Hauptinhalt
Wirtschaft
Stand: März 2012
Allgemeine Informationen
Haiti war bereits vor dem Erdbeben vom Januar 2010 das ärmste Land der westlichen Hemisphäre: Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen liegt bei ca. 650 USD. Etwa 80% der Haitianer müssen von weniger als 2 USD am Tag leben, die Hälfte der Bevölkerung muss mit weniger als 1 USD pro Tag auskommen.
Auf dem Human Development Index der Vereinten Nationen wurde Haiti im Jahr 2010 auf Platz 145 von 169 berücksichtigten Ländern geführt. Das Land ist in hohem Maße abhängig von humanitärer, finanzieller und technischer Hilfe aus dem Ausland.
Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Zyklone, von denen das Land zuletzt 2008 heimgesucht wurde, trugen in jüngster Zeit dazu bei, dass sich die Lage in Haiti nicht wesentlich verbessern konnte. Das Erdbeben machte kurzfristige Hoffnungen zunichte.
Nach dem Erdbeben erholt sich die Wirtschaft trotz der anhaltend schwierigen nationalen, sowie internationalen Rahmenbedingungen allmählich. Nach wie vor besteht allerdings die Gefahr nicht einkalkulierbarer Risiken, die den Fortschritt jederzeit hemmen könnten.
Die Nationalwährung, Gourde, ist relativ stabil. Anfang 2012 liegt der Wechselkurs bei ca. 41,5 Gourdes pro USD (20.03.2012).
Für das Jahr 2011 wurde ein BIP von 7,5 Mrd. USD prognostiziert (nach 6,8 Mrd. USD für 2010, 6,7 Mrd. USD für 2009 und 6,5 Mrd. USD für 2008). Einen wichtigen Faktor stellen die Transferzahlungen der im Ausland lebenden Haitianer dar, die sich insgesamt auf mehr als 1 Mrd. USD belaufen und somit etwa 13% des BIP ausmachen.
Das Haushaltsdefizit Haitis war angesichts der vielfältigen Hilfsleistungen nach der Erdbebenkatastrophe im Jahr 2010 gegen Null zurück gegangen und lag 2011 erneut mit 3,7 niedriger als angenommen. Die Inflation betrug 7,4% im Jahr 2011, lässt sich jedoch auf internationale Preiserhöhungen für Lebensmittel und Rohöl zurückführen.
Haiti ist u. a. Mitglied folgender internationaler Wirtschaftsorganisationen und –abkommen:
IAEB, IWF, Weltbank, WTO, GATT, ACS (Verbund karibischer Staaten), Cotonou und CARIFORUM
Außenhandel
Die Handelsbilanz Haitis ist stark defizitär: Importen im Wert von 3,35 Mrd. USD standen 2011 Exporte im Wert von nur 721 Mio. USD gegenüber.
Hauptausfuhrgüter waren neben Textilien vor allem Agrarerzeugnisse wie Öle, Kakao, Mangos und Kaffee. Wichtige Importgüter sind Nahrungsmittel, Fertigwaren und Maschinen sowie Brenn- und Rohstoffe.
Die USA bleiben Haitis wichtigster Handelspartner: Etwa ein Drittel seiner Importe bezieht das Land aus den USA und ca. 70% seiner Exporte gingen in der Vergangenheit in die USA.
Weitere nennenswerte Importländer waren neben den Niederländischen Antillen, Kolumbien, Malaysia, die Dominikanische Republik und Kanada. Als Lieferant von Kraftstoff spielt Venezuela eine herausragende Rolle.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
Stand 22.03.2012
