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Energiesicherheit

Globale Herausforderungen lassen sich nicht im Alleingang lösen: Energiesicherheit, Umweltschutz und Armutsbekämpfung können nur gemeinsam auf internationaler Ebene bewältigt werden.

Energieaußenpolitik

Das Thema Energiesicherheit gewinnt angesichts international steigender Nachfrage an Energieträgern, neuen regionalen wirtschaftlichen Kooperationen und potenziell instabilen Regionen zunehmend an Bedeutung für die Formulierung und Gestaltung von Außenpolitik. Die Herausforderungen für Deutschland und Europa sind dabei:

  • Sicherung und Diversifizierung der Bezugsquellen
  • Ausbau des Dialogs mit Liefer-, Transit- und den großen Verbraucherländern, vor allem den neuen Industriestaaten
  • Eintreten für die Einhaltung der internationalen Umwelt- und Klimaschutzabkkommen
  • Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien
  • Förderung des wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Know-how-Transfers deutscher Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Partnerländern.

Das Streben nach einer dauerhaften, verlässlichen Energieversorgung gewinnt für eine relativ rohstoffarme Industrie- und Technologienation wie Deutschland immer größere außen- und sicherheitspolitische Bedeutung. Zwei Herausforderungen stehen im Vordergrund:

  • Erstens muss Deutschland in Zukunft verstärkt regional und global kooperieren, um eine nachhaltige Energiepolitik gewährleisten zu können.
  • Zweitens geht es darum, den Wandel von fossilen Energieträgern hin zu erneuerbaren Energien aktiv begleiten. Erneuerbare Energien werden – nach Kohle und Öl – die Initialzündung einer dritten industriellen Revolution sein.

Erneuerbare Energien - national und international

Deutschland blickt als Wegbereiter im Bereich der erneuerbaren Energien auf langjährige Erfahrungen zurück. Eine langfristige, sichere und nachhaltige Energieversorgung kann nur mit dem weiteren Ausbau und verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien erreicht werden. Dies gilt um so mehr, als die deutsche Bundesregierung im Juni 2011 beschlossen hat, bis Ende 2022 vollständig aus der Energiegewinnung durch Kernenergie auszusteigen. Die Bundesregierung setzt sich daher für den entschlossenen Ausbau erneuerbarer Energien ein, sowohl in Deutschland als auch weltweit. Zu dem Energiemix der Zukunft gehören die Bereiche Windenergie, Bioenergie, Solarenergie, Wasserkraft und Geothermie, welche langfristig unseren Energiebedarf decken können. Zudem erweisen sie sich als weitaus umweltschonender gegenüber den konventionell eingesetzten Energieträgern.

In Deutschland konnten mit einer intensiven Förderung, insbesondere durch die Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahre 2000, große Fortschritte erreicht werden. Als Strukturprinzipien des EEG gelten die Verpflichtung der Netzbetreiber zum Netzanschluss von erneuerbaren Energien und den gegebenenfalls hierfür erforderlichen Netzausbau, die vorrangige Abnahme und Verteilung des Stroms aus erneuerbaren Energien (Einspeisevorrang) und die Vergütung des Stroms zu einem grundsätzlich kostendeckenden, festen Vergütungssatz. 2010 lag der Anteil von erneuerbaren Energien am gesamten Endenergieverbrauch bei 11,0 Prozent. Für das Jahr 2020 plant die Bundesregierung einen Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch von 18 Prozent. Perspektivisch gesehen sollen die erneuerbaren Energien den Hauptanteil an der deutschen Energieversorgung übernehmen. In ihrem Energiekonzept vom 28. September 2010 nennt die Bundesregierung als Zielvorgabe einen Anteil von 60 Prozent durch erneuerbare Energien am Endenergieverbrauch bis 2050.

Die Förderung erneuerbarer Energien erhöht die deutsche Energiesicherheit und senkt die deutschen CO2-Emissionen. Die Förderung erneuerbarer Energien konnte zudem zum Aufbau eines neuen Industriesektors in Deutschland beigetragen. 2010 lag die Beschäftigtenzahl im Sektor der erneuerbaren Energien bei 367.400, Tendenz steigend. Bis zum Jahr 2030 werden 700.000 Beschäftigte für diesen Sektor prognostiziert, was zur Folge hätte, dass der Sektor Erneuerbare Energien den bisher größten Wirtschaftssektor Automobilbranche ablöst. In Deutschland wurden 2010 26,6 Milliarden Euro in erneuerbare Energieanlagen investiert.

Wissen und Technik „Made in Germany“ sind Exportschlager und werden weltweit zur Strom-, Wärme- und Kraftstofferzeugung aus erneuerbaren Energien eingesetzt. Hierzu dient auch die Exportinitiative Erneuerbare Energien. Diese unterstützt deutsche Unternehmen der Erneuerbaren-Energien-Branche, sich erfolgreich international zu positionieren.

Die erfolgreiche Förderung erneuerbarer Energien in Deutschland hat dazu geführt, dass weltweit inzwischen über 40 Staaten die Prinzipien des EEG umgesetzt und Einspeisetarife eingeführt haben. Die Bundesregierung wirbt bei ihren internationalen Partnern für einen zügigen Ausbau erneuerbarer Energien.

In fast allen Staaten dieser Welt sind die natürlichen Voraussetzungen für die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien gegeben – genügend Sonne, Wind, Wasser, Erdwärme und Biomasse finden sich fast überall. Häufig mangelt es nur an Wissen darüber, wie das Energiesystem eines Landes auf erneuerbare Energien umgestellt werden kann und welche effizienten Fördermöglichkeiten es gibt. Ein entscheidender Schritt zur Lösung dieses Problems war im Januar 2009 die Gründung der Internationalen Organisation für Erneuerbare Energien IRENA (International Renewable Energy Agency). Heute hat die IRENA bereits über 80 Mitglieder.


Stand 22.07.2011

Links zum Thema ...

Erneuerbare Energien

Bundesverband Erneuerbare Energien

Informationsseite des BMU

Exportinitiative Erneuerbare Energien des BMWi

Internationale Organisation für Erneuerbare Energien (IRENA)

Informationszentrum klimafreundliches Kohlekraftwerk e.V.

Internationale Konferenz für Erneuerbare Energien

Bundesverband Solarwirtschaft

Klima

Informationsseite des BMU zum Emissionshandel

Klimaschutzinstrumente Clean Development Mechanism (CDM) und Joint Implementation (JI)

Organisationen / Institutionen

Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

Informationen des BMWi zur Energiepolitik

Informationen des BMWi zur Rohstoffpolitik

Umweltbundesamt - Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt)

Deutsche Energie-Agentur

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Europäische Kommission

Exportinitiative Energieeffizienz des BMWi

offizielle Statistiken der US-Regierung zu Energien

Energy Charter

www.energy-community.org

Informationsseite der Europäischen Union

Internationale Energieagentur (IEA)

Analysen und Prognosen der IEA

Organisation erdölexportierender Länder

Renewable Energy Network for the 21st century

Informationen und Tipps der dena zu Energieerzeugung und -verbrauch

United Nations Framework Convention on Climate Change

Rohstoffe

Informationen des BMWi zur Rohstoffpolitik

Extractive Industries Transparency Initiative