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Usbekistan

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: November 2014

Im Zusammenhang mit dem politischen und wirtschaftlichen Transformationsprozess misst die usbekische Regierung dem Kulturbereich und dabei insbesondere der Bildung und Wissenschaft eine wichtige Rolle bei. In der Sprachpolitik und im Bereich der Künste ist die Stärkung der nationalen Identität wichtiges Ziel. Es mangelt allerdings an finanziellen Mitteln, um ehrgeizige Reformvorhaben umzusetzen.

Kulturpolitik

Die Kulturpolitik steht weiterhin im Zeichen der Usbekisierung und damit traditioneller usbekischer Kunst­formen. Die russische Sprache ist weiterhin als wichtige Verkehrssprache anzusehen, hat aber offiziell den Status einer Fremdsprache. Ihre Bedeutung geht v.a. außerhalb Taschkents zugunsten des Usbekischen zurück. Wichtigste Fremdsprachen sind Englisch und (mit Abstand) Deutsch und Französisch. Dennoch zählt Usbekistan zu den Ländern, in denen das Erlernen der deutschen Sprache noch hohes Ansehen genießt.

Kulturelle Aktivitäten ausländischer Organisationen werden von den usbekischen Behörden beobachtet.

Bildungspolitik

1997 wurde ein nationales Programm zur Bildungsreform verabschiedet, mit dem das noch aus Sowjetzeiten stammende Bildungssystem modernisiert werden soll. Die Schulen wurden umstrukturiert: Nach dem Besuch der Klasse 9 der Mittelschule stehen weiterführende Bildungs­möglichkeiten am akademischen Lyzeum (für etwa 10% der Schüler) oder am Berufscollege (für etwa 90% der Schüler) zur Verfügung. Diese obligatorische Ausbildung führt bis zur 12. Klasse. Ein anschließendes Universitätsstudium wird vor allem von Absolventen der Lyzeen genutzt. Studien­plätze stehen für etwa 8 - 10% eines Jahrgangs zur Verfügung. Bachelor-Abschlüsse werden in der Regel nach vier Jahren, Magister-Abschlüsse nach zwei weiteren Studienjahren erworben.

Mit dem Präsidentenerlass von Dezember 2012 ist eine weitere Reform eingeleitet worden. Schüler sollen bereits ab der ersten Klasse eine Fremdsprache (zusätzlich zu Russisch) lernen, wobei vor allem dem Erlernen des Englischen als erster Fremdsprache besondere Bedeutung beigemessen wird. An den Universitäten soll Unterricht vermehrt in Fremdsprachen erfolgen.

Seit Jahren mangelt es an qualifizierten Lehrkräften sowie an Lehrmaterialien und IT-Ausstattung. Auch ist der Bildungs­sektor nicht frei von Korruption. Die Sprachumstellung vom Russischen auf das Usbekische und das Fehlen von Fach­literatur in usbekischer Sprache erschweren den Reform-Prozess. Entscheidungen zur Erhöhung der Lehrergehälter, zum Neubau von Schulgebäuden und zur Verbesserung der materiellen Ausstattung der Bildungseinrichtungen müssen erst noch Wirkung zeigen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Die EU und Zentralasien

Zentralasien gewinnt zunehmend strategische Bedeutung wegen seiner Energieressourcen, der Nähe zu Afghanistan und im Zusammenhang mit interkontinentalen Transportverbindungen.

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