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Helfende Nachbarn nicht alleine lassen: Außenminister Gabriel in Uganda

Krieg und Hunger haben mehr als 1,3 Millionen Menschen aus Südsudan über die Grenze nach Uganda getrieben. Noch verhindert die Hilfsbereitschaft des Nachbarlandes eine größere Migrationskrise. Außenminister Gabriel will das Land noch stärker unterstützen, bevor es zu spät ist.

Außenminister Gabriel ist am Mittwoch (09.08.) zu einem der wichtigsten Brennpunkte von Flucht- und Migration in Afrika gereist: Uganda ist Schauplatz der drittgrößten Flüchtlingskrise der Welt. Aus dem von blutigen Kämpfen und Dürrekatastrophen geplagten Südsudan strömen täglich bis zu 2000 Menschen über die Grenze. Der Binnenstaat am Viktoria-See hält trotzdem seine Türen für Flüchtlinge offen. Die Hilfsbereitschaft ist enorm: Uganda nimmt nicht nur zahlreiche Flüchtlinge auf, sondern engagiert sich auch beispielhaft für ihre Integration. Geflüchtete Menschen müssen sich hier nur kurz in Flüchtlingslagern aufhalten. Sie dürfen sich frei im Land bewegen, arbeiten und bekommen sogar ein Stück Land zugeteilt.

Uganda braucht Hilfe beim Helfen

Gabriel mit Flüchtlingen aus dem Südsudan.

Gabriel mit Flüchtlingen aus dem Südsudan.

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Gabriel mit Flüchtlingen aus dem Südsudan.

Gabriel mit Flüchtlingen aus dem Südsudan.

Gabriel mit Flüchtlingen aus dem Südsudan.

Uganda stemmt diese Integrationsleistung nach Kräften. Doch das Land steht selbst vor großen Problemen. Die Jugendarbeitslosigkeit schießt seit Jahren immer weiter in die Höhe. Im Frühjahr hat die Dürre große Teile der Ernten vernichtet. Damit Uganda die aus dem Südsudan fliehenden Menschen weiter aufnehmen kann, braucht das Land dringend mehr internationale Unterstützung. Der erste Abschnitt auf seiner Reise führte Gabriel deswegen ins Rhino Camp im Norden des Landes. Etwa 50.000 geflüchtete Menschen leben hier, Gabriel traf vor Ort mit Geflüchteten und Helfern zusammen. "Dass ein Land wie Uganda, das selber arm ist, seine Grenzen für Menschen öffnet, die vor dem Bürgerkrieg in Südsudan fliehen, das ist schon beeindruckend", zog er Bilanz.

Globale Migrationskrise verhindern

Jetzt gelte es, Uganda zu unterstützen, setzte Gabriel fort. Nachbarländer, die Flüchtlingen helfen, dürfen nicht allein gelassen werden. Gabriel will darum ein Umdenken einleiten. Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe für geflüchtete Menschen müssen in Zukunft noch besser aufeinander abgestimmt werden. Damit die Aufnahme von Menschen in Not weiter gelingen kann, müssen Entwicklungsprojekte gezielt Gemeinden unterstützen, die viele Flüchtlinge aufnehmen. Deutschland hat in diesem Jahr bereits mehr als 60 Millionen Euro Hilfe für Uganda bereitgestellt.

Vermittlungsbemühungen fördern

Sigmar Gabriel im Gespräch mit Präsident Museveni

Sigmar Gabriel im Gespräch mit Präsident Museveni
© Koehler/photothek.net

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Sigmar Gabriel im Gespräch mit Präsident Museveni

Sigmar Gabriel im Gespräch mit Präsident Museveni

Sigmar Gabriel im Gespräch mit Präsident Museveni

Zudem gehe es darum, die Fluchtursachen zu bekämpfen. Im Falle Ugandas steht hier der anhaltende Bürgerkrieg im Südsudan im Vordergrund, der Menschen dazu zwingt, ihre Heimat zu verlassen. In diesem Zusammenhang ist die Kooperation der afrikanischen Nachbarstaaten besonders wichtig. Rund um den Viktoriasee bestehe zwischen Kenia, Uganda, Ruanda und Tansania bereits eine gute Kooperation, so Gabriel. Die Nachbarländer sollten nun ermutigt werden, auch im Südsudan-Konflikt zu vermitteln. Seine Eindrücke aus der Flüchtlingssiedlung nahm Gabriel mit in die ugandische Hauptstadt Kampala, wo er Präsident Museveni getroffen hat. Auf der Tagesordnung stand bei dem Gespräch auch die Lage der Menschenrechte und der Pressefreiheit.

Gabriel selbst setzt seine Reise am Donnerstag im südsudanesischen Dschuba fort.

Zum Weiterlesen:

Länderinformationen Uganda

Länderinformationen Südsudan


Stand 08.08.2017

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