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Kasachstan

Beziehungen zwischen Kasachstan und Deutschland

Stand: März 2013

Politische Beziehungen

Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Kasachstan entwickeln sich gut. Präsident Nasarbajew besuchte am 08.02.2012 Berlin zu Gesprächen mit Bundespräsident Wulff und Bundeskanzlerin Merkel. Anlässlich dieses Besuchs unterzeichneten Deutschland und Kasachstan das Abkommen über Rohstoff- und Technologietransfer. Im Herbst 2012 reisten der kasachische Premierminister Achmetow sowie Parlamentspräsident Nigmatullin zu Gesprächen nach Deutschland.

Bundesaußenminister Westerwelle war am 29. August 2012 in Astana und traf u.a. mit Präsident Nasarbajew zusammen. Am 31. Januar und 1. Februar 2013 reiste der kasachische Außenminister Idrissow nach Berlin.


Wirtschaftsbeziehungen

Kasachstan ist für Deutschland der mit Abstand wichtigste Handelspartner in Zentralasien, auch wenn das bilaterale Handelsvolumen 2012 im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig war (2012: 5,93 Mrd. €; 2011: 6,2 Mrd. €; -4,4%). Kasachstan hat wie in den vergangenen Jahren gegenüber Deutschland einen deutlichen Handelsbilanzüberschuss erwirtschaftet. Wichtigste deutsche Exportprodukte sind Maschinen, elektrische Ausrüstungen, chemische Produkte, KfZ, KfZ–Teile und pharmazeutische Erzeugnissen (ingesamt 1,98 Mrd. EUR). Kasachstan exportiert vor allem Erdöl, Eisen/Stahlerzeugnisse und chemische Produkte (insgesamt 3,95 Mrd. EUR). Kasachstan ist für Deutschland viertgrößter Öllieferant. Die wichtigsten deutschen Direktinvestitionen liegen im Bereich Baustoffproduktion und Einzelhandel.

Die Deutsch-Kasachische Regierungsarbeitsgruppe Wirtschaft und Handel (RAG) unter Leitung des Bundesministeriums für Wirtschaft (BMWi) und des kasachischen Industrieministeriums tagt einmal jährlich und behandelt die Rahmenbedingungen für das wirtschaftliche Engagement deutscher Unternehmen in Kasachstan und kasachischer Unternehmen in Deutschland sowie Fragen der Zusammenarbeit in den Bereichen Finanzierung, Rohstoffe, Industrie, Energie, Landwirtschaft, Gesundheit, Umwelt und Tourismus. Die 6. Sitzung fand am 26. Juni 2012 in Hamburg statt. Die 7. Sitzung der RAG soll am 27. und 28. Juni 2013 in Astana stattfinden.

Die Delegation der deutschen Wirtschaft für Zentralasien in Almaty betreut wirtschaftliche Aktivitäten deutscher Unternehmen in Kasachstan und den anderen zentralasiatischen Ländern. Auch unterstützt sie kasachische Firmen bei wirtschaftlichen Kontakten nach Deutschland. Dem Verband der Deutschen Wirtschaft in der Republik Kasachstan (bis Juli 2012 Deutscher Wirtschaftsklub) gehören ca. 120 deutsche Repräsentanzen und Filialen an. Insgesamt sind über 200 deutsche Unternehmen in Kasachstan vertreten. Die GTAI – Germany Trade and Invest hat am 1. April 2012 in Almaty eine Repräsentanz eröffnet.


Entwicklungszusammenarbeit

Kasachstan ist seit April 2008 kein Partnerland der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit mehr. Allerdings ist Deutschland im Rahmen von regionalen EZ-Programmen mit Fokus Zentralasien weiterhin in Kasachstan aktiv.

Unterstützt vom Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM) sind derzeit ca. 10 deutsche integrierte Fachkräfte in kasachischen Einrichtungen tätig. Weitere ca. 80 Kurzzeitexperten entsendet der Senior Expert Service nach Kasachstan.


Kultur- und Bildungsbeziehungen

Schwerpunkte bilden die Programm- und Spracharbeit des Goethe-Instituts in Almaty, das Austauschprogramm des DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst; ca. sieben Lektoren) und das Lehrerentsendeprogramm (ca. sieben Entsandte) der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen. Sie nehmen das Deutsche Sprachdiplom II der Kultusministerkonferenz an ausgewählten Schulen Kasachstans ab. Die Robert-Bosch-Stiftung hat zwei Lektoren in Kasachstan.

Sprachlernzentren als Partnereinrichtungen des Goethe-Instituts mit der Möglichkeit des Erwerbs international anerkannter Zertifikate bestehen in Astana, Karaganda, Pawlodar, Kostanai und Ust-Kamenogorsk. In den Deutschen Lesesälen in Astana und Ust-Kamenogorsk sind Informationen über Deutschland sowie Print-, Audio- und Video-Medien aus und über Deutschland erhältlich. Der DAAD ermöglicht jährlich ca. 60-70 kasachischen Studenten einen Studienaufenthalt in Deutschland (Hochschulsommerkurse, Teil- und Vollstipendien von z.T. mehrjähriger Dauer) und betreut Stipendiaten des kasachischen Regierungsprogramms „Bolaschak“ (Zukunft) in Deutschland.

Partnerschaften gibt es zwischen der TU München und der Technischen Universität Ost-Kasachstan in Ust-Kamenogorsk sowie zwischen der Fachhochschule für Gartenbau und Agrarwirtschaft in Weihenstephan-Triesdorf und den Agrar-Universitäten in Astana und Almaty. Die Alexander-von-Humboldt-Stiftung vergibt Forschungsstipendien an besonders qualifizierte kasachische Wissenschaftler. Deutsche und kasachische Partnerschulen verbinden Schüleraustausch und Begegnungsprogramme. Das Auswärtige Amt lädt regelmäßig kasachische Nachwuchsdiplomaten zur Fortbildung nach Deutschland ein. Seit 2004 nimmt Kasachstan am Internationalen Parlamentspraktikum des Deutschen Bundestages teil. Jährlich werden fünf Stipendiaten aus Kasachstan ausgewählt, um im Bundestag zu hospitieren.

In Kasachstan gibt es keine deutsche Auslandsschule. An mehreren Schulen wird Deutsch als Fremdsprache unterrichtet. Auch gibt es Gymnasien mit erweitertem Deutschunterricht.

Die Deutsch-Kasachische Universität (DKU) in Almaty wurde 1999 auf private Initiative von kasachischen und deutschen Lektoren gegründet. Sie bietet in enger Zusammenarbeit mit deutschen Partnerhochschulen technisch ausgerichtete Studiengänge von besonderer Bedeutung für Kasachstan und die gesamte zentralasiatische Region an. Sie erhält Zuwendungen des DAAD.

Die ethnisch deutsche Minderheit wird aus Mitteln des Bundesinnenministeriums über die "Wiedergeburt-Gesellschaften" im ganzen Land gefördert. Deren Begegnungszentren werden von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und vom Goethe-Institut unterstützt. Das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) fördert die "Deutsche Allgemeine Zeitung" (DAZ) durch zwei deutsche Medienassistenten.

In Deutschland leben ca. 800.000 Kasachstandeutsche, in Kasachstan etwa 180.000 (entspricht 1,4% der Gesamtbevölkerung), die gesellschaftlich weitgehend integriert sind. Überwiegend geht die Präsenz einer deutschen Minderheit in Kasachstan auf den Stalin-Erlass zur Deportation der Russlanddeutschen aus dem Wolgagebiet vom 28. August 1941 zurück.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.