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Myanmar

Myanmar

Stand: Oktober 2014

Ländername: Republic of the Union of Myanmar (Republik der Union Myanmar)

Klima: tropisch (im Norden subtropisch) mit ständig hoher Luftfeuchtigkeit, Regenzeit von Mitte Mai bis Mitte Oktober;
Durchschnittswerte Rangun: Höchsttemperatur: 42,2°C, Niedrigsttemperatur: 9,2°C, Niederschlag: 2639 mm

Lage: Südostasien, zwischen 9°58' Nord und 28°31' Nord sowie 92°10' Ost und 101°11' Ost
Seegrenze Golf von Bengalen und Golf von Martaban 2800 km, Landgrenzen 5800 km (Bangladesch, Indien, China, Laos und Thailand)

Größe: 676.577 qkm, knapp zweimal so groß wie Deutschland; größte Ausdehnung Nord-Süd 2.500 km, Ost-West 900 km

Hauptstadt (Einwohnerzahl): Der Regierungssitz Nay Pyi Taw (circa 200.000 Einwohner) ist mit Inkrafttreten der Verfassung von 2008 (am 31. Januar 2011) auch formell Hauptstadt des Landes geworden. Rangun mit 6,5 Mio. Einwohnern immer noch wirtschaftliches und kulturelles Zentrum mit Sitz der ausländischen Botschaften.

Bevölkerung: ca. 51 Millionen Einwohner (nach aktueller Volkszählung)
Abstammung: mehrheitlich zur tibeto-birmanischen Volksgruppe gehörend, daneben Mon-Khmer und Thai-chinesische Abstammungsgruppen; 135 unterscheidbare Volksgruppen; Wachstumsrate: etwa 1,2 Prozent pro Jahr.

Landessprachen: Myanmar als Hauptsprache (von etwa 70% der Bevölkerung als erste Sprache gesprochen), daneben Minoritätensprachen wie Shan, Kachin, Rakhine (Arakenesisch), Chin, Mon, Karen; Englisch ist erste Fremdsprache und Sprache im diplomatischen und internationalen Geschäftsverkehr.

Religionen/Kirchen: Theravada-Buddhisten (ca. 89 Prozent), Christen (ca. 5 Prozent), Muslime (ca. 4 Prozent), Hindus und Animisten (je ca. 1 Prozent). Die buddhistische Ordensgemeinschaft hat aufgrund der weiten Verbreitung des Theravada-Buddhismus eine starke gesellschaftliche Stellung inne. Protestantische Kirchen (insbesondere Baptisten) sowie die katholische Kirche sind vor allem in Rangun und in den Siedlungsgebieten der ethnischen Minderheiten prominent vertreten (Karen, Kayah, Mon, Chin, Kachin). Sie sind sozial, nicht aber politisch-gesellschaftlich aktiv.

Nationalfeiertag: 4. Januar (Unabhängigkeitstag)

Unabhängigkeitsdatum: 4. Januar 1948

Regierungsform: Formell konzipiert die neue Verfassung Myanmar als parlamentarische Demokratie mit Militäreinfluss.

Staatsoberhaupt: Staatspräsident Thein Sein (vereidigt am 30. März 2011)
Vertreter: 1. Vizepräsident Dr. Sai Mauk Kham (vereidigt am 30. März 2011)

Regierungschef: Staatspräsident Thein Sein (vereidigt am 30. März 2011)

Außenminister:  Wunna Maung Lwin (seit 30. März 2011)

Parlament: Das Unionsparlament umfasst zwei Kammern: Oberhaus (Nationalitätenkammer) und Unterhaus (Volkskammer). Daneben gibt es noch Parlamente der 14 Staaten und Regionen.

Parteien: In Myanmar sind derzeit 53 politische Parteien registriert. Die größte ist die Regierungspartei Union Solidarity and Development Party (USDP), die 2010 von der vormaligen Militärregierung aus einer regimenahen Massenorganisation mit 24 Mio. Mitgliedern gebildet worden war. Seit Mai 2012 (in Folge der Parlamentsnachwahlen am 01. April 2012) ist auch die wichtigste Oppositionspartei, die National League for Democracy (NLD) von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi im Unionsparlament mit 44 Sitzen vertreten. Ethnische Parteien spielen mit 11 % der gewonnen Sitze bei den Parlamenswahlen 2010 eine nicht unerhebliche Rolle (vor allem Rakhine, RNDP und Shan, SNDP).

