen ca. 7,8 Mio. Studierende eingeschrieben sind. Die Gesamtzahl an Studenten ist im Zeitraum von 2003 bis 2013 um 76,4 % gestiegen. 87%  der Hochschulen sind privat, 13% staatlich. Viele private Universitäten erreichen qualitativ nicht den hohen Standard der staatlichen Universitäten.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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