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Sao Thomé und Príncipe

Außenpolitik

Stand: Oktober 2012

Seit der Unabhängigkeit von Portugal konzentrierte sich São Tomé und Príncipe zunächst auf die Zusammenarbeit mit sozialistischen Staaten - eine einflussreiche Rolle spielte die DDR - beziehungsweise auf die Gruppe der Blockfreien. Schon Mitte der 80er Jahre bemühte sich der damalige Staatschef Pinto da Costa jedoch, diese einseitige politische Abhängigkeit zu überwinden und seine Beziehungen zu westlichen Ländern auszubauen. Intensiviert wurden insbesondere die Beziehungen zu Europa durch den Beitritt zum Lomé-Abkommen im Jahre 1978. Im regionalen Zusammenhang ist São Tomé und Príncipe zwar Mitglied der Wirtschaftsgemeinschaft der Staaten Zentralafrikas CEEAC, nicht aber der Zentralafrikanischen Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft CEMAC, in der es allerdings Beobachterstatus besitzt. Zusammen mit Angola, Kap Verde, Guinea Bissau und Mosambik bildet es die Gruppe der afrikanischen Staaten portugiesischer Sprache (PALOP) und erweitert um Portugal, Brasilien und Timor-Leste die Gemeinschaft der Länder portugiesischer Sprache (CPLP).

Mit Portugal, der ehemaligen Kolonialmacht, sind die offiziellen Beziehungen freundschaftlich und problemlos. Portugal unterhält in São Tomé eine Botschaft, ein Kulturinstitut und eine Luftwaffeneinheit (Krisenreaktionskräfte).

Die politische Anerkennung Taiwans im Mai 1997 führte zum Bruch mit der Volksrepublik China, und verstärkte die entwicklungspolitische Zusammenarbeit mit Taipeh. Bemerkenswert ist das Engagements Japans, das seit 1982 Entwicklungshilfe im Wert von fast 15 Mio. Euro geleistet hat.

Engere Beziehungen entwickeln sich zu Nigeria, die durch die nunmehr beschlossene gemeinsam zu betreibende Erdölförderung im juristisch noch immer umstrittenen Seegebiet des Golfs von Guinea eine besondere wirtschaftspolitische Grundlage erhalten haben.

Ein wichtiger Partner ist Frankreich, das sich entwicklungspolitisch engagiert und den Präsidenten zu den Afrika-Gipfeln der Frankophonie einlädt. Die Beziehungen mit Angola hatten sich nach den Wahlen 1991 abgekühlt, seither aber wieder normalisiert. Die angolanische Regierungspartei unterstützt aber auch weiterhin finanziell die MLSTP-PSD. Die USA sind mit der Relaisstation der Voice of America auf der Insel präsent. Der Inselstaat ist von geostrategischer Bedeutung für Washington, die sich auch in einer kürzlich begonnenen militärpolitischen Zusammenarbeit (APS und Africom) manifestiert. An Handels- und Wirtschaftsbeziehungen ist auch Gabun, das langjährige und stabile Beziehungen, vor allem mit den bürgerlichen Politikern der Inselrepublik unterhält, interessiert. Gabun war häufig Asylland für são-toméische Politiker. Der jetztige Präsident Trovoada ist in Libreville geboren.


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