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Biologische Vielfalt

Auf unserer Erde finden sich ca. 1,74 Millionen erforschte Arten. Auf Expertenebene geht man von einer hohen „Dunkelziffer“ aus – möglicherweise leben wir mit rund 14 Millionen verschiedener Arten zusammen. Durch menschliches Handeln und den Klimawandel ist diese faszinierende biologische Vielfalt zunehmend in Gefahr. Der Erhalt von Biodiversität, der biologischen Vielfalt der Erde, ist - wenn auch in der öffentlichen Diskussion noch nicht hinreichend wahrgenommen – eng mit Fragen des weltweiten Klimaschutzes verknüpft und steht klimapolitischen Fragen an Wichtigkeit für uns und nachfolgende Generationen nicht nach. Der Erhalt der biologischen Vielfalt ist elementar, um den Lebensraum unseres Planeten dauerhaft zu erhalten.

Konvention zur Biologischen Vielfalt

Deutschland ist auf internationaler Ebene Mitglied der "Konvention zur Biologischen Vielfalt" (CBD), der seit 1992 bereits 191 Staaten angehören. Das Übereinkommen hat die Erhaltung der biologischen Vielfalt zum Ziel, wobei unter biologischer Vielfalt die Vielfalt der Arten auf der Erde, die genetische Vielfalt sowie die Vielfalt von Ökosystemen verstanden wird. Dies beinhaltet neben dem Schutzaspekt auch die nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile und die ausgewogene und gerechte Aufteilung der sich aus dieser Nutzung der genetischen Ressourcen ergebenden Vorteile. Es ist die erste völkerrechtliche Übereinkunft, die die biologische Vielfalt als Ressource unter der Verfügungsgewalt der Nationalstaaten betrachtet. Biologische Vielfalt wird dadurch gleichrangig mit Bodenschätzen oder sonstigen natürlichen Ressourcen.

Auf der zehnten Vertragsstaatenkonferenz im Oktober 2010 setzte sich die Staatengemeinschaft ein neues globales Biodiversitätsziel und entwickelte einen strategischen Plan für die Jahre 2011 bis 2020. Ein großer Erfolg war die Verabschiedung eines internationalen Protokolls über den Zugang zu genetischen Ressourcen und die ausgewogene und gerechte Aufteilung der sich aus der Nutzung der genetischen Ressourcen ergebenden Vorteile (ABS Protokoll).

Zwischenstaatliche Plattform

Um das Bewusstsein der Staatengemeinschaft für die Brisanz von Biodiversität neben anderen umwelt- und klimapolitischen Themen weiter zu stärken, hat im Dezember 2010 die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Schaffung einer zwischenstaatlichen Plattform für Biodiversität und Ökosystem-Dienstleistungen beschlossen. Ähnlich wie der Weltklimarat, der die Regierungen wissenschaftlich über den Klimawandel berät, sollen in dem Biodiversitätsrat Wissenschaftler die Entwicklung der natürlichen Artenvielfalt auf der Erde erfassen und Umweltpolitiker beraten.

Zwischenstaatliche Plattform für Biodiversität und Ökosystem-Dienstleistungen

Deutschland hat sich seit langem für die Schaffung dieser Plattform eingesetzt. Um die engagierte deutsche Beteiligung im Prozess fortzuführen, hat die Bundesregierung sich erfolgreich um den Sitz des Sekretariats am UN-Standort Bonn beworben. Seit Anfang 2014 befindet sich das IPBES-Büro auf dem UN-Campus am Rhein.

Artenschutz

Wal im Golf von Thailand

Wal im Golf von Thailand
© dpa/picture-alliance

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Wal im Golf von Thailand

Wal im Golf von Thailand 

Wal im Golf von Thailand

Teilaspekt des Erhaltes von Biodiversität ist der Artenschutz in der Tierwelt. Deutschland setzt sich besonders für den Schutz der Wale und wandernder wildlebender Tierarten ein. Die Bundesrepublik hat neben dem „Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten frei lebender Tiere und Pflanzen" (Washingtoner Artenschutzübereinkommen - CITES) auch das Übereinkommen zur Erhaltung der wandernden wild lebenden Tierarten (CMS - Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals, auch "Bonner Konvention") gezeichnet. Darüber hinaus ist Deutschland bereits seit 1982 Mitglied der Internationalen Walfangkommission (IWC). Die Bundesregierung unterstützt aktiv die Aufrechterhaltung des Verbots des kommerziellen Walfangs. Im Rahmen der auf Betreiben Deutschlands angenommenen "Berliner Initiative" (The Berlin Initiative on Strengthening the Conservation Agenda of the International Whaling Commission) wird im Rahmen der IWC deutlich mehr Wert auf Erhaltung und Schutz der Wale, einschließlich der Kleinwale und Delphine, gelegt. Darüber hinaus ist Deutschland Partei diverser Regionalabkommen für einzelne Tierarten oder -gruppen, die gefährdet, jedoch nicht notwendigerweise vom Aussterben bedroht sind.


Stand 03.04.2014

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