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Neuanfänge deutscher Außenpolitik, 1949-1957
Petersberger Abkommen
Auf dem Petersberg bei Bonn traf Bundeskanzler Adenauer weitreichende Abmachungen mit den Hohen Kommissaren der drei westlichen Siegermächte. Die Bundesrepublik akzeptierte die multilaterale Kontrolle ihrer Kohle- und Stahlwirtschaft und trat der Internationalen Ruhrbehörde bei. Im Gegenzug wurde die Demontage wichtiger Industriebetriebe gestoppt, und es durften wieder Handelsbeziehungen zum Ausland geknüpft werden.
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Deutschland-Vertrag
Der „Deutschland-Vertrag“ gab der Bundesrepublik die Selbstbestimmung über ihre inneren und äußeren Angelegenheiten. Nur die Rechte über Deutschland als Ganzes und Berlin behielten sich die Siegermächte weiter vor – bis zur Wiedervereinigung im Jahre 1990. Der Vertrag erlaubte es der Bundesrepublik, nun auch diplomatische Beziehungen mit anderen Staaten aufzunehmen. Für den Westen Deutschlands endete damit die unmittelbare Nachkriegszeit. MehrDeutschland-Vertrag
Luxemburger Abkommen
Mit dem Luxemburger Abkommen vom 10. September 1952 übernahm die Bundesrepublik Verantwortung für die Folgen des Völkermords an den europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland. Mit über 3 Milliarden DM für den Staat Israel und die Jewish Claims Conference wurde vor allem die Eingliederung jüdischer Flüchtlinge in Israel unterstützt.
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Adenauer-De Gasperi-Abkommen
Der Zweite Weltkrieg hatte auch enorme kulturelle Schäden angerichtet. Zum Beispiel waren die traditionsreichen deutschen wissenschaftlichen Institute in Italien beschlagnahmt worden. In einem Notenwechsel vereinbarten Adenauer und der italienische Ministerpräsident Alcide De Gasperi 1953 die Rückgabe der Institute.
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Schlussakte der Londoner Neun-Mächte-Konferenz
London, 3. Oktober 1954: Gemeinsame Sicherheit in der NATO
1954 scheiterte das Projekt der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft an der Ablehnung durch die französische Nationalversammlung. Um den dringend benötigten Beitrag der Bundesrepublik zur Verteidigung Westeuropas zu ermöglichen, trat deshalb am 28. September 1954 in London eine Neun-Mächte-Konferenz zusammen (USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, die Benelux-Staaten, Italien und die Bundesrepublik). MehrSchlussakte der Londoner Neun-Mächte-Konferenz London, 3. Oktober 1954: Gemeinsame Sicherheit in der NATO
Römische Verträge
Nach dem Scheitern der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft gaben die Römischen Verträge der europäischen Integration neuen Schwung. Seit 1951 arbeitete bereits die Montanunion auf den Gebieten von Kohle und Stahl. Am 25. März 1957 wurden in Rom die Verträge über die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und die Europäische Atomgemeinschaft (EURATOM) unterzeichnet. Aus den drei Gemeinschaften wurde 1967 die EG und 1993 die EU. MehrRömische Verträge
Görlitzer Abkommen
Görlitz/Zgorzelec, 6. Juli 1950: Die Oder-Neiße-Linie
Auf der Potsdamer Konferenz wurde im August 1945 die Verschiebung Polens nach Westen beschlossen. Die Oder und die (Lausitzer) Neiße bilden seitdem die polnische Westgrenze. Für die am 7. Oktober 1949 gegründete DDR war die Anerkennung dieser Grenze eine der dringendsten außenpolitischen Fragen. MehrGörlitzer Abkommen Görlitz/Zgorzelec, 6. Juli 1950: Die Oder-Neiße-Linie
Dokumente veröffentlichen - Zusammenhänge erschließen
Seit 1990 gibt das Institut für Zeitgeschichte im Auftrag des Auswärtigen Amts die Edition der „Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland“ heraus. Jeweils nach Ablauf der 30-jährigen Aktenschutzfrist wird ein Jahrgang mit etwa 400 der wichtigsten Dokumente eines Jahres – die meisten davon vormals „geheim“ oder „vertraulich“ – der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Bislang konnten die Jahrgänge 1949–1953 und 1963–1978 in insgesamt 44 Bänden vorgelegt werden.
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