Opposition: Zur demokratischen Opposition zählen insbesondere die seit Anfang Januar 2012 wieder zugelassene NLD, sowie die parlamentarisch vertretenen Parteien NDF (ca. 2% der gewählten Sitze), Democratic Party (DP) und zahlreiche kleinere Parteien oder unabhängige Einzelpersonen in- und außerhalb der Parlamente. Daneben können auch wichtige ethnische Parteien zur Opposition im weiteren Sinne gezählt werden.

Gewerkschaften: Im Okt. 2011 nahm das Parlament ein „Labour Organizations Law“ zur legalen Gründung von Gewerkschaften an. Seitdem wurden ca. 800 Gewerkschaften mit ca. 200.000 Mitgliedern und 20 Arbeitgeberverbände offiziell eingetragen.

Organisationen der Wirtschaft: Der einflussreichste Verband ist die in Rangun angesiedelte myanmarische Handelskammer RUMFCCI („Republic of the Union of Myanmar Federation of Chambers of Commerce and Industry“).

Verwaltungsstruktur des Landes: Untergliederung in je 7 Staaten (Schwerpunkte ethnischer Minderheiten) und 7 Regionen (Schwerpunkte der Barma-Mehrheit), die jeweils von einem Chief Minister plus Kabinett regiert werden und jeweils ein eigenes Parlament haben. Die Staaten/Regionen sind weiter in insgesamt 63 Distrikte, 324 Townships, 312 Städte und ca. 65.000 Dörfer gegliedert.

Mitgliedschaft in internationalen Organisationen (Beitrittsjahr in Klammern):

UNO (1948), ILO (Internationale Arbeitsorganisation; 1948), FAO (VN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation; 1947), UNESCO (VN-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur; 1949), ICAO (Internationale Zivilluftfahrt-Organisation; 1948), WHO (Weltgesundheitsorganisation; 1948), ITU (Internationale Fernmeldeunion; 1986), WMO (Weltorganisation für Meteorologie; 1950), IMO (Internationale Seeschifffahrts-Organisation; 1958), Weltbank (1952), IDA (Internationale Entwicklungsorganisation – Weltbank; 1962), IMF (Weltwährungsfonds; 1952), IFC (International Finance-Corporation – Weltbank; 1956), UNICEF (VN-Kinderhilfswerk, 1948), UNCTAD (VN-Handels- und Entwicklungskonferenz; 1948), UNDP (Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen; 1948), UNIDO (Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung; 1990), ESCAP (Wirtschafts- und Sozialkommission für Asien und den Pazifik; Beitrittsdatum nicht bekannt), ADB (Asiatische Entwicklungsbank; 1973), IAEA (Internationale Atomenergie-Organisation; 1957), Colombo-Plan (Entwicklungshilfeplan für die süd- und südostasiatischen Commonwealth-Mitglieder), Genfer Abrüstungsausschuss (CCO), GATT/WTO (Welthandelsorganisation; 1948), Internationales Rotes Kreuz (1993).Hinzu kommen Mitgliedschaften in Regionalorganisationen wie ASEAN (Südostasiatische Staatengemeinschaft; seit 1997); seit Sept. 2011 auch in der ASEAN Inter-Parliamentary Assembly, AIPA) im ASEM (Europäisch-Asiatische Gipfeltreffen)-Prozess (seit 2004).

Wichtigste Medien: Staatliche Zeitungen "Kyemon" und "Myanma Alin" sowie englische Fassung "New Light of Myanmar"; zudem eine größere Zahl privatwirtschaftlicher Zeitschriften und Wochenblättern, insbesondere „Weekly Eleven“, „7 Days News“ und "Myanmar Times" (birmanisch und englisch).

Audiovisuelle Medien: Staatliche Programme von MRTV, Myawaddy TV und private Sender MRTV-4, Channel 7; internationale Satellitenkanäle können empfangen werden.

Seit Ende 2011 ist der Zugang zum Internet frei. Lediglich circa 350.000 Personen nutzen in Myanmar das Internet.

Bruttoinlandsprodukt (BIP): circa 59 Mrd. USD (IMF-Schätzung für 2013)

Jährliches Pro-Kopf-BIP: zwischen 900 - 1.600 USD (IMF-Schätzung für 2013, angepasst an Kaufkraftparität)

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