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Angola

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: März 2014

Kultur

Angola ist kulturell geprägt von afrikanischen Traditionen der verschiedenen Ethnien, der 500-jährigen portugiesischen Kolonialherrschaft, der sozialistischen Phase der Endsiebziger und achtziger Jahre und seit Ende der neunziger Jahre zunehmend durch brasilianische und US-amerikanische Medien. Trotz deutlicher Anlehnung an externe Einflüsse werden diese selbstbewusst an die eigene Realität adaptiert. "Kuduro" ist ein in den angolanischen Slums (Musseques) entstandener harter Sprechgesang mit elektronischen Elementen – und allgegenwärtig.

Die kulturelle Infrastruktur in Angola konzentriert sich auf die Hauptstadt Luanda und vereinzelt auf die Küstenstädte Cabinda, Benguela und Lobito sowie ferner Lubango im südlichen Landesinneren. Dort gibt es eine zum Teil sehr rege Musikszene. Es gibt einige Theatergruppen wie das international ausgezeichnete Ensemble des Elinga Theaters, die zum Teil jedoch auf geringem Niveau spielen und kaum finanzielle Unterstützung erhalten. Angolanische Literatur hat eine Tradition, die weit vor die Zeit der Unabhängigkeit zurückreicht. Die Werke prominenter angolanischer Schriftsteller wie Pepetela, José Eduardo Agualusa und Ondjaki sind teilweise auch ins Deutsche übersetzt worden. Zunehmend macht sich eine junge Filmemacher- (insbesondere die "Geração 80") und auch Klubszene in Luanda bemerkbar.

Nach europäischen Gesichtspunkten sehenswerte Museen gibt es selbst in Luanda kaum. Jüngst wurde auf dem Fort von Luanda das Museum der Streitkräfte wiedereröffnet. Darüber hinaus sehenswert ist das Anthropologiemuseum mit einer Sammlung afrikanischer Kunst und einer größeren Anzahl von Masken. Es überwiegen insgesamt temporäre, meist private gesponserte Ausstellungen.

Ferner sind eine Vielzahl bemerkenswerter historischer Bauten und Baudenkmäler vorhanden, die sich bedauerlicherweise oft im Zustand des Verfalls befinden und von den im Bauboom entstehenden Hochhäusern verdrängt werden.

In Luanda finden zunehmend kulturelle Großveranstaltungen mit internationaler Beteiligung statt, die von finanzstarken Sponsoren unterstützt werden. Im Juli wird gemeinhin über mehrere Tage ein internationales Jazzfestival veranstaltet und 2014 soll erneut die renommierte Trienale von Luanda stattfinden.

Im Juni 2009 wurde in Luanda das erste Goethe-Institut im lusophonen Afrika eröffnet.


Bildung

Gerade im Bildungssektor sind die Auswirkungen des langen Bürgerkriegs spürbar; noch immer gibt es in Angola einen erheblichen Mangel an qualifizierter Arbeitskraft. Im Bereich der Grundschulbildung sind in den letzten Jahren beachtliche Fortschritte gemacht worden und heute besuchen bereits über 80 Prozent der Kinder die Grundschule (Ziel ist 100 Prozent bis 2017 mit Wiedereinführung der Schulpflicht). Der Standard der ist Schulen ist jedoch sehr niedrig, da auch die Lehrer nicht immer über ausreichende Ausbildung verfügen. Zudem mangelt es vielerorts noch immer an ausreichenden Unterrichtsräumen und Lehrmaterialien. Noch immer sind über 30 Prozent der Angolaner Analphabeten, wovon besonders Frauen betroffen sind.

Im Hochschulbereich gibt es neben der staatlichen "Agostinho-Neto-Universität" mittlerweile 16 weitere Universitäten sowie 44 Fachhochschulen, deren Zahl jährlich zunimmt. Auch im Hochschulbereich mangelt es jedoch an genügend qualifiziertem Lehrpersonal. Die Studienbewerber übersteigen regelmäßig deutlich die Zahl der angebotenen Studienplätze. Postgraduiertenstudien werden nur vereinzelt angeboten und daher in der Regel im Ausland absolviert.

Um dem Mangel an qualifizierten Arbeitsplätzen abzuhelfen, stellte die Regierung 2013 ein ambitioniertes Bildungsprogramm vor, durch das bis 2020 eine Million neue Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt werden sollen. Auch im Bereich Hochschulbildung wurde jüngst ein Reformpaket verabschiedet, das vor allem auch der Einführung neuer curricula dienen soll. Trotz der Defizite im Bildungssektor wurden die Ausgaben für Bildung um 23,6 Prozent im Vergleich zum Haushalt des Vorjahres gesenkt.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.