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Wirtschaftspolitik
Stand: März 2013
Grundlinien der Wirtschaftspolitik
Die lettische Wirtschaft hat die Wirtschafts- und Finanzkrise überwunden. Die Wirtschaftsleistung ist seit 2010 wieder stetig gewachsen. Im Dezember 2008 hatte Lettland von der internationalen Gebergemeinschaft ein Kreditpaket von insgesamt 7,5 Milliarden Euro erhalten. Im Gegenzug leitete Lettland einen harten Spar- und Reformkurs zur Haushaltskonsolidierung ein. Der Beitritt zum Euro-Raum wird für das Jahr 2014 angestrebt.
Aktuelle wirtschaftliche Lage
Das Bruttoinlandsprodukt ist 2012 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,6 Prozent gestiegen.Die Inflationsrate im Jahresdurchschnitt 2012 betrug laut Eurostat 2,3 Prozent.
Nach den Vereinbarungen entsprechend des IWF/EU-KOM-Programms wurden umfangreiche Lohnkürzungen und Entlassungen im öffentlichen Dienst umgesetzt. Die Arbeitslosenrate betrug Ende 2009 noch über 20 Prozent und ist Ende 2012 auf 14,4 Prozent gesunken.
Das Kreditprogramm mit IWF/EU-KOM ist Anfang 2012 abgeschlossen worden. Von den insgesamt 7,5 Mrd. Euro an Kreditzusagen hat Lettland nur 4,4 Mrd. Euro (hauptsächlich von der EU-Kommission) in Anspruch genommen und bereits vorzeitig zurückgezahlt.
Außenhandel
Die spürbare Erholung des Außenhandels hat sich auch 2012 fortgesetzt. Die Importe legten um 16 Prozent und die Exporte um 10,5 Prozent gegenüber dem 1. Halbjahr 2011 zu.
Über 70 Prozent des lettischen Außenhandels werden mit Ländern der Europäischen Union abgewickelt.
Größter Außenhandelspartner ist Litauen. Deutschland hatte 2012 einen Anteil von 11,6 Prozent an den lettischen Warenimporten und einen Anteil von 7,0 Prozent an den Warenexporten. Deutschland steht bei den lettischen Importen an zweiter Stelle nach Litauen. Andere wichtige Handelspartner Lettlands sind Russland, Estland, Schweden, Polen und Finnland.
Deutsche Unternehmen exportieren vor allem Fahrzeuge und Ersatzteile, Maschinen, Ausrüstungen und Elektrogeräte, Chemieerzeugnisse sowie Lebensmittel nach Lettland. Deutschland bezieht aus Lettland hauptsächlich Holz und Holzprodukte (darunter Möbel), Metallwaren, Glasfasererzeugnisse und Aluminiumlegierungen.
Umwelt
Der Erhalt der biologischen Vielfalt, der Ausbau einer nachhaltigen Wasserwirtschaft, die breitere Verwendung erneuerbarer Energien, die Steigerung der Energieeffizienz bei Gebäuden und in den Haushalten zählen zu Prioritäten der lettischen Umweltpolitik.
In der Regel finden umweltpolitische Maßnahmen dann breite Unterstützung in der Bevölkerung, wenn sie sie sich finanziell nicht belastend auf den Einzelnen auswirken.
Lettland ist zu 44,1 Prozent von Waldflächen bedeckt und bietet mit bedeutenden Naturschutzgebieten und einer außergewöhnlich hohen Zahl von registrierten Tier- und Pflanzenarten (rund 27.700) ein attraktives Ziel für den Öko- und Landtourismus. Es ist Lettland gelungen, die erheblichen Küstenwasserverschmutzungen, die auf die zwischenzeitlich weitgehend still gelegten Industriebetriebe aus der Sowjetzeit zurückgehen, zu beheben.
Für den Zeitraum 2007-2013 stehen Lettland für Umweltprojekte 243 Millionen Euro an Fördermitteln aus den EU-Strukturfonds zur Verfügung. Zusammen mit den für Umweltprojekte vorgesehen Mitteln aus dem Kohäsionsfonds beträgt die Summe 776 Millionen Euro.
Die Deutsch-Baltische Handelskammer in Riga führt regelmäßig Veranstaltungen zum Thema „Renewables made in Germany“ durch. Erneuerbare Energien haben in Lettland einen Anteil am Primärenergieverbrauch von knapp 39 Prozent.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
