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Timor-Leste

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: Oktober 2015

Offizielle Amtssprachen sind das weit verbreitete, jedoch in stark unterschiedlichen Dialekten gesprochene Tetum sowie Portugiesisch, das jedoch nur von einer kleinen Minderheit beherrscht wird (ca. 10 Prozent).

Probleme bereitete die Entscheidung der Regierung, Portugiesisch in den Grundschulklassen schrittweise als Unterrichtssprache einzuführen, da viele Lehrkräfte diese Sprache selbst erst noch erlernen mussten und die Zahl der entsandten portugiesischsprachigen Lehrer aus Portugal, Brasilien etc. nicht für einen flächendeckenden Unterricht ausreichte. Durch die notwendig gewordenen Fortbildungsmaßnahmen für nicht portugiesischsprachige Lehrkräfte kam es teilweise zu monatelangen Unterrichtsausfällen. Aufgrund dieser praktischen Probleme hat die Regierung diese Entscheidung teilweise revidiert und entschieden, die ersten drei Schuljahre auf Tetum zu unterrichten und danach schrittweise den Anteil des portugiesischsprachigen Unterrichts zu erhöhen. 

Hinzu kommt, dass an den Universitäten  Bahasa Indonesia (Indonesisch) noch Unterrichtsprache in vielen Studiengängen ist. Die Bevölkerung spricht zumeist Tetum oder andere lokale Sprachen. Der Umgang mit dieser Sprachenvielfalt ist in der Praxis häufig schwierig.

Timor Leste weist eine Analphabetenrate von etwa 42 Prozent bei den über 15-Jährigen auf.

Erfreulich ist, dass sich die Zahl der Studierenden an der nationalen Universität in den letzten Jahren von 2.000 auf 8.000 vervierfacht hat. Hinzu kommen 2.000 bis 3.000 Studenten an privaten Bildungseinrichtungen. Dennoch bestehen weiterhin Entwicklungsdefizite. Im Rahmen von DAAD-Programmen konnten seit 2002 auch viele timoresische Studenten, die allerdings in Indonesien studiert haben, zu Stipendienaufenthalten nach Deutschland geschickt werden. Zudem fördert der DAAD auch timoresische Studenten auf den Philippinen.

In Timor-Leste gibt es keine Germanistik-Abteilung. Deutschunterricht wird nicht angeboten.

Deutschland hat im Rahmen seiner Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik und in Zusammenarbeit mit dem timoresischen Kulturministerium und der UNESCO einen Beitrag zum Aufbau des Max-Stahl-Filmarchivs aus Mitteln des Kulturerhalts geleistet. Ziel ist die Aufarbeitung von Bildmaterial zu Timor-Lestes Geschichte und Kultur, um die Entwicklung eines nationalen Bewusstseins in der Bevölkerung zu unterstützen. Gegenwärtig unterstützt die Bundesrepublik die UNESCO bei der Konservierung von Felsenkunst im Nino Konis Santana National Park.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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