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Malta

Wirtschaft

Stand: September 2014

Wirtschaftslage, Wirtschaftsstruktur

Malta hat eine sehr offene im- und exportabhängige Marktwirtschaft. 2013 sind u.a. die Sektoren Industrie ( Energie, Wasser, Abfall), freiberufliche und sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Verwaltung und öffentliche Dienstleistungen sowie Handel, Transport, Beherbung und Gastronomiegewachsen. Der Warenimport Maltas lag im Jahr 2013 bei 5,6 Milliarden Euro (minus 9 Prozent), der Export fiel um 13 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro.

Das BIP betrug im Jahr 2013 ca. 7,26 Milliarden Euro und ist damit im Vergleich zu 2012 um real 2,9 Prozent gestiegen. Das BIP je Einwohner betrug 17.200 Euro. Im ersten Halbjahr 2014 war ein Wachstum von 3,4 Prozent zu verzeichnen. Gemäß Eurostat hatte Malta im Juli 2014 eine Arbeitslosenquote von 5,7 (2013: 6,3%) Prozent und lag damit im EU-Vergleich nur hinter Deutschland und Österreich. Allerdings hat Malta mit 64,8 Prozent im Vergleich mit den anderen EU-Mitgliedstaaten eine unter dem Durchschnitt liegende Erwerbstätigenquote. , Mit 49,8 Prozent hat Malta auch eine der niedrigsten Frauenerwerbsquoten in der EU. Im Juli 2014 betrug die jährliche Inflationsrate in Malta 0,6 Prozent. Seit 2008 ist der Euro gesetzliches Zahlungsmittel in Malta.

Fremdenverkehr

Gemäß Schätzungen sind mehr als 20 Prozent der Arbeitsplätze in Malta vom Tourismus abhängig. 2013 war erneut ein Rekordjahr und die Besucherzahlen stiegen um 9,6 Prozent auf 1,59 Millionen. Ein Anstieg der Touristenzahlen konnte auch in den ersten 7 Monaten 2014 verzeichnet werden (+8,9 Prozent). Deutsche Touristen stellten 2013, nach den Urlaubern aus Großbritannien und Italien, mit 147.110 Maltaurlaubern (plus 7 Prozent) die drittgrößte Besuchergruppe dar. Die Zahl der Kreuzfahrttouristen hat sich im gleichen Zeitraum um 23,3 Prozent auf 431.397 Besucher verringert. Die Zahl der deutschen Kreuzfahrturlauber ist um 33 Prozent auf 83.366 Besucher gesunken, ist aber immer noch die größte Gruppe. Im ersten Halbjahr 2014 ist die Zahl der Kreuzfahrtouristen insgesamt um 15,8 Prozent gestiegen.

Die zentrale Fremdenverkehrsbehörde „Malta Tourism Authority“ unterhält auch ein Büro in Frankfurt/M. Informationen zum Urlaubsland Malta finden sich in verschiedenen Sprachen auf der Internetseite der Maltesischen Tourismuszentrale (s. Linkliste rechts).

Finanzdienstleistungen

Die „Malta Financial Services Authority“ ist die Aufsichtsbehörde für den Finanzdienstleistungssektor und unterhält außerdem das Handelsregister. Die bedeutendsten Universalbanken vor Ort sind die HSBC (Zentrale in Großbritannien) und die Bank of Valletta. Zahlreiche internationale Großunternehmen haben in Malta Tochtergesellschaften im Finanzdienstleistungsbereich gegründet.

Schifffahrtssektor

Gemäß Angaben der maltesischen Regierung hatte Malta Ende 2013 das größte Schiffsregister für Handelsschiffe in Europa. Der Container-Freihafen in Malta spielt eine wichtige Rolle als Umschlagplatz im Zentrum des Mittelmeers. Auf 175.000 Quadratmetern will die maltesische Regierung zusammen mit der Privatwirtschaft ein maritimes Zentrum errichten, in dem u.a. auch Forschung und Entwicklung betrieben werden soll.

Öffentlicher Dienst

Der öffentliche Dienst hatte immer einen großen Anteil an der Gesamtbeschäftigung. Während der Anteil in den Jahren 2008-2012 gesenkt wurde, gab es im Zeitraum Februar 2013 – 2014 einen Anstieg auf rund 30%  (Vollzeitbeschäftigung). In der Vergangenheit war ein Überhang in den Lohngruppen mit geringer Qualifizierung zu verzeichnen. Insbesondere seit dem Beitritt Maltas zur EU stieg die Nachfrage nach höher qualifizierten Kräften. Damit wuchs auch die Konkurrenz zur Privatwirtschaft als Arbeitgeber.


Öffentlicher Haushalt

Die maltesische Regierunghat das Haushaltsdefizit 2013 auf 2,8 Prozent gesenkt (2012: 3,3 Prozent). Ziel für 2014 ist ein Haushaltsdefizit von 2,1%. Die Staatsverschuldung hat sich von 70,8 Prozent (2012) auf 73 Prozent im Jahr 2013 erhöht. Herausforderungen verursachen weiterhin die steigenden Kosten im Gesundheits-, Sozial- und Bildungssektor und insbesondere die steigenden Rentenausgaben mit wachsender Zahl der Rentenempfänger.


Investorenwerbung

Die staatliche Wirtschaftsförderungsgesellschaft „MaltaEnterprise“ ist generell für Unternehmensansiedlungen zuständig. Die von der Regierung und Privatwirtschaft gegründete Stiftung „Finance Malta“ hat den Auftrag, Malta als Finanzzentrum weiter auszubauen. Die „Lotteries & Gaming Authority“ ist für die Standortwerbung für Unternehmen aus dem Bereich Online-Glücksspiele verantwortlich.

Als Standortvorteile werden angeführt: EU-Mitgliedschaft und Euro als gesetzliches Zahlungsmittel, Potential an guten und qualifizierten Arbeitskräften, Lohnniveau (durchschnittliches Bruttogrundgehalt 2013 circa 16.000 Euro; 2012 circa 15.900 Euro), Englisch als zweite Amtssprache, Doppelbesteuerungsabkommen mit zahlreichen Ländern, Unternehmensbesteuerung, schneller Zugang zu Entscheidungsträgern.


Wirtschaftsentwicklung

Weltwirtschaftliche Entwicklungen sind in Malta aufgrund der Offenheit und der Kleinheit der Volkswirtschaft besonders spürbar. Seit den Anfängen ausländischer Direktinvestitionen in den 60er Jahren in Malta erlebt die maltesische Wirtschaft einen kontinuierlichen Strukturwandel. Maltas Wirtschaft entwickelte sich insbesondere in den Bereichen hochwertige Produktion und Dienstleistung. Zu nennen wären derzeit insbesondere Finanzdienstleistungen, Onlineglücksspiele, pharmazeutische Industrie und Flugzeugwartung. Darüber hinaus will Malta sich künftig als Standort für Biotechnologie und Kreativwirtschaft etablieren. Außerdem soll die maritime Wirtschaft noch stärker ausgebaut werden. Die Europäische Kommission prognostiziert für 2014 ein Wachstum von 2,3 Prozent in Malta.

EU-Fördermittel spielen bei der Modernisierung des Landes eine wichtige Rolle. Für den Zeitraum 2014 bis 2020 rechnet Malta mit insgesamt 1,128 Milliarden Euro.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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