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Einsatzmöglichkeiten in Friedensmissionen

Einsatzbereiche und Ansprechpartner

Friedensmissionen sind ein Hauptinstrument der internationalen Gemeinschaft zur Konfliktprävention und zum Konfliktmanagement. Aufbauend auf den ersten Friedenseinsätzen der Vereinten Nationen (VN) Ende der 40er Jahre, den so genannten Blauhelm-Einsätzen, haben sie sich inzwischen zu komplexen multidimensionalen Unternehmungen entwickelt. Neben den VN werden internationale Friedenseinsätze heute auch von regionalen Einrichtungen wie NATO, EU, ECOWAS (Westafrika) und OSZE durchgeführt.

Insgesamt arbeiten derzeit weltweit mehr als 11.000 zivile Fach- und Führungskräfte in über 50 Friedenseinsätzen. Erfahrenes, gut vorbereitetes, fachlich und sozial kompetentes Personal ist dabei ein Schlüsselfaktor für den Erfolg einer Mission. Die komplexen Einsatzmandate erbringen anspruchsvolle Tätigkeitsprofile einschließlich Beratungs- und Managementkompetenz. Hinzu kommt ein hohes Maß an Flexibilität, Mobilität, physischer Belastbarkeit und Stresstoleranz. Die Einsatzdauer liegt zwischen sechs Monaten und mehreren Jahren. Die Arbeitsverträge sind an die Dauer der Missionsmandate gebunden.

In Deutschland ist das Berliner Zentrum für Internationale Friedenseinsätze (ZIF) (www.zif-berlin.org) im Auftrag des Auswärtigen Amtes für Suche, Vermittlung, Vorbereitung, Betreuung und Qualifizierung von deutschen Fach- und Führungskräften für Friedenseinsätze zuständig.

Berufserfahrene Kräfte werden in folgenden Bereichen gebraucht:

1. Programmatische Aufgaben:

  • Humanitäre Hilfe und Flüchtlingshilfe
  • Monitoring und Schutz der Menschenrechte
  • Demobilisierung und Reintegration
  • Politische Analyse und Beratung
  • Vorbereitung und Durchführung von Wahlen
  • Aufbau von Justiz und Verwaltung

2. Missionsmanagement:

  • Haushalt und Finanzen
  • Beschaffung und Vertragsmanagement
  • Logistik, Versorgung und Infrastruktur
  • IT Management
  • Medien, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Personalwesen, Training
  • Medizinischer Dienst

Neben Fach- und Führungskräften für internationale Friedenseinsätze werden auch immer wieder Teilnehmer für Wahlbeobachtungsmissionen gesucht. Der Großteil dieser Missionen wird von der OSZE und der EU organisiert und durchgeführt. Im Rahmen der Demokratisierungshilfe beteiligt sich die Bundesrepublik Deutschland durch die Entsendung entsprechenden Personals an diesen Einsätzen. Für die Nominierung und Entsendung der Wahlbeobachter/innen ist dabei ebenfalls das ZIF (www.zif-berlin.org) zuständig.


Bewerbungsvoraussetzungen

Zu den Kriterien und Bewerbungsvoraussetzungen für internationales Personal gehören grundsätzlich:

  • abgeschlossene Berufsausbildung und/oder Studium; 
  • mehrjährige relevante und von internationalen Organisationen anerkannte Berufserfahrung im In- und/oder Ausland; 
  • sehr gute mündliche und schriftliche Kenntnisse der deutschen und englischen Sprache; 
  • nachweisliche Fähigkeit, Motivation und Bereitschaft, in einem international gemischten Team zu arbeiten, auch unter schwierigen äußeren Bedingungen; 
  • soziale, kommunikative und interkulturelle Kompetenz; 
  • körperliche sowie überdurchschnittliche psychische und mentale Belastbarkeit; 
  • nachweislich ausgeprägte Selbständigkeit und Selbstorganisation; 
  • Führerschein der Klasse 3 bzw. ab dem Jahr 1999 der Klasse B; 
  • gute Computerkenntnisse (MS Office).

Folgende Qualifikationen erhöhen Ihre Chancen: 

  • Arbeitserfahrung in Konfliktregionen; 
  • gute Kenntnisse weiterer einsatzrelevanter Sprachen (v.a. Russisch, Arabisch, Spanisch, Französisch); 
  • relevante Methodenkompetenz in Bereichen wie beispielsweise Projektmanagement, Beratung und Coaching.

Bewerbungs- und Auswahlverfahren

Für die VN, die OSZE und die EU gelten im Bereich Friedenseinsätze unterschiedliche Bewerbungsverfahren.

