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Kooperation in Wirtschaft und Energie

Deutschland und Russland sind füreinander sehr wichtige Wirtschaftspartner. Energie spielt eine besondere Rolle in den Wirtschaftsbeziehungen: Russland ist Deutschlands bedeutendster Energielieferant. Entscheidend für eine weitere Verflechtung der europäischen und russischen Volkswirtschaften ist vor allem die weitere Entwicklung in Russland selbst, insbesondere im Bereich Rechtssicherheit und Modernisierung der Wirtschaft.

Die Jahre 2011 und 2012 brachten große Steigerungen im Handel zwischen Deutschland und Russland. Der bilaterale Handelsumsatz stieg 2011 um 29% auf 75 Milliarden Euro. Im Jahr 2012 gab es einen weiteren Anstieg um noch einmal 7% auf 80,5 Milliarden Euro. Damit war Deutschland nach China und den Niederlanden für Russland der drittwichtigste Handelspartner weltweit. Aufgrund der eingetrübten Wirtschaftsentwicklung in Russland konnte der positive Trend 2013 jedoch nicht fortgesetzt werden. Im Vergleich zum Vorjahr sank der bilaterale Handelsumsatz zwischen Januar und Oktober 2013 um 5%, wobei die Importe aus Russland um 7% nachgaben und die deutschen Exporte um 4% sanken.

Russland exportiert vorwiegend Energieträger (Öl und Gas) und Rohstoffe (vor allem Metalle) nach Deutschland. Umgekehrt liefern deutsche Firmen vor allem Investitionsgüter, Maschinen, Kraftfahrzeuge, chemische Erzeugnisse, elektronische Produkte und Waren der Nahrungsmittelbranche nach Russland. Rund 6.100 deutsche Unternehmen sind derzeit in Russland tätig. Die Investitionszuflüsse deutscher Unternehmen in die russische Föderation betrugen in den ersten zehn Monaten 2013 rund 12 Milliarden US-Dollar.

Ein zentrales bilaterales Steuerungsgremium von Regierung und Wirtschaft zur Erörterung von Wirtschafts- und Finanzfragen ist die "Strategische Arbeitsgruppe". Diese Arbeitsgruppe, die zuletzt im Juli 2013 in Berlin tagte, befasst sich mit der konkreten Zusammenarbeit in wichtigen Bereichen beider Volkswirtschaften, wie Luft- und Raumfahrt, Informations- und Kommunikationstechnologie, Finanzdienstleistungen, Bauwirtschaft, Verkehr und Infrastruktur, Automobilbau, Gesundheitswesen und Wohnungsbau. Unter dem Dach der Arbeitsgruppe werden auch Energiefragen behandelt, wie Öl / Gas, Strom, Kohle, erneuerbare Energien und Energieeffizienz.

Seit August 2012 ist Russland Mitglied der Welthandelsorganisation WTO. Mit dieser Mitgliedschaft ist die Verpflichtung zu einem umfassenden Abbau von Handelshemmnissen verbunden. Russland strebt die Mitgliedschaft in der OECD an.

Energiesicherheit

Russland ist weltweit der größte Erdöl- und nach den USA der zweitgrößte Erdgasproduzent. Das Land verfügt über bedeutende Öl-, Gas- und Kohlereserven. Die EU ist der mit Abstand wichtigste Markt für russische Energieexporte, knapp 40% der deutschen Rohöl- und Erdgaseinfuhren stammen aus Russland. Deutsche Unternehmen sind im Energiebereich in Russland stark engagiert. Mit der im November 2011 in Betrieb genommenen Nord Stream ("Ostsee"-)Pipeline wurde ein neuer Lieferweg für russisches Gas nach Europa geschaffen. Ende 2012 wurde der zweite Strang der Pipeline in Betrieb genommen. Der Bau eines dritten und vierten Strangs wird geprüft. Mit einem Anteil von fast einem Drittel an der Industrieproduktion ist die Energiewirtschaft der wichtigste Sektor der russischen Volkswirtschaft. Sie erbringt rund ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts, die Hälfte des Exportvolumens und hat durch Abgaben, Steuern und Zölle einen Anteil von rund 50% an den föderalen Staatseinnahmen.

Die Ostseepipeline

Deutsche Unternehmen sind im Energiebereich in Russland stark engagiert. Die Ostseepipeline (NordStream) ist ein gemeinsames Projekt russischer, deutscher und anderer europäischer Unternehmen.  Mit der im November 2011 in Betrieb genommenen Pipeline wurde ein neuer Lieferweg für russisches Gas nach Deutschland geschaffen. Sie ist für die Diversifizierung von Lieferwegen nach Europa wichtig. Der Anschluss weiterer Länder an die Verbindung ist ebenfalls vorgesehen.

Energieeffizienz und Klimaschutz

Erzeugung von Elektrizität mittels Solarzellen

Erzeugung von Elektrizität mittels Solarzellen
© Colourbox

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Erzeugung von Elektrizität mittels Solarzellen

Solarzellen

Erzeugung von Elektrizität mittels Solarzellen

Die russische Energiestrategie sieht eine erhebliche Verbesserung der Energieeffizienz vor. Dies hat verschiedene Gründe: Die Energieintensität der russischen Wirtschaft ist sehr hoch. Die russische Industrie verbraucht vergleichsweise viel Energie für ihre Produktion. Zwar hält Russland seine Verpflichtungen aus dem Kyoto-Protokoll, das es 2004 ratifiziert hat, ein, weil seine Emissionen noch immer weit unter dem Niveau von 1990 liegen, doch könnte sich das Land durch Wirtschaftswachstum den im Klimaprotokoll definierten Grenzen nähern. Für eine Verbesserung der Energieeffizienz spricht zudem, dass sich Russland neue Spielräume für den Export öffnen, wenn es selbst weniger Energie verbraucht.

Deutsche Firmen, weltweit führend im Bereich Energiespartechnologien, sind daher auch für Russland ein gefragter Partner.


Stand 12.02.2014

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