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14.000 Kilometer im Auftrag der deutschen Sprache

Seit dem 1. März tourt das Deutschmobil durch Kanada: Im Auftrag der deutschen Sprache fährt es von Schule zu Schule, um kanadische Kinder für Deutschland zu begeistern. Diplo.de sprach mit den Sprachbotschaftern Eva Porten und Florian Göstl über die bisherigen Erfahrungen. Das Deutschmobil ist ein Projekt der Initative "Deutsch - Sprache der Ideen".

Ihr seid mittlerweile von der Ostroute zurück, nächste Woche geht es weiter in den Westen. Wie waren die bisherigen Erfahrungen?

Eva Porten (26): Ganz, ganz toll. Die Kinder sind sehr dankbar und die Lehrer sind begeistert. Das Deutschmobil kommt noch besser an als gedacht, was bei einer sehr kurzen Planung von nur drei Monaten beeindruckend ist. Es macht mich richtig glücklich, mit welcher Warmherzigkeit uns die Kinder und Jugendliche empfangen.

Mit Rap-Musik spielerisch Deutsch lernen

Was macht ihr konkret an den Schulen?

Eva Porten: Wir gehen meistens für 1,5 Stunden in jede Schule. In der Regel besuchen wir zwei Schulen pro Tag. Ich beginne den Morgen, gerade bei Kindern die bisher kaum etwas über Deutschland gelernt haben, mit Landeskunde und beantworte Fragen wie „Wo liegt Deutschland?“ „Wie viele Einwohner hat es?“ „Welches Bundesland ist das größte?“

Florian Göstl (27): Den zweiten Teil gestalte ich mit Musik, genauer gesagt Rap. Ich erkläre kurz, wie Rapmusik entstanden ist und dann sind die Kinder und Jugendliche gefordert, einen eigenen Rapsong zu lernen. Anfänger lernen unseren Deutschmobilrap, Fortgeschrittene können eigene Verse selber schreiben. Am Ende tragen alle vor. Spielerisch sprechen so viele Kinder das erste Mal Deutsch. Bevor wir fahren, machen wir noch ein gemeinsames Gruppenfoto vor dem Bus und die Kinder stellen uns Fragen wie „Wie schnell darf man auf der deutschen Autobahn fahren?“ oder „Wie lange geht man in Deutschland zur Schule?“.

Das Deutschmobil ist ein Mercedes-Benz Bus, der auf Kanadas Straßen für die Sprache Goethes unterwegs ist. Am Steuer sitzen zwei Sprachbotschafter, die Kindern und Jugendlichen auf spielerische Art und Weise die deutsche Sprache und Kultur näher bringen. Deutschmobil ist ein gemeinsames Kultur- und Sprachprojekt der Deutschen Botschaft Ottawa, dem deutschen Generalkonsulat in Toronto, den Goethe Instituten in Kanada, der Zentrale für das Auslandschulen (ZfA) und der Ontario Association of Teachers of German (OATG). Vorbild ist das Deutschmobil Frankreich, das schon seit fast zehn Jahren unterwegs ist. Offizieller Hauptsponsor ist die Firma Mercedes-Benz Canada, Inc in Toronto.

Wie seid ihr Sprachbotschafter geworden?

Eva Porten: Ich habe in Köln Sport studiert und am Goethe Institut gelernt, Deutsch als Fremdsprache zu unterrichten. Zum Deutschmobil bin ich zufällig über das Goethe Institut gekommen, weil ich momentan für ein Jahr in Toronto bin und auf Jobsuche war.

Florian Göstl: Ich bin exta aus Deutschland angereist. Ich habe Deutsch und Französisch auf Lehramt studiert und war schon während meines Studiums für acht Monate in Montreal. Dort habe ich für das Goethe Institut auch schon Rap-Workshops gemacht und wurde deshalb gefragt, ob ich nicht Sprachbotschafter werden möchte.

Zwei Monate durch den Westen Kanadas

Wie geht es nächste Woche weiter?

Florian Göstl: Dann sind wir für zwei Monate auf der Westroute. Ich bin gespannt, was uns da erwartet. Wir werden bestimmt manchmal acht Stunden am Tag mit unserem Bus fahren. Die Entfernungen sind riesig.

Eva Porten: Es ist wirklich eine Riesenstrecke. Aber es ist gleichzeitig spannend, das Land zu entdecken. Arbeiten und Reisen zu verbinden, ist das beste, was ich mir vorstellen kann.

Mehr über das Deutschmobil gibt es im Blog der Sprachbotschafter www.deutschmobil.ca

Reportage der Deutschen Welle

Innovation Germany


Stand 16.03.2011

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