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Dominikanische Republik

Beziehungen zwischen der Dominikanischen Republik und Deutschland

Stand: Mai 2014

Politische Beziehungen

Für die politischen Beziehungen zwischen der Dominikanischen Republik und Deutschland sind die Wirtschaft (insbesondere der Tourismus) sowie die Entwicklungszusammenarbeit wesentliche Faktoren. Im Lande leben geschätzt rund 6 - 10.000 Deutsche (nach neuesten Erhebungen des VN-Bevölkerungsfonds weit weniger: 1792, nach Angaben der Dominikanischen Behörden: 3552), die sich hauptsächlich an der Nordküste (Puerto Plata, Cabarete und Sosúa) und in der Hauptstadt Santo Domingo niedergelassen haben. Im April 2007 besuchte der damalige deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier im Rahmen des regionalen Außenministertreffens der Europäischen Union mit der Rio-Gruppe die Dominikanische Republik. Im Juli 2010 stattete der ehemalige Staatspräsident Leonel Fernández als erstes Staatsoberhaupt der Dominikanischen Republik Deutschland einen offiziellen Besuch ab. Amtsnachfolger ist seit dem 16.8.2012 Danilo Medina Sanchez (gebräuchlicher Nachname: Medina).

Von den Politischen Stiftungen hat lediglich die Friedrich Ebert Stiftung ein Büro in Santo Domingo.


Wirtschaftsbeziehungen

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und der Dominikanischen Republik haben sich insbesondere seit dem Beginn des dominikanischen Wirtschaftsaufschwungs Ende der 90er Jahre intensiviert. Ca. 60 deutsche Firmen sind in der Dominikanischen Republik tätig. Die dominikanische Regierung ist an einer Verstärkung der Wirtschaftsbeziehungen interessiert: insbesondere an deutschen Produkten im Bereich der Medizintechnik , auch an alternativer Energietechnologie und deren Produkten, um Probleme im Energiesektor zu lösen, neuerdings an „sauberer“ Bergbautechologie, aber auch an Tourismus (Identifizierung neuer Sparten: Eco-Tourismus; Sport-/ Wellness-Tourismus).

Deutschland ist für die Dominikanische Republik einer der wichtigsten europäischen Absatzmärkte für ökologische Produkte (Bananen, Kakao und Kaffee). Zur Produktkontrolle hat sich ein deutsches Unternehmen für Öko-Standards in der Dominikanischen Republik niedergelassen. Aus Deutschland werden hauptsächlich Kfz und -teile, Maschinen sowie chemische Produkte eingeführt.

Seit dem 13.12.1957 besteht ein Freundschafts-, Handels- und Schifffahrtsvertrag, seit dem 23.07.2008 ein bilaterales Luftverkehrsabkommen. 2008 wurde zwischen CARIFORUM (16 Länder, einschl. Dominikanische Republik) und der Europäischen Union ein Wirtschaftspartnerschaftsabkommen unterzeichnet (Economic Partnership Agreement, EPA).
Ein geplanter deutsch-dominikanischer Investitionsförderungs- und Schutzvertrag (IFSV) wird angesichts des Übergangs der IFSV-Zuständigkeiten auf die EU seit 2011 nicht mehr bilateral, sondern voraussichtlich auf europäischer Ebene abgeschlossen werden.
Seit 1994 gibt es eine deutsch-dominikanische Handelskammer, die rund 130 Mitglieder umfasst und Mitglied der deutsch-regionalen Handelskammer für Zentralamerika und die Karibik ist. Sie ist außerdem Gründungsmitglied der Europäischen Handelskammer in der Dominikanischen Republik.


Entwicklungszusammenarbeit

Die Dominikanische Republik bedarf trotz erfolgreicher Eigenanstrengungen (u.a. Tourismus, Privatwirtschaft) zur Verbesserung entwicklungsrelevanter Indikatoren weiterhin internationaler Unterstützung. Bei einigen armuts-relevanten Indikatoren liegt die Dominikanische Republik im regionalen Vergleich auf einem hinteren Rang. Nach Angaben des dominikanischen Planungsministeriums leben über 40% Prozent der Dominikaner unterhalb der Armutsgrenze (10% davon in extremer Armut).

Schwerpunkt des deutschen Engagements ist die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen und der Klimaschutz. Der Gesamtumfang der bisherigen Entwicklungszusammenarbeit Deutschlands beträgt seit Beginn der Kooperation mehr als 230 Mio. EUR. Damit zählt Deutschland mit Spanien, Kanada und den USA zu den großen bilateralen Gebern. In Zukunft wird die Zusammenarbeit auf regionale Programme verlagert, behält aber bilaterale Projekte mit Schwerpunkt klimaverbessernde Maßnahmen bei.
Darüber hinaus trägt Deutschland mit rund 20% zur Finanzierung der Entwicklungszusammenarbeit der Europäischen Union bei, die - noch vor den den USA, der Weltbank und der Interamerikanischen Entwicklungsbank der wichtigste Geber der Dominikanischen Republik ist.


Kulturelle Beziehungen

Das Interesse an Deutschland, der deutschen Sprache und an kultureller Präsenz ist nicht zuletzt aufgrund der Entwicklung im Tourismussektor spürbar gestiegen. Deutschland wird nicht nur als Wirtschafts- und Technologieland, sondern auch als Kultur- und Sportnation wahrgenommen. Seit 1957 bietet die Deutsche Botschaft Sprachkurse an, an denen in den vergangenen Jahren durchschnittlich gut 1.000 Dominikanerinnen und Dominikaner pro Jahr teilgenommen haben. Seit September 2013 werden diese Sprachkurse u.a. von Stipendiaten des dominikanischen Hochschulministeriums wahrgenommen, die sich auf ein Aufbau- oder Doktorandenstudium in Deutschland, vor allem in den Fächern Medizin, Ingenieur- und Naturwissenschaften, vorbereiten wollen.

Anfang 2001 übergab die dominikanische Regierung dem Deutsch-Dominikanischen Kulturverein ein Haus in der von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten kolonialen Altstadt zur Nutzung als Kulturzentrum (Isabel La Católica Nr. 212, Zona Colonial, Santo Domingo). Es wurde mit Mitteln der Bundesregierung, des Deutsch-Dominikanischen Kulturvereins sowie (mit anteilig zwei Dritteln) mit Spenden deutscher Unternehmen restauriert. Es beherbergt sowohl das Kulturzentrum „Centro Dominico-Alemán“ als auch die bilaterale Handelskammer.
Sowohl die Deutsche Botschaft mit ihrem „Kleinen Kulturfonds“ als auch das „Centro Dominico-Alemán“ veranstalten deutsch-dominikanische Kulturprojekte, die Botschaft mit den Schwerpunkten Film, Musik, Tanz und Sportförderung.

7 der 32 Universitäten des Landes sind Partnerschaften mit deutschen Hochschulen eingegangen. Seit 2010 ist an der Universität Trier das „America Romana Centrum“ eingerichtet, das den interdisziplinären Forschungs-schwerpunkt Dominikanische Republik und „dominicanidad“ hat.

Seit September 2012 gibt es eine dominikanisch-deutsche Alumnivereinigung (ADOPEA) mit rd. 140 Mitgliedern.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.