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Angola

Kultur und Bildung

Stand: August 2016

Bildungssystem

Im Bildungssystem sind noch immer die Auswirkungen des 2002 zu Ende gegangenen langjährigen Bürgerkriegs spürbar. Ca. 30 Prozent der erwachsenen Angolaner sind Analphabeten, darunter besonders viele Frauen. Vielerorts fehlen ausreichenden Unterrichtsräume und Lehrmaterialien. Es herrscht ein erheblicher Mangel an qualifizierten Arbeitskräften.

Im Bereich der Grundschulbildung wurden in den letzten Jahren beachtliche Fortschritte erzielt. Über 85 Prozent der Kinder besuchen die Grundschule, deutlich mehr als in früheren Jahren. Ziel ist es, bis 2017 eine 100 prozentige Einschulungsquote zu erreichen.

Um dem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften abzuhelfen, stellte die Regierung 2013 ein ambitioniertes Bildungsprogramm vor, durch das bis 2020 eine Million Ausbildungsplätze geschaffen werden sollen. Im Hochschulbereich gibt es neben der staatlichen Universität Agostinho Neto 16 weitere Universitäten sowie 44 Fachhochschulen. Postgraduiertenstudien werden nur vereinzelt angeboten und daher in der Regel im Ausland absolviert.

Eine Hochschulpartnerschaft besteht seit 2011 zwischen der TU Dresden und der Universität Kimpa Vita in Uige. 2013 kam ein Abkommen zwischen der staatlichen Universität Agostinho Neto und der Universität Bayreuth sowie ein weiteres mit der HU Berlin zustande.


Kultur

Das angolanische Kulturministerium fördert vor allem traditionelle Kunst und pflegt das Image kulturtreibender "Volkshelden", wie des ersten Präsidenten und Dichters Agostinho Neto. In einigen Stadtvierteln Luandas (z.B. Samba, Kilamba, Cazenga) etablieren sich alternative und autonome Kulturszenen mit jungen Künstlern, die auf der Suche nach einer eigenen Identität experimentieren. Ein Beispiel ist der "Kuduro", ein in den angolanischen Slums (Musseques) entstandener harter Sprechgesang mit elektronischen Elementen – ein allgegenwärtiger Musikstil eigener Prägung. 

Die kulturelle Infrastruktur in Angola konzentriert sich auf die Hauptstadt Luanda und vereinzelt auf die Küstenstädte Cabinda, Benguela und Lobito sowie ferner Lubango im südlichen Landesinneren. Dort gibt es eine zum Teil sehr rege Musikszene. Es gibt einige Theatergruppen wie das international ausgezeichnete Ensemble des Elinga Theaters. Angolanische Literatur hat eine Tradition, die weit vor die Zeit der Unabhängigkeit zurückreicht. Die Werke prominenter angolanischer Schriftsteller wie Pepetela, José Eduardo Agualusa und Ondjaki sind teilweise auch ins Deutsche übersetzt worden. Zunehmend macht sich eine junge Filmemacher- (insbesondere die "Geração 80") und auch Klubszene in Luanda bemerkbar.

In Luanda finden zunehmend kulturelle Großveranstaltungen mit internationaler Beteiligung statt, die von finanzstarken Sponsoren unterstützt werden. Jeweils im Juli findet jährlich ein mehrtägiges internationales Jazzfestival statt. Im November/Dezember 2013 fand erneut die renommierte Triennale von Luanda statt.

Das deutsch-angolanische Kulturabkommen ist seit August 2012 in Kraft und bildet u.a. die Rechtsgrundlage für das 2009 eröffnete Goethe-Institut. Außer Deutschland betreiben Portugal, Brasilien und Frankreich Kulturinstitute in Angola.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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