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Dominikanische Republik

Beziehungen zwischen der Dominikanischen Republik und Deutschland

Stand: September 2016

Bilaterale Beziehungen

Die Beziehungen zwischen der Dominikanischen Republik und Deutschland sind gut. Insbesondere der Tourismus sowie die Entwicklungszusammenarbeit spielen dabei eine wesentliche Rolle. Im Land leben etwa 12.000 Deutsche, die sich hauptsächlich an der Nordküste (Puerto Plata, Cabarete, Sosúa) und in der Hauptstadt Santo Domingo niedergelassen haben.


Wirtschaft

Bereits seit 1957 besteht ein bilateraler Freundschafts-, Handels- und Schifffahrtsvertrag. Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und der Dominikanischen Republik haben sich insbesondere seit dem Beginn des dominikanischen Wirtschaftsaufschwungs Ende der 90er Jahre intensiviert. Deutschland ist für die Dominikanische Republik einer der wichtigsten europäischen Absatzmärkte für ökologische Produkte (Bananen, Kakao und Kaffee; zur Produktkontrolle hat sich ein deutsches Unternehmen für Öko-Standards in der Dominikanischen Republik niedergelassen. Aus Deutschland werden hauptsächlich Autos und Autoteile, Maschinen sowie chemische Produkte eingeführt.

Die dominikanische Regierung ist an einer Verstärkung der Wirtschaftsbeziehungen interessiert. Es besteht z.B. Bedarf insbesondere an deutschen Produkten im Bereich der Medizintechnik sowie an  Energie- und  Bergbautechnologie. Etwa 60 deutsche Firmen sind in der Dominikanischen Republik tätig. Seit 1994 gibt es eine deutsch-dominikanische Handelskammer. Als Mitglied der deutsch-regionalen Handelskammer für Zentralamerika und die Karibik sowie der Europäischen Handelskammer unterstützt sie den verstärkten  Austausch zwischen deutschen und dominikanischen Firmen.

Die Dominikanische Republik ist als CARIFORUM-Mitgliedstaat (15 Länder der Region) Mitunterzeichner des Wirtschaftspartnerschaftsabkommens (Economic  Partnership Agreement, EPA) mit der Europäischen Union von 2008, in dessen Rahmen den Ländern des Karibischen Raumes Handelserleichterungen und Entwicklungsunterstützung zugesichert werden.


Entwicklungszusammenarbeit

Die Dominikanische Republik bedarf, trotz erfolgreicher Eigenanstrengungen, zur Verbesserung entwicklungsrelevanter Indikatoren weiterhin internationaler Unterstützung. Nach Angaben der Weltbank (2015) leben über 35% der Dominikaner unterhalb der Armutsgrenze (knapp 6% in extremer Armut).

Schwerpunkt des deutschen Engagements ist die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen und der Klimaschutz. Der Gesamtumfang der bisherigen Entwicklungszusammenarbeit Deutschlands beträgt seit Beginn der Kooperation mehr als 230 Mio. EUR. Damit zählt Deutschland mit Spanien, Kanada und den USA zu den großen bilateralen Gebern. Die dominikanische Republik ist aber kein offizielles Partnerland der deutschen EZ mehr. Es gibt jedoch ein FZ-Energieeffizienzprogramm, das im Einklang mit der Gesamtstrategie der deutschen EZ steht, den klimafreundlichen Ausbau der Energieerzeugung und die Steigerung der Energieeffizienz in Lateinamerika und der Karibik zu fördern. In Zukunft wird die Zusammenarbeit auch auf regionale Programme verlagert, behält aber Projekte mit einem Schwerpunkt auf klimaverbessernde Maßnahmen bei.

Darüber hinaus trägt Deutschland mit  gut 20% zur Finanzierung der Entwicklungszusammenarbeit der Europäischen Union bei, die - noch vor den USA, der Weltbank und der Interamerikanischen Entwicklungsbank - der wichtigste Geber der Dominikanischen Republik ist.


Kultur und Bildung

Das Interesse an Deutschland, der deutschen Sprache und kultureller Präsenz ist auch als Folge der steigenden Zahl deutscher Urlauber spürbar gestiegen. Deutschland wird zudem als Wirtschafts- und Technologieland, aber auch als Kultur- und Sportnation wahrgenommen.

Sieben der 32 Universitäten des Landes sind Partnerschaften mit deutschen Hochschulen eingegangen und ermöglichen ausbaufähige Dozenten- und Studentenbegegnungen. Seit 2010 richtet die Universität Trier mit dem 'America Romana Centrum' und dem interdisziplinären Forschungsschwerpunkt 'dominicanidad' einen besonderen Fokus auf die Dominikanische Republik.

Bereits seit 1957 bietet die Deutsche Botschaft Sprachkurse an, an denen in den vergangenen Jahren durchschnittlich über 1.000 Dominikanerinnen und Dominikaner pro Jahr teilgenommen haben. Ein 2013 gestartetes Sprachkursangebot speziell für Stipendiaten des dominikanischen Hochschulministeriums, die sich auf ein Aufbau- oder Doktorandenstudium in Deutschland vorbereiten wollen, soll weitergeführt werden. Die dominikanisch-deutsche Alumnivereinigung ADEA (Asociación Dominicana de  Egresados de Alemania)  bieten ein Kontaktforum für an Deutschland interessierte Dominikaner. 

2001 übergab die dominikanische Regierung dem deutsch-dominikanischen Kulturverein ein Haus in der von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten kolonialen Altstadt. Es wurde mit Mitteln der Bundesregierung, des Deutsch-Dominikanischen Kulturvereins sowie mit Spenden deutscher Unternehmen restauriert und beherbergt sowohl das Kulturzentrum „Centro Dominico-Alemán“ als auch die bilaterale Handelskammer.

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