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Bildungs- und Forschungskooperation

Auf dem Gebiet der Wissenschaft, Forschung und Innovation wächst die Bedeutung Lateinamerikas kontinuierlich. Da nationale Investitionen in Bildung und Forschung Früchte tragen, entwickelt sich die Region zu einem immer wichtigeren Partner Deutschlands. Der zunehmenden Internationalisierung der akademischen Zusammenarbeit wird durch zahlreiche Kooperationen deutscher und lateinamerikanischer Universitäten und Forschungseinrichtungen Rechnung getragen.

Forschungszusammenarbeit

Immer mehr deutsche Forscher finden interessante Partner in Lateinamerika. So wurde in Santiago de Chile 2010 das erste Frauenhofer Institut auf dem lateinamerikanischen Kontinent gegründet und 2011 in Buenos Aires das erste Max-Planck Institut eröffnet. In Sao Paulo, Brasilien wurde mit der Einweihung des Deutschen Wissenschafts- und Innovationshauses ein Forum für Veranstaltungen und Service der deutschen Wissenschaftsorganisation geschaffen.

Universitäre Zusammenarbeit

Die Kompetenzenbündelung wird auch auf Ebene der Universitäten vorangetrieben. Beispielhaft kann hier der Aufbau eines deutsch-argentinischen Hochschulzentrums 2011 genannt werden, der deutsch-argentinische Studiengänge, Doppelabschlüsse und sonstige Hochschulkooperationen ermöglicht.

Durch Stipendienprogramme soll der  internationalen Bildungsaustausch weiter gefördert werden. So wurde 2011 in Kooperation mit der brasilianischen Regierung ein Stipendienprogramm  beschlossen, in dessen Rahmen in den folgenden Jahren bis zu 10.000 Brasilianerinnen und Brasilianer zu einem Studienaufenthalt nach Deutschland kommen werden.

Förderung der deutschen Sprache

Auch wenn Englisch unangefochten erste Fremdsprache in Lateinamerika ist, besteht doch - auch aufgrund vieler Deutschstämmiger - eine hohe Bereitschaft, kulturelle Angebote aus dem europäischen Raum anzunehmen. Dadurch erklärt sich auch eine vergleichsweise gute Position für die deutsche Sprache. 

Im Rahmen der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ wird dieses Potential genutzt, um den Deutschunterricht an Schulen und Hochschulen zu stärken. In der Region Lateinamerika gibt es rund 700 Schulen mit Deutschunterricht und insgesamt lernen etwa 130.000 Schüler Deutsch.

Die PASCH-Initiative

Die Initiative "Schulen: Partner der Zukunft" (PASCH) wurde im Februar 2008 vom Auswärtigen Amt ins Leben gerufen. Ziel ist, ein weltumspannendes Netz von Partnerschulen aufzubauen. Mit dieser außenkulturpolitischen Initiative soll bei jungen Menschen nachhaltiges Interesse und Begeisterung für das moderne Deutschland und die deutsche Sprache geweckt werden.

Die Partnerschulinitiative wird vom Auswärtigen Amt koordiniert und gemeinsam mit der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA), dem Goethe-Institut (GI), dem Pädagogischen Austauschdienst der KMK (PAD) und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) umgesetzt.

Insgesamt ist das Partnerschulnetz in Lateinamerika auf 184 Schulen angewachsen. Darunter sind 37 Deutsche Auslandsschulen, 79 Sprachdiplomschulen (DSD-Schulen) und 68 Schulen, an denen Deutschunterricht auf- oder ausgebaut wird (FIT-Schulen).

Um die Standardsicherung und Qualitätsentwicklung an den Deutschen Schulen in Lateinamerika zu unterstützen, wurden drei Prozessbegleiter der ZfA nach Argentinien, Costa Rica und Peru entsandt. Zur Etablierung und Förderung von Deutsch als Fremdsprache mit dem Ziel, das Sprachdiplom der KMK anzubieten, sind vier Fachberater von der ZfA in Lateinamerika tätig (Mexiko, Chile und zwei in Brasilien).

Die Förderung der deutschen Sprache in Lateinamerika erfolgt sehr wesentlich durch die 15 in der Region tätigen Goethe-Institute mit ihrem Angebot an Sprachunterricht und Fortbildungsmaßnahmen für Deutschlehrer. Darüber hinaus sind in Lateinamerika 5 Goethe-Zentren, 32 DAAD -Lektorate, und 42 (ohne die schon vorher genannten Goethe-Zentren) geförderte deutsch-ausländische Kulturgesellschaften zu verzeichnen.

Deutsch im Hochschulbereich

Es gibt in Lateinamerika rund 300 Hochschulen, die Deutsch als Fremdsprache beziehungsweise Germanistik als Studienfach anbieten. Diese Hochschulen verzeichnen insgesamt rund 3.500 Studierende der Germanistik, und rund 25.000 Studenten, die Deutsch studienbegleitend lernen. Zudem bietet der DAAD seit 2009 als Programm die Förderung von Germanistischen Institutspartnerschaften zwischen deutschen und lateinamerikanischen Hochschulen an. Derzeit werden dort vom DAAD folgende Germanistische Institutspartnerschaften unterstützt:

  • in Brasilien: Universität Rio de Janeiro - Universität Jena und Universität Federal de Parana - Universität Leipzig
  • in Kolumbien: Universität Medellin - Pädagogische Hochschule Freiburg
  • in Kuba: Universität Habana - Universität Gießen
  • in Mexiko: Universität Guadalajara - Universität Leipzig

Außerdem wurde die Anbahnung einer Germanistischen Institutspartnerschaft zwischen der U Buenos Aires (Argentinien) und der LMU München bewilligt.

Aufgrund der deutschstämmigen Bevölkerungsstruktur ist Deutsch im Schulsystem lediglich im südlichen Lateinamerika (Argentinien, Chile, Paraguay, Südbrasilien) zahlenmäßig relevant vertreten. Dort bestehen auch an vielen Universitäten Germanistische Abteilungen, deren Studenten jedoch zum Teil nur über unzureichende Deutschkenntnisse verfügen. Der interfakultative Deutschunterricht, der vorwiegend durch DAAD-Lektoren gegeben wird, soll Abhilfe schaffen.

Außerschulischer Deutschunterricht

Außerschulischer Deutschunterricht für Erwachsene wird in einigen Ländern nur von den Goethe-Instituten, Goethe-Zentren und deutsch-ausländischen Kulturgesellschaften angeboten. 2009 nahmen an den Deutschkursen des Goethe-Instituts in Lateinamerika rund 23.500 Personen teil. In einigen urbanen Ballungsräumen (beispielsweise Sao Paolo, Mexiko Stadt und Buenos Aires) gibt es zudem eine gewisse Zahl von kommerziellen Anbietern von Deutschkursen.


Stand 07.05.2012

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