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Peru

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: Oktober 2013

Kultur und Medien

Peru verfügt über eine vielfältige Kulturszene. Schwerpunkte der staatlichen Förderung lagen bislang im Erhalt des außergewöhnlich umfangreichen nationalen Kulturerbes und im Schutz der kulturellen Identität der vielen ethnischen Gruppen. Im September 2010 wurde ein Kulturministerium eingerichtet, das sich schwerpunktmäßig um diese Themen kümmert. Es sollen aber auch innovative Strömungen der Kulturszene mehr Unterstützung erhalten.

2009 nahm Peru zum ersten Mal an der Berlinale teil und gewann mit dem Film „La teta asustada“ (deutscher Titel: Die Milch des Leids) der Regisseurin Claudia Llosa auf Anhieb den Goldenen Bären. Wissenschaft, Kunst und Literatur werden staatlicherseits finanziell wenig unterstützt.

Die Medienlandschaft wird zunehmend durch die Dominanz der Gruppe El Comercio geprägt. Nach jüngsten Übernahmen im September 2013 besitzt sie einen Marktanteil von 78%. Es gibt neun landesweite Fernsehstationen und eine Vielzahl von Zeitungen (mit Auflagen von bis zu 150 000 täglich), Zeitschriften sowie drei landesweite und zahlreiche lokale Radiostationen. Die Medien sind frei und haben eine starke Stellung. Vereinzelt wird jedoch in den Regionen von Einschüchterungen kritischer Journalisten berichtet.


Bildungssystem

Das Bildungssystem gliedert sich in Grund- und Sekundarschulwesen sowie den Universitätsbereich. Daneben existieren zahlreiche sog. Akademien - Berufsbildungsinstitute unterschiedlicher Organisationsformen. Vor der eigentlichen Universitätsausbildung müssen die Studenten ein ein- bis zweijähriges Vorbereitungsjahr an den Hochschulen durchlaufen. In Peru gibt es 137 Hochschulen, davon sind mehr als die Hälfte staatlich. Zu den größten Universitäten zählen die staatlichen Universitäten San Marcos in Lima (gegründet 1551, älteste Universität in Amerika), San Agustín in Arequipa (1828), San Antonio Abad in Cusco (1962) und La Libertad in Trujillo (1824). Die peruanische Hochschullandschaft ist auf Grund der Vielzahl der privaten Bildungsinstitutionen unübersichtlich und weist deutliche Qualitätsunterschiede auf, wobei die Bruchlinie nicht zwischen staatlichen und privaten Hochschulen verläuft. Es gibt keine verpflichtenden Evaluierungsmechanismen zur Gewährleistung eines einheitlichen Mindeststandards. Die peruanische Regierung legte aber im September 2013 einen 40 Mio. Euro starken Fonds auf, um die Qualität der staatlichen Universitäten zu verbessern. Die Teilnahme an diesem Akkreditierungsprogramm ist freiwillig.

Die guten privaten Bildungseinrichtungen bieten der reichen, städtischen Schicht sehr gute Ausbildungsmöglichkeiten, während die weniger Wohlhabenden kaum Möglichkeiten haben, eine gleichwertige Bildung zu erlangen. Deshalb hat die Regierung 2012 ein umfangreiches Stipendenprogramm eingeführt, das künftig auch Studienaufenthalte in Deutschland ermöglichen soll.

Die Regierung ist bemüht, den Wissenschaftssektor zu stärken. Der nationale Forschungsrat CONCYTEC wurde zu diesem Zweck reformiert und mit wesentlich mehr Mitteln ausgestattet.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.