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Tschechische Republik

Wirtschaft

Stand: Oktober 2015

Aktuelle wirtschaftliche Lage

Nach leichten Rückgängen in den Vorjahren ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Tschechien 2014 um 2,0 % gewachsen. Für 2015 rechnet das tschechische Finanzministerium mit einem Anstieg von 3,9 %, für 2016 von 2,5%. Die Inflationsrate betrug 2014 0,4 %, im Dezember sogar leicht negativ mit -0,1% im Jahresvergleich. Für 2015 rechnet das Finanzministerium mit 0,5 %, für 2016 mit 1,5%.

Die Arbeitslosenquote lag  im Juli   2015 bei 5,2 % (Eurostat) und war damit die drittniedrigste in der EU. Das Haushaltsdefizit 2014 lag mit 2,0 % des BIP erneut unter der Maastricht-Schwelle von 3 % des BIP. Die Staatsverschuldung betrug 2014 nach Angaben des tschechischen Finanzministeriums 42,6 % des BIP.

Außenwirtschaft

Im Jahr 2012 erfolgten ausländische Direktinvestitionen in Höhe von ca. 8,25 Mrd. Euro, davon kamen 1,27 Mrd. Euro aus Deutschland. Deutsche Unternehmer haben seit 1993 knapp 20 Mrd. Euro in Tschechien investiert.

Die tschechische Wirtschaft ist stark auf die Industrie (30 % Industrieanteil an BIP) und insbesondere auf die Automobilindustrie ausgerichtet.

Der tschechische Außenhandel hat 2014 mit 245 Mrd. Euro einen neuen Rekordwert erreicht. Die tschechischen Exporte entsprechen rund 70 % des BIP. Der bilaterale Handel mit Deutschland hatte 2014 ein Volumen von rund. 72 Mrd. Euro, auch dies ein neuer Höchststand. Tschechien wickelt nahezu ein Drittel seines Außenhandels mit Deutschland ab, das damit der mit Abstand wichtigste Handelspartner ist. Während die Einfuhren aus Deutschland im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken sind, sind die Ausfuhren nach Deutschland so deutlich gewachsen, dass sich der Außenhandelsüberschuss Tschechiens auf rund 12 Mrd. Euro vergrößerte. Tschechien liegt noch vor Russland an 11. Stelle der deutschen Handelspartner. Das Land strebt eine stärkere geographische Diversifizierung seiner Exporte durch Zuwächse auch auf Märkten außerhalb der EU an (z.B. China, Indien, Russland).

Umwelt- und Energiepolitik

Energiefragen genießen in Tschechien besondere Aufmerksamkeit. Das Land setzt weiterhin auf die Kernenergie, auch wenn eine entsprechende Ausschreibung zum Ausbau des Atomkraftwerks in Temelín im April 2014 eingestellt wurde. Die Regierung hat im Juni 2015 den Nationalen Aktionsplan zur Entwicklung der Kernenergie verabschiedet. Er ergänzt das Mitte Mai 2015 verabschiedete staatliche Energiekonzept bis 2040, das mit einem Anteil der Atomkraft am Bruttostromverbrauch von bis zu 56% rechnet.

Tschechien hat den EU-CO2-Reduzierungszielen und dem 20 Prozent-Ziel für erneuerbare Energien bis 2020 zugestimmt. Der Anteil erneuerbarer Energien im tschechischen Stromnetz soll bis 2020 bei 14 % liegen. Tschechien unterstützt im Rahmen des Klima-Energie-Pakets 2030 der EU  das Ziel, die Treibhausgase um 40 % gegenüber 1990 zu senken.

Seit Jahresbeginn 2014 werden neue Erneuerbare Energie-Anlagen, mit Ausnahme von kleinen Wasserkraftwerken, nicht mehr gefördert. 2014 betrug der Anteil Erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch bereits 13,6 %. Weiteres Potenzial wird von tschechischer Seite im Bereich der Biomasse und Wasserenergie gesehen.

Die enge und erfolgreiche deutsch-tschechische Umweltkooperation auf der Grundlage des Abkommens von 1996 konzentriert sich auf die grenzüberschreitende Zusammenarbeit beim Naturschutz, bei Umweltverträglichkeitsprüfungen, Industrieunfällen, Luftreinhaltung und die Wasserwirtschaft. Auch mit den benachbarten Bundesländern Bayern und Sachsen arbeitet Tschechien in Umweltfragen eng zusammen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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