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Island

Wirtschaft

Stand: April 2017

Wirtschafts- und Finanzpolitik

Island ist die kleinste Volkswirtschaft in der OECD mit einem BIP (Bruttoinlandsprodukt) von ca. 14,5 Milliarden Euro in 2015, liegt aber im BIP Pro-Kopf mit 45.819 Euro (1 Euro = 141,84 ISK – Wechselkurs Durchschnitt 2015) in einer oberen Kategorie. Sektoral tragen Dienstleistungen zwei Drittel, Industrie ein Fünftel und Fischerei ein Zehntel zum BIP bei. Das Land ist besonders reich an Meeres- und Energieressourcen.

Der Fischereisektor, historisch das Rückgrat der isländischen Wirtschaft, verliert gegenüber den Industrie- und Dienstleistungssektoren allmählich an Bedeutung. Energiewirtschaft und energieintensive Industrien, vor allem Aluminium- und Siliziumherstellung mit preisgünstigem Strom aus Hydro- oder Geothermiekraftwerken, wurden ausgebaut, sollen aber nach Auffassung der neuen Regierung, u.a. aus Umweltgründen, nicht weiter wachsen. Die Gebäudeheizung wird heute zu 90 % geothermisch betrieben. Der Strom wird zu 100 % aus erneuerbaren Energien erzeugt (75 % Wasserkraft, 25 % Geothermie). Um das Potential von Wasser- und Geothermiekraftwerken maximal ausschöpfen zu können, erforscht und evaluiert Island seit 1999 im Rahmen eines „Energy Master Plans“ geeignete Standorte und Ausbaumöglichkeiten im Energiesektor.

Weitere Industriezweige sind Maschinen- und Ausrüstungen für die Lebensmittelindustrie, IT/Software, medizinische und pharmazeutische Produkte.  Der am schnellsten gewachsene Wirtschaftszweig und inzwischen größter Devisenbringer Islands ist der Tourismus. Die Zahl der ausländischen Besucher war 2014 auf 969.000 gestiegen und hat sich 2015 um weitere 30% auf 1,26 Mio. erhöht. Auch 2016 setzte sich der Trend unvermindert fort, Schätzungen gehen von über 1,6 Mio. Besuchern aus. Island versucht auf diesen Anstieg mit dem Bau neuer Hotels vor allem in Reykjavík zu reagieren.

Nach einem beispiellosen, von der Finanzwirtschaft getriebenen Boom stellte die Finanzkrise 2008 Island vor die größte Herausforderung in seiner jüngeren Geschichte: Wiederaufbau des Bankensystems, Begrenzung der Auslandsverschuldung und Stabilisierung der Währung, Konsolidierung der öffentlichen Haushalte, Kontrolle von Inflation und Arbeitslosigkeit, Überwindung der scharfen Rezession, Lösung der Verschuldungsprobleme von Privathaushalten und Unternehmen. Dank einer eng mit dem Internationalen Währungsfonds abgestimmten Vorgehensweise sowie sehr günstigen externen Faktoren, die ISL ein hohes Wirtschaftswachstum verschafften, kann die Finanzkrise als zwischenzeitlich überwunden gelten. Folgerichtig hob die Regierung im März 2017 die seit 2008 bestehenden Kapitalverkehrskontrollen praktisch vollständig auf.

2015 wuchs die isländische Wirtschaft (BIP) bereits zum fünften Mal nach der Wirtschafts- und Finanzkrise real, diesmal um 4,0 % (2014: 1,9 %, 2013: 3,3 %, 2012: 1,6 %, 2011: 2,6 %). Schätzungen für 2016 gehen sogar von über 7 % aus ! Die Arbeitslosigkeit betrug 2015 durchschnittlich etwa 4 %; Tendenz weiter abnehmend.

Außenwirtschaft

Die außenwirtschaftliche Verflechtung Islands ist hoch: Exporte von Gütern und Dienstleistungen machten 2015 rund 53 % des Bruttoinlandsprodukts aus, Importe 47 %. Bei den Exporten dominieren Industrieprodukte (hauptsächlich Aluminium/Silizium, Medizin- und Pharmaprodukte), Fischereiprodukte und Dienstleistungen, bei den Importen Konsumgüter, Kapitalgüter und Dienstleistungen.

Die EU steht für Islands Außenhandel an oberster Stelle: rund vier Fünftel seiner Exporte gehen in EU-Staaten, und von dort kommen mehr als die Hälfte seiner Importe. Die Niederlande waren 2015 größter Abnehmer isländischer Exporte (26%), gefolgt von Großbritannien (12 %), Spanien (11 %) und schließlich Deutschland (7 %). Größte Lieferanten isländischer Importe waren Norwegen (10 %), gefolgt von Deutschland (9 %), den USA (8 %) und Dänemark (7 %).

Umwelt

Island wurde 2016 beim World Economic Forum Platz 2 im Environmental Performance Index (Universitäten Yale/Columbia) unter 180 Ländern zuerkannt. Island nimmt im Rahmen des EWR an der EU-Umweltpolitik und am EU-Emissionshandelssystem teil. In der Nutzung regenerativer Energiequellen steht es weltweit an der Spitze: War die Energiewirtschaft in den 1960er Jahren noch zu zwei Dritteln von fossilen Energiequellen abhängig, so wird heute Strom vollständig, Primärenergie zu über vier Fünfteln aus Wasserkraft und Geothermie gewonnen.

Mehr zu Wirtschaft und Finanzen (englisch)

Programm für wirtschaftliche Erholung Islands

Isländisches Wirtschaftsministerium

Iceland Chamber of Commerce

OECD economic survey iceland 2015

IMF: Iceland

Es gibt neuen OECD Economic Survey Iceland 2015 (http://dx.doi.org/10.1787/eco_surveys-isl-2015-en).

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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