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Sambia

Wirtschaft und Umwelt

Stand: April 2016

Aktuelle Lage und Entwicklungstendenzen

Sambia verfügt über reiche Bodenschätze (vor allem Kupfer, Kobalt, Edelsteine) und große Wasserressourcen, ein insgesamt gemäßigtes Klima und ausgedehnte landwirtschaftlich nutzbare Flächen. Durch die Viktoriafälle, den Karibasee und mehrere Nationalparks mit hoher Wildtierdichte sowie anderer landschaftlich reizvoller Attraktionen verfügt das Land zudem über ein enormes touristisches Potenzial.

Nachdem Sambias Wirtschaft in der letzten Dekade um durchschnittlich sieben Prozent gewachsen war, betrug das Wachstum 2014 nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) noch 5,6 Prozent und 2015 rund 3 Prozent.

Derzeit durchläuft das Land eine schwere Wirtschafts-, Energie- und Finanzkrise. Vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage hat die sambische Regierung im Februar 2016 angekündigt, mit dem IWF in Verhandlungen über ein Hilfsprogramm eintreten zu wollen. Hauptgründe für die schlechte Haushaltssituation sind unter anderem eine umfangreiche Erhöhung der Gehälter im öffentlichen Dienst sowie unerwartete Defizite in Folge eines drastischen Einbruchs der Erlöse für Kupfer auf dem Weltmarkt (mehr als 70 Prozent der sambischen Exporterlöse entfallen auf Kupfer).

Zu den Ursachen der Energiekrise zählen vor allem schwache Regenfälle infolge des Wetterphänomens El Nino und eine Übernutzung der Reservoirs. Da Sambias Energiebedarf maßgeblich durch Wasserkraft gedeckt wird, führen die stark gesunkenen Wasserspiegel seit Juli 2015 zu Stromabschaltungen von 8 bis 14 Stunden täglich. Dies wiederum wirkt sich negativ auf die sambische Wirtschaft aus.

Aufgrund des in den letzten Jahren gestiegenen Pro-Kopf-Einkommens (1.772 US-Dollar im Jahr 2014), wird Sambia von der Weltbank nicht mehr als "low income country" (bis 1.005 US-Dollar) klassifiziert, sondern als "lower middle income country" (1.006 – 3.975 US-Dollar). Der Anteil der Personen, die in Armut leben, beträgt allerdings weiterhin rund 60 Prozent.


Wichtige Wirtschaftszweige

Die wichtigsten Wirtschaftszweige Sambias sind der Bergbau, die Landwirtschaft, das Bauwesen und der Groß- und Einzelhandel. Zusätzlich stützte sich das Wirtschaftswachstum in den vergangenen Jahren auf signifikante Zuwächse in den Bereichen Transport und Kommunikation, Tourismus, sowie im Dienstleistungssektor.


Außenhandel

Im Jahr 2014 belief sich der Wert aller Warenexporte aus Sambia auf circa 11,25 Milliarden US-Dollar (vgl. 2013: 10,6 Milliarden US-Dollar), der aller Einfuhren auf circa 9,4 Milliarden US-Dollar (vgl. 2011: 6,5 Milliarden US-Dollar).

Die mit Abstand wichtigsten Exportgüter bleiben Kupfer und andere Bergbauprodukte (circa 80 Prozent), ferner Rohbaumwolle und Rohtabak. Ein positiver Trend im Bereich der Non-traditional-Exports (NTE) hat sich gefestigt, diese machen mittlerweile konstant circa 20 Prozent der sambischen Exporte aus. Die wichtigsten Einfuhrgüter sind neben Rohstoffen (Rohöl und Eisen), die hauptsächlich aus den Nachbarländern kommen, auch Maschinen und Fahrzeuge sowie weitere Investitionsgüter für den Bergbau.

Die bedeutendsten Handelspartner für den Import sind Südafrika, China und Indien. Im Exportbereich zählen auch China, Südafrika und Simbabwe sowie die Demokratische Republik Kongo zu den wichtigsten Zielländern.

Im Jahr 2015 importierte Deutschland laut Statistischem Bundesamt Waren in Höhe von etwa 25,7 Millionen Euro aus Sambia. Dieser Wert liegt knapp über dem des Jahres 2014 (23,5 Millionen Euro). Gleichzeitig exportierte Deutschland im Jahr 2015 mit Gütern im Wert von 58,5 Millionen Euro weniger nach Sambia als im Vorjahr (2014: 80,6 Millionen Euro).

Sambia ist durch seine Mitgliedschaft in der Southern African Development Community (SADC) und im Common Market for Eastern and Southern Africa (COMESA) in die Regionalwirtschaft einbezogen. Zusätzlich zur SADC und dem COMESA ist der asiatische Wirtschaftsraum für sambische Im- und Exporte von großer Bedeutung.


Umweltpolitik

Der Schutz der Umwelt und der natürlichen Ressourcen ist ein wichtiges Thema des Sechsten Nationalen Entwicklungsplanes (2011–2015) Sambias, in der Überarbeitung allerdings kein eigener Schwerpunkt mehr. Der Fokus liegt auf der Vermeidung/Umkehr der fortschreitenden Entwaldung, dem Erhalt der Wildtierbestände sowie einer Verhinderung der Verarmung und Verminderung der Natur und von Feuchtbiotopen. Hierzu gehören unter anderem Wiederaufforstungen, nachhaltiges Landmanagement, die Aussetzung von Nashörnern in verschiedenen Natur- und Nationalparks sowie die Überprüfung und Stärkung rechtlicher Rahmenbedingungen für den Schutz und Erhalt der Umwelt (Novellierung des Forstgesetzes, der Naturschutzgesetzgebung und des Kulturerbegesetzes).

Sambia zählt zu den Ländern mit den weltweit höchsten Abholzungsraten. Wilderei hat drastisch zugenommen und gerichtlich wird derzeit über die Zulassung von Bergbauaktivitäten in Nationalparks gestritten.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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