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Angola

Wirtschaft

Stand: Mai 2017

Wirtschaftsstruktur

Viele Jahre war die angolanische Volkswirtschaft abhängig vom Ölsektor. In den Nachkriegsjahren bedeuteten die Erlöse aus Öl und Gas über 50 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, über 90 Prozent der Exporteinnahmen. Seit einigen Jahren bemüht sich die angolanische Regierung zunehmend um eine Diversifizierung ihrer Wirtschaft. Mit Programmen wie "Angola Investe" (Angola investiert) und verschiedenen Förderprogrammen für unternehmerische Tätigkeit oder die landwirtschaftliche Produktion versucht die Regierung Anreize zu schaffen. Zudem verstärkt die Regierung Wirtschaftsreformen, um öffentliche Unternehmen durch Restrukturierungen und teilweise Privatisierung effizienter zu machen. Auch wurde eine Steuerreform mit dem Ziel ausgearbeitet, die nationale Produktion außerhalb des Erdölsektors zu verbilligen.

So gelang es bis 2014, den Öl- und Gasanteil am BIP auf unter 38 Prozent zu senken. Der "Nichtölsektor" weist seit Ende des Bürgerkrieges 2002 respektable Wachstumsraten auf, die in der Regel über 10 Prozent lagen. Aber auch in 2014 stammten noch etwa 70 Prozent der Steuereinnahmen aus dem Ölsektor. Die Ölabhängigkeit bleibt damit weiterhin groß.

Um durch den verfallenen Rohölpreis entstandene Einnahmeausfälle im Staatshaushalt zu schließen, bemühte sich die Regierung um internationale Finanzierungen, u.a. durch die Weltbank und die Begebung einer Eurobond-Anleihe i.H.v. 1,5 Mrd USD im November 2015. Ein im April 2016 eingereichter Antrag auf ein Strukturreformunterstützungsprogramm des IWF (Internationaler Währungsfonds) wurde im Juni 2016 wieder zurückgezogen.

Im Oktober 2012 legte die angolanische Regierung den durch Einnahmen aus Ölverkäufen gedeckten "Unabhängigen Fonds" (Fundo Soberano de Angola) in Höhe von 5 Mrd USD auf, der vor allem für Investitionen in die Infrastruktur dienen soll.


Wirtschaftslage

In den ersten Jahren nach Ende des Bürgerkrieges gehörte Angola mit Raten um 20 Prozent zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Mit Verfall des Rohölpreises fiel das Wachstum jedoch dramatisch ab und lag 2015 nur noch bei etwa 3 Prozent. Für 2016 wird gar nur mit einem Wachstum von unter 1 Prozent gerechnet.

Die gefallenen Ölpreise und Maßnahmen zur Stützung der nationalen Währung haben seit 2009 auch zu einem deutlichen Rückgang der Währungsreserven und zu Zahlungsrückständen geführt. Auch die Staatsverschuldung stieg deutlich an. In 2016 lag das Budgetdefizit bei etwa 7 Prozent und die Bruttoverschuldung damit bei knapp 80 Prozent. In 2016 musste der Staatshaushalt angepasst werden, nachdem der ursprüngliche Haushalt auf einer Einnahmenprognose aus Erdölerlösen fußte, die sich bald als unerreichbar erwies. Die Inflation sank von mehr als 100 Prozent nach Kriegsende zunächst auf unter 10 Prozent, stieg jedoch zuletzt wieder deutlich an. Für 2017 wird mit einer Rate von knapp 40 Prozent gerechnet.


Wichtigste Wirtschaftszweige

Angola verfügt über natürliche Ressourcen in großem Ausmaß (Erdöl, Diamanten, Mineralien, Landwirtschaft und Fischerei). Seine Wirtschaft ist - wenngleich in abnehmendem Maße – mit etwa 70 Prozent der öffentlichen Einnahmen vom Erlös seiner Erdölindustrie abhängig. Angola ist neben Nigeria der größte Erdölproduzent in Subsahara-Afrika (2015: 1,83 Millionen Fass täglich).

In den Nachkriegsjahren hat Angola bedeutende Infrastrukturinvestitionen getätigt und damit der Bau- und Transportindustrie zu einem Boom verholfen. Dieser Zweig trug phasenweise deutliche über 10 Prozent zum BIP bei, leidet aber seit Ausbruch der Wirtschaftskrise deutlich. 

Angola hat bedeutende Vorkommen an Diamanten, Gold, Platin und anderen Edelmetallen. Zudem werden Phosphat, Kohle und Uran abgebaut. Der Bergbausektor trägt etwa 5 Prozent zum BIP bei.

Knapp 70 Prozent aller Erwerbstätigen arbeitet in der Landwirtschaft. Dennoch produziert Angola lediglich etwa 20 Prozent seines Bedarfs an Nahrungsmitteln.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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