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Myanmar

Bildungs- und Kulturpolitik

Stand: April 2017

Bildungssystem

Bildung hat in der myanmarischen Gesellschaft einen sehr hohen Stellenwert. Das Bildungssystem ist jedoch evident unterfinanziert und leidet an mangelnden internationalen Kontakten. Die neue Regierung misst der Reform des Bildungssystems, insbesondere der Qualitätssteigerung eine große Bedeutung zu und hat angekündigt, mehr Haushaltsmittel für Bildung zur Verfügung zu stellen. Die seit Februar 2014 im Amt befindliche Erziehungsministerin, Prof. Khin San Yee, ist DAAD-Alumni und besuchte Deutschland im Juli 2014.

In Myanmar herrscht allgemeine Schulpflicht. Im Gegensatz zu offiziellen Angaben ist aber davon auszugehen, dass nicht alle myanmarischen Kinder die Grundschule abschließen und nur ein kleiner Teil weiterführende Schulen besucht. In abgelegenen Regionen gibt es zum Teil keine staatlichen Schulen. Die vielfach vorhandenen monastischen Schulen wiederum haben oft keine Mittel für Lehrergehälter. Weniger als die Hälfte der Kinder schließt die Grundschule nicht im vorgesehenen Alter ab. Die Analphabetenrate liegt in Myanmar bei offiziell sechs Prozent, laut Vereinten Nationen jedoch bei etwa acht Prozent. Derzeit führt eine Gruppe internationaler Geber über UNICEF und in enger Abstimmung mit der Regierung ein strukturelles Förderprogramm im Bereich der Grundschulbildung durch, an dem auch Deutschland beteiligt ist.

Die bedeutendsten Universitäten des Landes sind die University of Yangon, die University of Mandalay, die Yangon Technological University und das Yangon Institute of Economics. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere, zum Teil fachbezogene Hochschulen, darunter nicht weniger als 24 Computeruniversitäten und 24 Technische Universitäten, deren Qualität aber an mangelnder Ausstattung und der oft geringen Qualifikation der Dozenten leidet. 2013 wurden 7 Universitäten in Myanmar als Center of Excellence eingestuft. Dazu gehören die University of Yangon, University of Mandalay, Yangon Technological University, Mandalay Technological University, TU Yandarpone, jeweils eine Computer Universität in Yangon und Mandalay.

Sämtliche Hochschulen des Landes sind staatlich und werden von Ministerien verwaltet. Die zivile Regierung bemüht sich, auch in diesem Bereich um einen Neuanfang, der den Universitäten mehr Entwicklungsmöglichkeiten geben soll. Im Januar 2014 fand in Rangun eine Konferenz zum vorgeschlagenen neuen Hochschulgesetz statt. Dieses Gesetz würde den Hochschulen insgesamt mehr Freiheiten gewähren, u.a. könnten Kontakte zu ausländischen Universtitäten selbst geknüpft werden, Lehrinhalte selbst gestaltet werden. Wissenschaftliche Kooperation und Hochschulkooperation - auch mit deutschen Universitäten - ist nunmehr hoch erwünscht und wird bereits verstärkt.

Ein modernes System der Berufsausbildung gibt es nicht. Im Rahmen der Wiederaufnahme der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit nimmt Berufsausbildung einen Schwerpunkt ein.


Kultur

Myanmar ordnet Kultur grundsätzlich dem Primat der Politik unter. Die Bedingungen für einen grenzüberschreitenden Kulturaustausch waren in der Vergangenheit nicht immer einfach. Auch hier beginnt sich mit der Öffnung des Landes die Situation zu verändern.

Am 15. Juli 2013 unterzeichneten in der Hauptstadt Nay Pyi Taw Staatsministerin Pieper und die myanmarischen Vize-Kulturministerin, U Myint Kyu, ein bilaterales Kulturabkommen. In Anwesenheit von Bundespräsident Gauck wurde das Goethe-Institut Rangun am 11. Februar 2014 feierlich wieder eröffnet. Bis zur vollständigen Renovierung des eigenen Gebäudes ist das Goethe-Institut Rangun im Institut Français untergebracht Bereits seit Oktober 2013 werden Sprachkurse auf allen Niveaustufen und ein ausgesprochen reichhaltiges Kulturprogramm angeboten. Mit der Grundsanierung des historischen Institutsgebäudes wurde begonnen, die bis November 2017 abgeschlossen sein soll.

Der Schwerpunkt der kulturellen Zusammenarbeit liegt in der Wissenschaftskooperation, vorwiegend über Stipendienprogramme. Diese Programme werden verstärkt weitergeführt und mit einer größeren Zahl an Universitätskooperationen ergänzt. In diesem Zusammenhang wurde vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) im Oktober 2012 eine Langzeitdozentin an die University of Yangon entsandt. Nach  2009 war  der DAAD zeitweise  mit einem Lektor an der Fremdsprachenuniversität in Rangun vertreten. Die Deutschabteilungen der Fremdsprachenuniversitäten in Rangun und  Mandalay werden außerdem mit Lehrerfortbildungen des Goethe-Instituts gefördert.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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