1. Vereinte Nationen

Eine Bewerbung für eine Stelle in einer Friedensmission ist nur direkt bei den VN möglich. Zuständig ist das Department of Field Support (DFS) (www.un.org). Falls Interesse an einer Tätigkeit in einer Mission besteht und die o.g. Voraussetzungen erfüllt werden, gilt folgendes Bewerbungsverfahren: Für Stellenangebote beim DFS müssen Interessierte sich online über das so genannte "Galaxy" e-Staffing System bewerben (jobs.un.org). Dieses elektronische Bewerbungssystem ermöglicht das Suchen nach geeigneten Stellen und Funktionen sowie direkte Einpflegen eines individuellen "Personal History Profile" (PHP). Zu einer Bewerbung gehört neben dem PHP ein kurzes, aussagefähiges Anschreiben (Cover Letter) in englischer Sprache, in dem knapp und prägnant dargelegt werden muss, dass alle Anforderungen der Stellenausschreibung erfüllt werden und warum der/die Bewerber/in die geeignete Person für die ausgeschriebene Position ist.

Die VN planen, 2012 das „Galaxy“-System durch das neue „Inspira“ e-Staffing System zu ersetzen (careers.un.org), das auch für UN Peacekeeping and Field Missions gültig ist. Wiederum kann hier ein eigenes Profil eingestellt und sich für ausgeschriebene Funktionen oder missionsspezifische Stellen beworben werden.

Die VN treffen ihre Auswahlentscheidung nicht nur unter Berücksichtigung der persönlichen Qualifikationen, sondern auch nach Gesichtspunkten der regionalen Verteilung. Bewerber/innen müssen damit rechnen, dass die VN für ihre Entscheidung über die Aufnahme in die neuen VN Expertenpools für Field Missions (nach Funktionsgruppen bzw. Arbeitsbereichen) mehrere Monate benötigt. Zweck dieser neuen Pools ist die Vorhaltung von bereits geprüften Kandidatinnen und Kandidaten für eine besonders schnelle Rekrutierung und Entsendung. Die Prüfung besteht aus Profilanalyse, Telefoninterview sowie schriftlichem Fachtest. Die insgesamt 24 funktionsspezifischen Pools werden allerdings, nach dem Aufbau 2010/2011, künftig nur unregelmäßig mit so genannten "generic vacancy announcements" (GVA) geöffnet. Die "mission specific vacancy announcements" (MSVA) hingegen werden durch die Missionen bzw. das Department of Field Support in New York nach Bedarf ausgeschrieben. Die Rekrutierung läuft dezentral über die jeweilige Mission.

Unterstützung durch das ZIF
Wer eine Unterstützung durch das ZIF wünscht, sollte sich an ZIF Human Resources wenden (Frau Dr. Maren Rößler, E-Mail: m.roessler@zif-berlin.org); von Januar bis August 2012 Frau Hannelore Valier, E-Mail: h.valier@zif-berlin.org)

Das ZIF unterstützt in erster Linie Mitglieder des ZIF Expertenpool, die in der Regel einen der Vorbereitungskurse erfolgreich absolviert haben und die aufgrund ihrer Qualifikation für die jeweilige Stelle als besonders geeignet erscheinen. Die Unterstützung besteht in:

  • Informationen und individueller Beratung zum Bewerbungsverfahren
  • Ggf. einer Empfehlung bei der rekrutierenden Stelle bei den VN
  • Tipps für mögliche Bewerbungsgespräche
  • Hintergrundinformationen zu VN Friedenseinsätzen
  • Hilfestellung bei der Beantragung einer Freistellung durch den Arbeitgeber
  • Kontaktvermittlung zu aktiven Missionsteilnehmern vor Ort sowie Rückkehrern in Deutschland

Personen, die von den VN ein Vertragsangebot erhalten, werden gebeten, dies dem ZIF schriftlich oder telefonisch mitzuteilen. Nur so sind auch eine Betreuung während des Einsatzes sowie der Vorteil weiterer Dienstleistungen und Angebote des ZIF gewährleistet.

United Nations Volunteers (UNV)
Gegenwärtig sind über 2.500 von insgesamt 8.500 internationalen VN Zivilexperten in Friedenseinsätzen UN Volunteers. Dabei gelten auch für die Besetzung von UNV Stellen im Prinzip die fachlichen und persönlichen Voraussetzungen wie bei einer Direktrekrutierung durch das DFS (www.unv.org).

Die Personalnachfrage von UNV schafft eine zusätzliche interessante Alternative für die Mitarbeit in einem Friedenseinsatz. UNV schreibt in aller Regel keine konkreten Stellen aus, sondern sucht nach Berufs- oder Funktionsgruppen oder länderspezifisch – und sichtet dementsprechend Ihre Bewerbung und kommt bei Interesse auf Bewerber/innen zu.

Im Bewerbungsschreiben ist es deshalb wichtig, folgende Angaben zu machen:

  • Die besonderen beruflichen Erfahrungen und Fähigkeiten
  • Die zeitliche Verfügbarkeit; entscheidend für eine Auswahl ist sehr oft eine schnelle Verfügbarkeit für mindestens 6 Monate Einsatzzeit
  • Die Länderpräferenzen – falls vorhanden

Die Bewerbung erfolgt online. Bitte bei Bewerbung auch das ZIF (Frau Dr. Maren Rößler, m.roessler@zif-berlin.org; von Januar bis August 2012 Frau Hannelore Valier, E-Mail: h.valier@zif-berlin.org) informieren.

2. Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE)

Die OSZE besetzt Stellen in ihren Feldmissionen ganz überwiegend auf der Basis von „Sekundierungen“ durch die Teilnehmerstaaten. Jeder Teilnehmerstaat hat die Möglichkeit, Kandidatinnen und Kandidaten für ausgeschriebene Stellen (www.osce.org -> Employment) zu nominieren.

Eine Sekundierung durch das Auswärtige Amt zur OSZE bedeutet, dass erfolgreiche Bewerber/innen vom Auswärtigen Amt eine finanzielle Aufwandsentschädigung erhalten, jedoch für die OSZE arbeiten. Die OSZE zahlt zusätzlich ein Tagegeld. Die übliche Laufzeit eines Vertrages mit der OSZE beträgt zunächst zwölf Monate. Je nach Bedarf der Mission, der individuellen Leistung, der Verfügbarkeit ausreichender Haushaltsmittel und der Zustimmung des Auswärtigen Amtes kann der Vertrag aber verlängert werden.

In Deutschland ist das ZIF für die Nominierung und Entsendung der zivilen Fachkräfte zuständig; sie erfolgt in enger Absprache mit dem Auswärtigen Amt. Eine direkte Bewerbung bei der OSZE für sekundierte Stellen ist nicht möglich. Unterstützt das Auswärtige Amt politisch und finanziell eine Sekundierung, werden aussichtsreiche Bewerbungen deutscher Kandidatinnen und Kandidaten vom ZIF an die OSZE weitergeleitet. Sie allein entscheidet dann über eine Zu- oder Absage. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Frau Kristin Möckel (k.moeckel@zif-berlin.org).

In der Regel unterstützt das Auswärtige Amt nur Bewerbungen von Personen, die Mitglied des ZIF Expertenpool sind und damit erfolgreich an einem Vorbereitungskurs und dem Aufnahmeverfahren teilgenommen haben. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass das ZIF auf Bitte des Auswärtigen Amts an Mitglieder des Pools herantritt und ihr Interesse an einer sekundierten Stelle abfragt.

In beschränktem Umfang werden in den Missionen auch so genannte kontraktierte Stellen (contracted posts) besetzt. Für diese muss man sich bei der OSZE direkt bewerben. Bitte auch bei diesen Bewerbungen das ZIF informieren (Frau Kristin Möckel, k.moeckel@zif-berlin.org).

3. Europäische Union

Durch den Aufbau militärischer und ziviler Fähigkeiten im Rahmen der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) trägt die EU vermehrt zur internationalen Konfliktverhütung und Krisenbewältigung bei. Die GSVP hat mehrere Schwerpunktbereiche im zivilen Krisenmanagement: Polizei, Rechtsstaatlichkeit, Zivilverwaltung, Katastrophenschutz, Unterstützung der EU-Sonderbeauftragten und Monitoring.

Mehr Informationen über GSVP Missionen unter www.consilium.europa.eu.

Für neue EU Missionen wird entweder direkt durch das Generalsekretariat des Europäischen Rates oder mittels Sekundierung durch die Mitgliedsstaaten rekrutiert. Das ZIF ist seitens des Auswärtigen Amtes beauftragt, sich um Bewerbungen von deutschem Personal für GSVP Missionen zu bemühen. Auch hier ist eine Bewerbung auf sekundierte Stellen nur über das ZIF möglich. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Herrn Joachim Krahnert (j.krahnert@zif-berlin.org).

4. Internationale Wahlbeobachtung

Im Rahmen der Demokratisierungshilfe beteiligt sich die Bundesrepublik Deutschland durch die Entsendung entsprechenden Personals an Missionen zur Beobachtung von Wahlen in ausgewählten Ländern. Der Großteil dieser Missionen wird von der OSZE (bzw. ihrem Office for Democratic Institutions and Human Rights ODIHR) und der Europäischen Union organisiert und durchgeführt. Diese Einrichtungen bitten ihre Mitgliedstaaten um die Nominierung von Kandidatinnen und Kandidaten.

In Deutschland ist ebenfalls das ZIF für die Nominierung und Entsendung aller Wahlbeobachter/innen zuständig. Sie erfolgt in Absprache mit dem Auswärtigen Amt. Das ZIF hat keinen Einfluss darauf, welche Länder von den betreffenden Einrichtungen zur Wahlbeobachtung ausgewählt werden. In der Regel werden nur Personen nominiert, die Mitglied des ZIF-Expertenpools sind und damit erfolgreich an einem Vorbereitungskurs teilgenommen haben. Bewerberinnen und Bewerber für einen Einsatz in der Wahlbeobachtung - und einen dafür qualifizierenden ZIF Trainingskurs - müssen generell die gleichen Voraussetzungen wie für längerfristige Missionstätigkeiten erfüllen. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Frau Kerstin Bröring (k.broering@zif-berlin.org).


Stand 17.02.2012

Kontakt

Auswärtiges Amt
Postanschrift: 11013 Berlin
Koordinator für Internationale Personalpolitik
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Tel.: 03018-171909
Fax: 03018 175-1909