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Projekte

Menschenrechte auch im Ausland stärken und unterstützen – für dieses Ziel setzt sich das Auswärtige Amt gemeinsam mit den deutschen Auslandsvertretungen durch gezielte Projektförderung ein.

Unsere Partner sind meist Nichtregierungsorganisationen, die sich im Ausland für die Respektierung und Umsetzung von Menschenrechten engagieren und auf menschenrechtlich relevante Problemfelder aufmerksam machen, um Menschenrechte im Bewusstsein der Öffentlichkeit und in staatlichen Strukturen zu verankern. Dabei sind Menschenrechtsorganisationen oft von finanzieller Unterstützung abhängig. Das Auswärtige Amt fördert deshalb jährlich rund 120 bis 140 Projekte in erster Linie in Schwellen- und Entwicklungsländern in Afrika, Asien, Mittel- und Südamerika sowie in Osteuropa. Oftmals können schon Beträge von ca. 10.000 EUR zu einer merklichen und nachhaltigen Verbesserung der menschenrechtlichen Lage vor Ort beitragen.

Die Projekte umfassen dabei das gesamte Spektrum des Menschenrechtsschutzes und spiegeln die aktuellen Handlungsfelder deutscher Menschenrechtspolitik wider. Sie müssen zielgerichtet und in ihrer beabsichtigten Wirkung nachprüfbar sein. Alle Projekte werden sorgfältig ausgewählt und gemeinsam mit den deutschen Auslandsvertretungen begleitet. Nach seiner Beendigung wird jedes einzelne Projekt evaluiert und seine Nachhaltigkeit nachverfolgt.

Hier einige Beispiele für vom Auswärtigen Amt geförderte Projekte:

Kinderrechte stärken im Tschad

Die Nichtregierungsorganisation Association Tchadienne pour la Promotion et la Défense des Droits de l’Homme bekämpft schwere Menschenrechtsverletzungen gegenüber Kindern im Tschad. Im Süden des Landes werden in einigen verarmten, ländlichen Regionen Kinder von ihren Eltern an umherziehende Viehzüchter verkauft und in Sklaverei ähnlichen Bedingungen zur Arbeit gezwungen. Unterstützt durch Mittel des Auswärtigen Amtes dokumentiert die Nichtregierungsorganisation die Menschenrechtsverletzungen, klärt über Missstände auf und arbeitet darauf hin, vor Ort ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen. Überwachungskomitees werden dabei eingesetzt, um die Verhältnisse zu kontrollieren und betroffene Kinder aus ihrer Abhängigkeit zu befreien.

Mit deutscher Hilfe gegen Abtreibung von Mädchen in Indien

Aufgrund sozialer Strukturen in Indien werden Schwestern häufig gegenüber ihren Brüdern benachteiligt. Unter anderem ist eine oft horrende von den Eltern der Braut aufzubringende Mitgift bei der Hochzeit üblich, sodass sich Eltern vielfach lieber männlichen Nachwuchs wünschen. Entsprechend hoch ist die Gefahr von geschlechterspezifischer Abtreibung und nachgeburtlicher Tötung. Aus diesem Grund ist in Indien die Geschlechtsbestimmung vor der Geburt gesetzlich untersagt. 

Das Gesetz wird jedoch oft nicht eingehalten. Die Folge ist eine unausgeglichene Geburtenstatistik, nach der in manchen Landesteilen wesentlich mehr Jungen zur Welt kommen als Mädchen – mit weit reichenden Folgen für die ganze Gesellschaft. Die Nichtregierungsorganisation Centre for Social Research in Neu-Delhi setzt sich für die Menschenrechte von Mädchen und Frauen ein. Das mit deutscher finanzieller Unterstützung ins Leben gerufene Projekt „Meine Tochter, meine Stärke“ sensibilisiert Menschen in besonders betroffenen Vierteln Neu-Delhis und im Umland für die Menschenrechtsverletzungen und die Menschenwürde der Frau. Bereits in diesem Feld tätige kleinere Organisationen werden miteinander vernetzt, um die Öffentlichkeit besser zu erreichen und der Regierung einen verlässlichen Ansprechpartner zu bieten. Zudem werden Fortbildungsmaßnahmen für Polizei, Justiz und Verwaltung durchgeführt.

Schulung der Justiz in Bahrain

Zur Förderung der Rechtsstaatlichkeit und des Menschenrechtsschutzes organisiert die Deutsche Stiftung für internationale rechtliche Zusammenarbeit gemeinsam mit Partnern aus dem Königreich Bahrain - dem dortigen Justizministerium, der Nationalen Menschrechtsinstitution sowie dem Büro des Ombudsmanns - Schulungen für Mitarbeiter der Justiz. Das Auswärtige Amt finanzierte in diesem Zusammenhang im November 2013 eine Schulung von Richtern und Staatsanwälten sowie Mitarbeitern der Projektpartner in Manama, Bahrain durch deutsche Experten. Themenschwerpunkte in den Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden waren dabei Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit in der deutschen und europäischen Rechtspraxis sowie Menschenrechtsstandards im Strafvollzug.

Nach Verschleppung und Folter: Hilfe für Flüchtlinge in Israel

In Israel halten sich zahlreiche afrikanische Flüchtlinge und Asylsuchende auf. Eine besonders vulnerable Gruppe darunter sind Personen, die Opfer grober Menschenrechtsverletzungen durch Menschenhändler geworden sind. In zahlreichen bekannt gewordenen Fällen wurden vor allem eritreische Flüchtlinge gegen ihren Willen aus Flüchtlingslagern im Sudan entführt, in Foltercamps auf dem Sinai gebracht und dort brutaler Gewalt ausgesetzt, um Lösegelder von ihren Familien zu erpressen. In vergangenen Jahren gelangte eine gewisse Zahl Betroffener nach ihrer Freilassung oder Aussetzung nach Israel. 

Dort stehen sie oft vor dem Problem, keinen Zugang zum Gesundheitssystem zu finden, obwohl sie dringend medizinische und psychologische Hilfe benötigen. Die deutsche Hilfsorganisation medico international und ihre Partnerorganisation vor Ort, Physicians for Human Rights Israel, bieten Flüchtlingen und Asylsuchenden in Israel medizinische Hilfe und eine Anlaufstelle für Beratungsdienste an. Das Auswärtige Amt förderte 2013 und 2014 ein Projekt zur Unterstützung der Arbeit in Israel, das die Ausstattung einer offenen Klinik, in der Flüchtlinge ohne bürokratische Hindernisse behandelt werden, verbessert sowie Informationsmaterialien in die Sprachen der Betroffenen übersetzt. Zudem konnten Opfer von Folter und Gewalt über ihre Rechte aufgeklärt und interviewt, ihre Geschichten aufgezeichnet, aufbereitet und zum Teil veröffentlicht werden.


Stand 23.07.2014

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