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Katastrophenvorsorge in Bhutan: Kinder als Zielgruppe

Zahlreiche Risiken beeinträchtigen das Leben der Einwohner von Bhutan. Infolge der globalen Erwärmung schmelzen die Gletscher im Himalaya, was zu Überschwemmungen ganzer Landstriche und der Vernichtung kostbaren Agrar- und Weidelands führt. Hinzu kommen regelmäßige Erdbeben, starke Monsunregenfälle, die Erdrutsche und Fluten verursachen, sowie in den trockenen Wintermonaten Waldbrände. Um die Bevölkerung besser auf potentielle Gefahren und Katastrophen vorzubereiten, finanziert das Auswärtige Amt ein Projekt zur Katastrophenvorsorge in Bhutan.

Begonnen wurde das Projekt im April 2011 von Save the Children e.V.. Schüler und Schülerinnen werden in Katastrophenvorsorge und –hilfe unterrichtet, um die Bewohner Bhutans in möglichst jungen Jahren zu befähigen, in Notlagen angemessen zu reagieren.

Bhutan hat rund 600.000 Einwohner. Das kleine Land liegt im Himalaya und grenzt an Indien und China.


Pfadfinder als Multiplikatoren

Dabei setzt Save the Children auf ein bereits bestehendes Pfadfinderprogramm an allen Schulen Bhutans, an dem ein Drittel aller Schülerinnen und Schüler beteiligt sind. Mehr als 200 Vertreter von Pfadfindereinheiten und weitere 100 jugendliche Gruppenleiter werden zu Multiplikatoren in Katastrophenvorsorge und Katastrophenhilfe ausgebildet. Sie sollen ihr Wissen wiederum an 200 Schulen in 20 Gemeinden in Trainingskursen weitergeben. Insgesamt erhalten so weitere 2000 Schülerinnen und Schüler im Alter von 13 bis 18 Jahren eine Grundausbildung in Katastrophenvorsorge und Katastrophenhilfe. Diese Kenntnisse können sie anschließend in ihren Gemeinden und Dörfern verbreiten. Den Teams werden je ein Rettungsset mit einer Grundausstattung und ein Erste-Hilfe-Set zur Verfügung gestellt.

Die ausgebildeten Vertreter der Pfadfinder werden bei der zuständigen bhutanesischen Stelle für Katastrophenvorsorge als offiziell anerkannte freiwillige Ersthelfer im Katastrophenfall registriert. Außerdem übernehmen sie an der jeweiligen Schule die Funktion eines Ersthelfers im Katastrophenfall. Bis zum Ende des Projekts Anfang 2013 soll auf diese Weise ein breites Netz der Katastrophenvorsorge geschaffen werden. Die Stärkung der Selbsthilfefähigkeiten soll dazu beitragen, die Schäden durch Naturkatastrophen in Bhutan zu verringern. Die Projektkosten von rund 254.000 Euro trägt das Auswärtige Amt zu etwa 90 Prozent.

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Stand 23.05.2012