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Wirtschaft
Stand: Januar 2013
Wirtschaftslage, Wirtschaftspolitik
In Montenegro besteht ein breiter politischer Konsens über marktwirtschaftliche Prinzipien und Wirtschaftspolitik, wenngleich dem Staat in Bezug auf viele Schlüsselbetriebe (beispielsweise dem Aluminiumwerk KAP, dem Stromversorger EPCG oder der Bahn) noch eine bedeutende Rolle zukommt.
Der Tourismus- und Energiesektor sind Schwerpunkte der zukünftigen Wirtschaftsentwicklung. In diesen Bereichen sind Fortschritte zu verzeichnen. Als schwierig erweist sich hingegen nach wie vor die Modernisierung und Privatisierung der früheren staatlichen Großindustrie.
Das Durchschnittseinkommen ist zwar gestiegen, die Kaufkraft aber weiter gering und die Verschuldung privater Unternehmen und Haushalte relativ hoch. Gehälter und Löhne der abhängig Beschäftigten betragen im Durchschnitt ca. 480 Euro pro Monat. Das Gefälle zwischen arm und reich ist in Montenegro sehr groß.
Wichtigste Wirtschaftszweige
In Montenegro dominiert der Dienstleistungssektor, auf den ca. 70% des Bruttoinlandsprodukts entfallen.
Der durch die politischen Krisen der Region in den 1990iger Jahren ausgelöste Einbruch im Tourismusbereich ist überwunden. Zahlreiche Hotels wurden privatisiert, modernisiert oder neu gebaut. Es zeigen sich Zuwachsraten bei den Besucherzahlen, insbesondere in der Hochsaison, in der die Infrastruktur des Landes (Straßen, Wasser, Abfall, Abwasser, Strom) bis an ihre Grenzen ausgelastet wird.
Montenegro unternimmt große Anstrengungen, seine frühere gute Stellung im Tourismusbereich wieder zu erreichen. Das Land hat aus geographischen und kulturellen Gründen sehr gute Voraussetzungen. Am interessantesten dürfte der Flug- und Individualtourismus sein. Montenegro versucht, die obere Kategorie in der Hotellerie stärker auszubauen. Hierzu sind hohe Modernisierungsinvestitionen notwendig. Darüber hinaus bleibt die richtige Balance zwischen Tourismusentwicklung und Bewahrung der Naturschönheit Montenegros eine Herausforderung und ist erklärtes Ziel der montenegrinischen Regierung.
Das mit ca. 625.000 Einwohnern relativ kleine Land steht weiterhin vor industriellen Strukturproblemen: Von der früheren sozialistischen Großindustrie befinden sich insbesondere die Metallindustrie, die Werften, die Holzverarbeitung und der Bergbau in einer schwierigen Lage. Einige dieser Unternehmen haben die Produktion eingestellt oder sind stark defizitär. Das in den 1970er Jahren errichtete Aluminiumkombinat Podgorica (KAP) konnte privatisiert werden. Die erhofften Modernisierungsinvestitionen blieben jedoch aus, das Überleben des Aluminiumwerkes erscheint deshalb fraglich.
Bilaterale Wirtschaftsbeziehungen
Die Zahl der Besucher aus Deutschland steigt wieder kontinuierlich an. Das Land nimmt regelmäßig an der Internationalen Tourismusbörse in Berlin teil. Im November 2012 fand die Jahrestagung des Verbandes der Deutschen Reiseveranstalter mit mehr als 700 Teilnehmern aus der deutschen Tourismusbranche in Budva statt. Hiervon werden wichtige neue Impulse für den Tourismus von Deutschland nach Montenegro erwartet.
Die Infrastrukturmaßnahmen an der Küste durch die deutsche Technische Zusammenarbeit (Schwerpunkt Wasserversorgung und Abwasser-Entsorgung) sollen insbesondere die Rahmenbedingungen für den Tourismus verbessern. Mit maßgeblicher deutscher Hilfe wurde ein “Masterplan Tourismus“ für Montenegro erstellt. Er soll die Grundlage für eine geordnete, nachhaltige touristische Entwicklung des gesamten Landes darstellen und größere Investitionen auslösen.
Für beide Seiten erfolgreich war bisher die Privatisierung der Montenegro Telekom, die im März 2005 von der ungarischen Matav, Tochter der Deutschen Telekom, übernommen wurde.
Mitgliedschaft in Wirtschaftsgruppierungen
Montenegro ist seit seiner Unabhängigkeit wichtigen internationalen Institutionen beigetreten, darunter der Weltbank und dem IWF. Im April 2012 wurde Montenegro Vollmitglied der Welthandelsorganisation.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
