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Tunesien

Kultur- und Bildungspolitik, Medien

Stand: März 2016

Bildungssystem

Die Schulausbildung ist gut, der Alphabetisierungsgrad im Vergleich mit anderen Staaten der Region relativ hoch. Die Einschulungsquote liegt bei fast 100 Prozent. Problemfelder bleiben die Analphabetenquote (rund 22 Prozent, besonders betroffen sind alte Menschen) und die mangelnden Beschäftigungsmöglichkeiten für junge Menschen, darunter auch solche mit akademischer Ausbildung.

Deutsch wird als dritte Wahl-Fremdsprache - nach Französisch und Englisch, in Konkurrenz mit Spanisch, Italienisch, Chinesisch und Türkisch - an vielen Schulen unterrichtet. Fast 40.000 tunesische Schüler lernen Deutsch in der Schule. Insgesamt 1.800 tunesische Hochschulstudenten studieren Deutsch. Als Studienfach wird Deutsch an 11 tunesischen Universitäten angeboten.

Im Bereich der Partnerschulen (PASCH) gilt seit 2009 ein Rahmenabkommen mit fünf tunesienweit ausgewählten Schulen inkl. regelmäßiger Fortbildungsmaßnahmen für die PASCH-Lehrer. Die vom Pädagogischen Austauschdienst (PAD) der Kultusministerkonferenz (KMK) angebotenen Hospitations- und Fortbildungsprogramme sowie das Preisträgerprogramm konnten 2014 sehr erfolgreich beworben werden (insgesamt 13 Deutschlehrer und 4 Deutschschüler).


Wissenschaft

Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) Rom führt wichtige Forschungs- und Erhaltungsmaßnahmen in Tunesien durch. Schwerpunkte sind die römische Marmorstadt Chemtou im Nordwesten Tunesiens sowie das antike Karthago. Im Rahmen der Transformationspartnerschaft hat das DAI ein Fortbildungsprogramm für junge tunesische Archäologen aufgelegt, das sich besonderer Anerkennung erfreut. 2015 hat das DAI mit Kulturerhaltmitteln des Auswärtigen Amts unter anderem eine alte Grabungsstätte in Karthago (Grabungsschnitt durch drei Epochen der antiken Stadt) für die Besichtigung zugänglich gemacht. Im September 2015 begann das DAI mit einer ersten Grabungskampagne am bisher überwiegend unerforschten Circus von Karthago. Weitere Kampagnen sollen 2016 unter Einbeziehung der direkten Anwohner und lokaler Archäologen folgen. Für Beginn 2016 ist geplant, den von Archäologen des DAI entdeckten Goldschatz von Chemtou in die Dauerausstellung des Bardo Museums zu integrieren.

Der DAAD ist seit September 2012 durch ein eigenes Länderbüro in Tunis vertreten. Er unterstützt den Deutschunterricht mit 3 Lektoren und 2 Sprachassistenten in den Universitäten La Manouba und Carthage (beide in der Hauptstadtregion) sowie in Gabes im Südosten des Landes. Das Stipendienprogramm ist eine feste und anerkannte Institution der bilateralen Hochschulkooperation (2014: sieben reguläre Stipendiaten sowie 17 Hochschulsommerkursstipendiaten). In Folge der Revolution hat der DAAD mehrere neue Projekte ins Leben gerufen, unter anderem die Förderung von 8 Hochschulkooperationen, die Finanzierung von circa 40 kurzfristigen Hochschulvorhaben sowie ein Integrationsprogramm für zurückkehrende Alumni.

Für das von tunesischer Seite vorgeschlagene Projekt einer deutschen Fachhochschule in Tunesien ist für Anfang 2016 die Gründung einer bilateralen Steuerungsgruppe vorgesehen.


Kultur

Das kulturelle Leben ist geprägt vom arabisch-tunesischen Kulturerbe, aber auch von westlichen Einflüssen, wobei neben der arabischen Sprache auch Französisch wesentliche Ausdrucksform ist. Es finden zahlreiche Konzertveranstaltungen, schwerpunktmäßig in Kulturinstituten in Tunis statt. Daneben haben sich das Festival International de Carthage, das Festival El Jem und das Festival de Jazz de Tabarka als international anerkannte Veranstaltungen, bei denen sowohl tunesische als auch ausländische Künstler auftreten, fest etabliert. In Tunesien besteht neben einer eigenen Filmindustrie eine viel beachtete Theaterszene.


Medien

Die Medien Tunesiens (Zeitungen, Fernsehen, Radio) machen von der seit Mitte Januar 2011 faktisch bestehenden Pressefreiheit regen Gebrauch, es mangelt ihnen aber noch weitgehend an Erfahrung und Professionalität. Arabische, französische und sonstige Fernsehprogramme werden von den meisten Haushalten über Satellit empfangen. Das Internet wurde freigeschaltet und die bisher bestehenden Restriktionen völlig beseitigt.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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