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Kenia

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Januar 2017

Politische Beziehungen

Deutschland und Kenia pflegen traditionell enge und partnerschaftliche Beziehungen, die auf einem breiten Austausch im politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereich gründen. Deutschland war der erste Staat, der Kenia nach der Unabhängigkeit im Jahr 1963 völkerrechtlich anerkannte. Der regionalpolitische Stellenwert macht Kenia zu einem wichtigen Ansprechpartner in einer von zahlreichen Krisen gezeichneten Region (Somalia, Südsudan, Große Seen). Bundesaußenminister Steinmeier besuchte Kenia im Februar 2015, Bundesminister Müller im März 2016. Der kenianische Staatspräsident Kenyatta war im April 2016 in Berlin. Kenia ist eines der wichtigsten Partnerländer der deutschen entwicklungspolitischen Zusammenarbeit. Deutsche Medien sowie die Mehrzahl der deutschen politischen Stiftungen unterhalten in Nairobi Regionalbüros.

Wirtschaftsbeziehungen und Entwicklungszusammenarbeit

Das deutsche wirtschaftliche Interesse an Kenia hat sich über die letzten Jahre verstärkt, weitere Firmen aus Deutschland haben sich angesiedelt. Die Einfuhren von Kenia nach Deutschland beliefen sich im Jahr 2014 auf 143 Millionen Euro (2013: 114 Millionen Euro). Deutsche Ausfuhren nach Kenia betrugen im Jahr 2014 316,9 Millionen Euro (2013: 299 Millionen Euro). 

Wichtigste deutsche Exportgüter nach Kenia sind Solar- und Windtechnik, Maschinen, chemische und pharmazeutische Erzeugnisse sowie Kfz. Deutschland importiert aus Kenia insbesondere Schnittblumen, Tee, Kaffee und Gemüse.

Kenia und Deutschland unterzeichneten 1979 ein Doppelbesteuerungsabkommen und 2000 ein Investitionsschutzabkommen. Im November 2012 feierte die "German Business Association" (GBA) ihr 25-jähriges Bestehen. Die Messe Frankfurt hat 2011 ein Regionalbüro in Nairobi eröffnet. Neben der GBA ist die deutsche Wirtschaft seit März 2012 durch einen Delegierten sowie einen Korrespondenten der GTAI vertreten. Im Oktober 2015 hat die Lufthansa nach 16jähriger Pause den Flugverkehr nach Nairobi wieder aufgenommen.

Kenia ist ein wichtiger Partner deutscher Entwicklungszusammenarbeit (EZ). Für 2017/18 wurde EZ  im Wert von bis zu 252,35 Mio Euros zugsagt. Schwerpunkte der bilateralen EntwicklungsZusammenarbeit sind Landwirtschaft, Gesundheit, Wasser (bis 2020) und Nachhaltige Wirtschaftentwicklung/Jugendbeschäftigung (ab 2017). Darüber hinaus gibt es langjährige und finanziell bedeutende Engagements in den Bereichen Good Governance und Energie. Neben dem BMZ sind auch andere Bundesressorts mit Vorhaben in Kenia aktiv (so v.a. AA und BMUB).

Kulturelle Beziehungen

Wissenschaftliche Zusammenarbeit, Stipendien und Sportförderung bilden Schwerpunkte der kulturpolitischen Kooperation. Seit Januar 1988 wird Deutsch an mittlerweile 58 kenianischen Oberschulen unterrichtet.

Das Goethe-Institut in Nairobi engagiert sich im Bereich Förderung der deutschen Kultur und Sprache und feierte 2013 sein 50-jähriges Bestehen in Kenia. Das Regionalbüro des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in Nairobi besteht seit über 40 Jahren. Es fördert den wissenschaftlichen Austausch zwischen Kenia und Deutschland. In einer Vielzahl von Programmen unterstützt der DAAD besonders begabte kenianische Studierende mit Stipendien sowohl in Deutschland als auch in Kenia. Ferner ist der DAAD im Bereich des Hochschulmanagements aktiv und vermittelt Kontakte zwischen deutschen und kenianischen Bildungseinrichtungen. Darüber hinaus vergab der DAAD  300 Sur-Place-Stipendien an Studenten der Universität von Garissa, die am 02.04.2015 Ziel eines Anschlags der Al Shabaab-Miliz mit über 140 Toten war.

Die Deutsche Schule in Nairobi mit circa 300 Schülern und Kindern im Kindergarten führt als deutschsprachige Auslandsschule bis zum Abitur. Neben einem Stipendienprogramm für Kenianer hat die Deutsche Schule den zweisprachigen Unterricht ausgeweitet und die deutsche internationale Abiturprüfung (diap) als Abschluss eingeführt, um die Schule auch für kenianische und Schüler der internationalen Gemeinde attraktiver zu machen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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