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Usbekistan

 Kultur- und Bildungspolitik

Stand: Mai 2013

Im Zusammenhang mit dem politischen und wirtschaftlichen Transformationsprozess misst die usbekische Regierung dem Kulturbereich und dabei insbesondere der Bildung und Wissenschaft eine wichtige Rolle bei. In der Sprachpolitik und im Bereich der Künste ist die Stärkung der nationalen Identität wichtiges Ziel. Es mangelt allerdings an finanziellen Mitteln, um ehrgeizige Reformvorhaben umzusetzen.

Kulturpolitik

Die Kulturpolitik steht weiterhin im Zeichen der Usbekisierung und damit traditioneller usbekischer Kunstformen. Die russische Sprache ist weiterhin als wichtige Verkehrssprache anzusehen, hat aber offiziell den Status einer Fremdsprache. Ihre Bedeutung geht v.a. außerhalb Taschkents zugunsten des Usbekischen zurück. Wichtigste Fremdsprachen sind Englisch und (mit Abstand) Deutsch und Französisch. Dennoch zählt Usbekistan zu den Ländern, in denen das Erlernen der deutschen Sprache besonders hohes Ansehen genießt.

Kulturelle Aktivitäten ausländischer Organisationen werden von den usbekischen Behörden beobachtet.

Bildungspolitik

1997 wurde ein nationales Programm zur Bildungsreform verabschiedet, mit dem das noch aus Sowjetzeiten stammende Bildungssystem modernisiert werden soll. Die Schulen wurden umstrukturiert: Nach dem Besuch der Klasse 9 der Mittelschule stehen weiterführende Bildungsmöglichkeiten am akademischen Lyzeum (für etwa 10% der Schüler) oder am Berufscollege (für etwa 90% der Schüler) zur Verfügung. Diese obligatorische Ausbildung führt bis zur 12. Klasse. Ein anschließendes Universitätsstudium wird vor allem Absolventen der Lyzeen angeboten. Studienplätze stehen für etwa 8% eines Jahrgangs zur Verfügung. Bachelor-Abschlüsse werden in der Regel nach vier Jahren, Magister-Abschlüsse nach zwei weiteren Studienjahren erworben.

Die Reformziele wurden bisher nicht umfassend erreicht. Es mangelt an qualifizierten Lehrkräften, auch aufgrund niedriger Gehälter, sowie an Lehrmaterialien und IT-Ausstattung. Auch ist der Bildungssektor nicht frei von Korruption. Die Sprachumstellung vom Russischen auf das Usbekische und das Fehlen von Fachliteratur in usbekischer Sprache erschweren den Reform-Prozess. Entscheidungen zur Erhöhung der Lehrergehälter, zum Neubau von Schulgebäuden und zur Verbesserung der materiellen Ausstattung der Bildungseinrichtungen müssen erst noch Wirkung zeigen.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Die EU und Zentralasien

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