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Dominikanische Republik

Beziehungen zwischen der Dominikanischen Republik und Deutschland

Stand: September 2013

Politische Beziehungen

Für die politischen Beziehungen zwischen der Dominikanischen Republik und Deutschland sind die Wirtschaft (insbesondere der Tourismus) sowie die Entwicklungszusammenarbeit wesentliche Faktoren. Im Lande leben nach neuesten Erhebungen des VN-Bevölkerungsfonds 1.792 Deutsche (bisher ging man von ca. 10.000 deutschen Einwohnern aus), die sich hauptsächlich an der Nordküste (Puerto Plata, Cabarete und Sosua) und in der Hauptstadt Santo Domingo niedergelassen haben. Im April 2007 besuchte der ehemalige deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier im Rahmen des regionalen Außenministertreffens der Europäischen Union mit der Rio-Gruppe die Dominikanische Republik. Im Juli 2010 stattete der damalige Staatspräsident Leonel Fernández als erstes Staatsoberhaupt der Dominikanischen Republik Deutschland einen offiziellen Besuch ab. Amtsnachfolger ist seit dem 16.8.2012 Danilo Medina Sanchez (gebräuchlicher Nachname: Medina).


Wirtschaftsbeziehungen

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und der Dominikanischen Republik haben sich insbesondere seit dem Beginn des dominikanischen Wirtschaftsaufschwungs Ende der 90er Jahre stark intensiviert. Ca. 60 deutsche Firmen sind in der Dominikanischen Republik tätig. Die dominikanische Regierung ist insbesondere auch an deutschen Produkten im Bereich alternative Energien interessiert, um Probleme im Energiesektor zu lösen.

Deutschland ist für die Dominikanische Republik einer der wichtigsten europäischen Absatzmärkte für ökologische Produkte (Bananen, Kakao und Kaffee). Zur Produkt­kontrolle hat sich ein deutsches Unternehmen für Öko-Standards in der Dominikanischen Republik niedergelassen. Aus Deutschland werden hauptsächlich Kfz und -teile, Maschinen sowie chemische Produkte eingeführt.

Seit dem 13.12.1957 bestehen ein Freundschafts-, Handels- und Schifffahrtsvertrag sowie ein Luftverkehrs­abkommen vom 23.07.1992. Im Jahr 2008 wurde zwischen CARIFORUM und der Europäischen Union ein Wirtschafts­partnerschaftsabkommen unterzeichnet. Ein bisher anverhandelter deutsch-dominikanischer Investitionsförderungs- und Schutzvertrag (IFSV) wird angesichts des Übergangs der IFSV-Zuständigkeiten auf die EU nicht mehr bilateral, sondern voraussichtlich auf europäischer Ebene abgeschlossen werden.Seit 1994 gibt es eine deutsch-dominikanische Handelskammer, die rund 130 Mitglieder umfasst und Mitglied der deutsch-regionalen Handelskammer für Zentralamerika und die Karibik ist. Sie ist außerdem Gründungsmitglied der Europäischen Handelskammer in der Dominikanischen Republik.


Entwicklungszusammenarbeit

Die Dominikanische Republik bedarf trotz erfolgreicher Eigenanstrengungen (u.a. Tourismus, Privatwirtschaft) zur Verbesserung entwicklungsrelevanter Indikatoren weiterhin internationaler Unterstützung. Bei einigen armutsrelevanten Indikatoren liegt die Dominikanische Republik im regionalen Vergleich auf einem hinteren Rang. Nach Angaben des dominikanischen Planungsministeriums leben über 40% Prozent der Dominikaner unterhalb der Armutsgrenze (10% in extremer Armut).

Schwerpunkt des deutschen Engagements ist die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen. Der Gesamt­umfang der bisherigen Entwicklungszusammenarbeit Deutschlands beträgt seit Beginn der Kooperation mehr als 230 Mio. EUR. Damit zählt Deutschland mit Spanien, Kanada und den USA zu den großen bilateralen Gebern. In Zukunft wird die Zusammenarbeit auf regionale Programme verlagert, behält aber bilaterale Projekte mit Schwerpunkt Klimaverbesserung bei. Darüber hinaus trägt Deutschland mit rund 20% zur Finanzierung der Entwicklungszusammen­arbeit der Europäischen Union bei, die zu den wichtigsten multilateralen Gebern der Dominikanischen Republik gehört.


Kulturelle Beziehungen

Das Interesse an Deutschland, der deutschen Sprache und an kultureller Präsenz ist nicht zuletzt aufgrund der Entwicklung im Tourismussektor spürbar gestiegen. Deutschland wird nicht nur als Wirtschafts- und Technologie­land, sondern auch als Kulturnation wahrgenommen. Seit 1957 bietet die Deutsche Botschaft Sprachkurse an, an denen in den vergangenen Jahren durchschnittlich gut 1.000 Dominikanerinnen und Dominikaner pro Jahr teilgenommen haben. Seit September d.J. kommen diese Sprachkurse u.a. gezielt dominikanischen Stipendiaten zugute, die sich auf ein Aufbaustudium in Deutschland in den Fächern Medizin, Ingenieur- und Naturwissenschaften vorbereiten wollen.

Anfang 2001 hatte die dominikanische Regierung dem Deutsch-Dominikanischen Kulturverein ein Haus in der von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten kolonialen Altstadt zur Nutzung als Kulturzentrum übergeben (Isabel La Católica Nr. 212, Zona Colonial, Santo Domingo). Es wurde mit Mitteln der Bundesregierung, des Deutsch-Dominikanischen Kulturvereins sowie mit Spenden deutscher Unternehmen restauriert. Es beherbergt sowohl das Kulturzentrum „Centro Dominico-Alemán“ als auch die bilaterale Handelskammer.

7 der 32 Universitäten des Landes sind Partnerschaften mit deutschen Hochschulen eingegangen. Seit September 2012 gibt es eine dominikanisch-deutsche Alumnivereinigung (ADOPEA).



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.