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Kroatien

Wirtschaftspolitik

Stand: März 2014

Die wirtschaftliche Lage Kroatiens ist auch im mittlerweile fünften Jahr der Rezession schwierig. 2013 schrumpfte das BIP erneut um ca. 1 Prozent, die Arbeitslosigkeit lag Ende 2013 bei fast 19 Prozent. Angesichts der angespannten Haushaltslage hat die Regierung wenig Spielraum für Maßnahmen zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums. Die kroatische Währung Kuna ist wertstabil, sowohl binnenwirtschaftlich als auch im Verhältnis zum Euro. Trotz unverkennbaren Abwertungsdrucks hält die Notenbank an einer engen Anbindung der Kuna am Euro fest.

Das besondere Augenmerk der kroatischen Wirtschafts- und Finanzpolitik gilt der Senkung des Haushaltsdefizits (2013: ca. -5,4 Prozent des BIP). Erste Schritte waren Ausgaben­kürzungen sowie vor allem eine Verbesserung der Steuerzahlungsmoral und damit höhere Steuereinnahmen. Zudem wurden Strukturreformen begonnen: Durchforstung der öffentlichen Unternehmen, Arbeitsmarktreformen, Maßnahmen zum Abbau der Zahlungsrückstände im gesamten Wirtschaftskreislauf. Aufgrund des hohen Haushaltsdefizits wurde am 28.01.2014 ein EU-Verfahren wegen übermäßigen Defizits (Excessive Deficit Procedure) gegen Kroatien eingeleitet.

Wirtschaftssektoren

Kroatien erwirtschaftete 2013 ein BIP von € 43,9 Milliarden. Bestimmender Wirtschaftssektor sind die Dienstleistungen mit einem Anteil von 70 Prozent an der Wertschöpfung. Rund 20 Prozent des BIP generiert der Fremdenverkehr. 2013 besuchten 12,4 Millionen Touristen Kroatien, 5,1 Prozent mehr als im Vorjahr, davon 1,93 Millionen deutsche Touristen, 4,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der zweitgrößte Industriezweig ist der Schiffsbau, der sich in einer Umstrukturierung befindet.

In der verarbeitenden Industrie dominiert die Nahrungs­mittelindustrie, gefolgt von der Verlags- und Druckindustrie, der Produktion nichtmetallischer Mineralprodukte, der chemischen Industrie, der Herstellung von Metallprodukten, Transportmitteln, elektrischen Maschinen und Geräten, sowie der Holzverarbeitung und -herstellung. Land- und Forstwirtschaft sowie die Fischerei tragen ca. 5 Prozent zum BIP bei.

Außenhandel

Der Exportanteil gemessen am BIP--Bruttoinlandsprodukt beträgt nur 19 Prozent. Inzwischen werden rund zwei Drittel des Außenhandels mit den Mitgliedstaaten der Europäischen Union abgewickelt. 2012 waren Italien, Deutschland, Slowenien, Österreich, Bosnien und Herzegowina, Ungarn und Russland die wichtigsten Handelspartner. Die Leistungsbilanz weist für 2013 einen Saldo von -0,9 Prozent des BIP auf (Vorjahr: -0,2 Prozent). Die Devisenreserven der Kroatischen Nationalbank beliefen sich Ende 2013 auf € 12,9 Milliarden Euro und deckten die Importe von zehn Monaten ab.

Ausländische Investitionen

Im Zeitraum von 1993 bis 2013 beliefen sich die Auslandsinvestitionen auf etwa 27,2 Milliarden Euro. Der deutsche Anteil daran beträgt rund 12 Prozent. Damit steht Deutschland nach Österreich an zweiter Stelle.

Ausländisches Kapital wurde insbesondere in den Bereichen Finanzen, Telekommunikation, Immobilienwirtschaft, Petrochemie, Erdöl- und Gasförderung, Hotel- und Gastgewerbe sowie pharmazeutische Industrie angelegt. Größter deutscher Investor ist die Deutsche Telekom, die eine Mehrheit an der Kroatischen Telekom hält.

Seit dem Beitritt Kroatiens zur Europäischen Union am 1. Juli 2013 hofft das Land auf erhebliche Mittel aus EU-Fonds für Infrastrukturinvestitionen und Investitionen in die Landwirtschaft. Hierfür ist eine Erhöhung der Absorptionsfähigkeit zur Vorbereitung und Durchführung entsprechender Vorhaben erforderlich. 2013 wurden mehrere branchenspezifische Rahmenpläne entwickelt und die Bedingungen für Auslandsinvestitionen durch die Verabschiedung von Investitionschutzgesetzen und Gesetzen zur Arbeitsmarktregulierung spürbar verbessert.



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Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.