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Tschechische Republik

Wirtschaft

Stand: April 2013

Aktuelle wirtschaftliche Lage

2012 hat sich die bereits Ende 2011 begonnene Rezession fortgesetzt. Nachdem 2011 noch ein BIP-Wachstum von 1,7 Prozent erreicht werden konnte, ist das BIP 2012 nach vorläufigen Zahlen um 1,2 Prozent gesunken. Für das Jahr 2013 rechnet die tschechische Nationalbank nunmehr mit einem weiteren Rückgang von -0,3 Prozent, erst 2014 soll die Wirtschaft mit knapp 2,1 Prozent wieder zulegen. Zu dem Rückgang des BIP 2012 hat unter anderem eine schwache Inlandsnachfrage beigetragen, während der Außenhandel, wenn auch weniger stark als im Vorjahr, weiter gewachsen ist. Die Inflationsrate betrug 3,3 Prozent im abgelaufenen Jahr. Trotz der Mehrwertsteuererhöhung Anfang 2013 um 1 Prozent geht die tschechische Nationalbank von einem Rückgang der Inflation 2013 auf ca. 2 Prozent aus.

Die Zahl der Arbeitslosen erreichte mit knapp 600.000 Arbeitslosen im Januar 2013 den höchsten Stand seit der Entstehung Tschechiens 1993. Aufgrund eines neuen Berechnungsverfahrens, das 2013 eingeführt wurde, sank die Arbeitslosenquote auf 8 Prozent.

Das Haushaltsdefizit 2012 entsprach ca. 4,38 Prozent des BIP. Ohne den einmaligen Sondereffekt der 2012 im Haushalt verbuchten Kirchenrestitution hätte es mit unter 3,5 Prozent im Zielrahmen des Finanzministeriums gelegen. Mit seinem Ende 2012 für 2013 verabschiedeten Haushalt mit geplanten Ausgaben von ca. 47 Mrd. Euro hofft das Land mit einem geplanten Defizit von ca. 4 Mrd. Euro schon 2013 unter die Maastricht-Schwelle von 3 Prozent des BIP zu kommen.

Die Staatsverschuldung machte 2012 nach Angaben des cze tschechischen Finanzministeriums ca. 45,5 Prozent des BIP aus.

Außenwirtschaft

Im Jahr 2012 erfolgten ausländische Direktinvestitionen in Höhe von ca. 8,25 Mrd. Euro, davon kamen 1,23 Mrd. Euro aus Deutschland. Deutsche Unternehmer haben seit 1993 ca. 19,5 Mrd. Euro in der Tschechischen Republik investiert.

Die tschechische Wirtschaft ist stark auf die Industrie und insbesondere auf die Automobilindustrie ausgerichtet.

Der tschechische Außenhandel erreichte 2012 mit einem Anstieg um 4,5 Prozent ein Rekordvolumen von ca. 231,5 Mrd. Euro. Die tschechischen Exporte entsprechen rund 7 Prozent des BiP. Der bilaterale Handel mit Deutschland hatte 2012 ein Volumen von ca. 64,7 Mrd. Euro und stieg um ca. 2 Prozent. Die Tschechische Republik wickelt knapp ein Drittel ihres Außenhandels mit Deutschland ab, das damit mit Abstand der wichtigste Handelspartner ist. Die Tschechische Republik hatte gegenüber Deutschland 2012 einen Außenhandelsüberschuss von rund 1,7 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,2 Mrd. Euro). Die Tschechische Republik liegt damit knapp hinter Polen und Russland an 12. Stelle der deutschen Handelspartner. Die Tschechische Republik strebt eine stärkere geographische Diversifizierung seiner Exporte durch Zuwächse auch auf Märkten außerhalb der EU an (China, Indien, Russland etc.). 

Umweltpolitik

Umwelt- und insbesondere Energiefragen genießen in Tschechien besondere Aufmerksamkeit. Im November 2012 ist das neue Energiekonzept Tschechiens fertiggestellt worden, das einen Ausbau der Kernkraft vorsieht. Tschechien strebt die Erweiterung seines Kernkraftwerks Temelin um zwei Reaktoren für die nächsten Jahre an und hat eine entsprechende Ausschreibung veröffentlicht. Die öffentliche Anhörung im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) fand am 22. Juni 2012 in Budweis statt. Die im Rahmen des UVP-Verfahrens gesammelten Einwendungen (Österreich: ca. 23.000, Bayern: ca. 30.000) wurden der tschechischen Seite übergeben. Das tschechische Umweltministerium hat Mitte Januar 2013 eine positive Stellungnahme zum Bau von zwei neuen Reaktoren abgegeben.

Tschechien hat den EU-CO2-Reduzierungszielen und dem 20-Prozent-Ziel für erneuerbare Energien bis 2020 zugestimmt. Der Anteil erneuerbarer Energien für Tschechien soll bis 2020 bei 13 Prozent liegen. Nach 2014/ 15 sollen neue Anlagen nicht mehr gefördert werden. Am meisten Potenial wird von tschechischer Seite im Bereich der Biomasse gesehen.

Der größte Teil der Investitionen in den Umweltschutz entfällt auf die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, die Bekämpfung der Luftverschmutzung und die Abfallwirtschaft.

Die enge und erfolgreiche deutsch-tschechische Umweltkooperation auf der Basis des Abkommens von 1996 konzentriert sich auf die grenzüberschreitende Zusammenarbeit beim Naturschutz, bei Umweltverträglichkeitsprüfungen, Industrieunfällen, Luftreinhaltung und die Wasserwirtschaft. Vom 10. bis 11. Januar 2013 hat die Sitzung der deutsch-tschechischen Umweltkommission in Berlin stattgefunden. Auch mit den benachbarten Bundesländern Bayern und Sachsen wird in Umweltfragen eng zusammen gearbeitet.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.