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Indonesien

Beziehungen zwischen Indonesien und Deutschland

Stand: März 2016

Politische Beziehungen

Die Beziehungen zwischen Indonesien und Deutschland sind traditionell von großer Breite und Tiefe. Das Interesse aneinander hat sich in den vergangenen Jahren weiter intensiviert. Als größte Mitglieder der Europäischen Union beziehungsweise der „Association of Southeast Asian Nations“ (ASEAN) bestehen für Deutschland und Indonesien in Fragen der Entwicklung der beiden Regionalorganisationen zahlreiche Anknüpfungspunkte.

Ausdruck der guten Beziehungen war der Besuch von Außenminister Steinmeier in Jakarta Anfang November 2014. Nur wenige Tage nach der Amtseinführung des neuen indonesischen Präsidenten Joko Widodo und der Ernennung der neuen Regierung bot die Visite die Gelegenheit, sich aus erster Hand im Gespräch mit dem Präsidenten und Außenministerin Retno Marsudi über die Regierungsplanungen zu informieren und diese gemeinsam in den Kontext der breit aufgestellten bilateralen Beziehungen zu setzen. Die Begleitung durch Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau und zwei weitere Abgeordnete ermöglichte einen Gedankenaustausch mit Vertretern des neuen Parlaments. Des Weiteren wurde Außenminister Steinmeier durch eine hochkarätige Wirtschaftsdelegation und zahlreiche Sondergäste begleitet. Zu einer ersten Begegnung zwischen Präsident Widodo und Bundeskanzlerin Merkel kam es im November 2014 am Rande des G20-Gipfels in Brisbane.

Ungeachtet seines guten Rufs in Indonesien steht Deutschland mit seinen bilateralen Beziehungen zu Indonesien in regionaler und globaler „Konkurrenz“ um die Nähe zum aufstrebenden größten Staat Südostasiens.

Auf hoher politischer Ebene sind die deutsch-indonesischen Kontakte in den vergangenen Jahren deutlich intensiviert worden. Bundespräsident Wulff stattete Indonesien während seiner Amtszeit einen Staatsbesuch ab (Ende 2011); Bundeskanzlerin Merkel besuchte Jakarta im Juli 2012, der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono war vom 3. bis 6. März 2013 zu einem Staatsbesuch in Berlin. Mehrere Besuche auf Ministerebene, darunter von Entwicklungsminister Niebel im Januar 2013 und von Bundesaußenminister Westerwelle im Februar 2013, haben die Beziehungen weiter verdichtet. Mit der anlässlich des offiziellen Besuchs Bundeskanzlerin Merkels im Juli 2012 vereinbarten „Jakarta Erklärung“ liegt eine thematisch breit angelegte Grundsatzvereinbarung zum Zusammenwirken von Deutschland und Indonesien vor, mit der eine weiterhin sehr vielfältige und noch engere deutsch-indonesische Zusammenarbeit für die kommenden Jahre vorgezeichnet ist.

Auch der Austausch zwischen dem indonesischen Parlament und dem Deutschen bundestag hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Im März 2015 besuchte Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert Jakarta; im August 2015 waren Mitglieder des Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales zu Gast in Indonesien.

Erhebliche wirtschaftliche Impulse gingen von den beiden Weltmessen ITB im März 2013 in Berlin und BAUMA im April 2013 in München aus, bei beiden war Indonesien das Partnerland.

Unvergessen ist die große Anteilnahme und Hilfsbereitschaft der deutschen Bevölkerung bei der Bewältigung der Tsunami-Katastrophe in Aceh Ende 2004. Auch die nach dem Erdbeben 2009 geleistete deutsche Hilfe fand einen positiven Widerhall.

Deutschland unterstützt die andauernden Reformbemühungen der indonesischen Regierung mit vielfältigen Projekten zur Erzielung guter Regierungsführung und einer Stärkung der Verwaltungsstrukturen. Der damalige Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe Christoph Strässer besuchte im September 2015 Jakarta und die Provinz Papua.

Als Land mit der größten muslimischen Bevölkerung der Welt ist Indonesien ein wichtiger Partner Deutschlands für den Dialog über Religionsfragen. Der vierte deutsch-indonesische „interfaith dialogue“ mit Vertretern der Regierungen beider Länder und zahlreicher zivilgesellschaftlicher Organisationen und der Religionsgemeinschaften fand im September 2015 in Berlin statt.

Wirtschaftsbeziehungen

Zur Zeit sind ca. 300 deutsche Unternehmen in Indonesien vertreten, neben den "global players" zahlreiche kleine und mittelständische Unternehmen, die ein breites Spektrum der deutschen Wirtschaft abdecken – davon viele mit eigenen Produktionsanlagen.

Die deutsch-indonesische Industrie- und Handelskammer (AHK Indonesien / EKONID) vertritt die Interessen ihrer mehr als 500 deutschen und indonesischen Mitgliedsunternehmen und fördert den bilateralen Handel sowie Investitionen zwischen Indonesien und Deutschland. Die AHK berät deutsche und indonesische Unternehmen bei der Markterschließung, unterstützt bei der Anbahnung von Geschäftsbeziehungen und arbeitet intensiv mit Partnerorganisationen aus Indonesien und Europa zusammen (www.indonesien.ahk.de ).

Germany Trade & Invest (GTAI) berät als Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland indonesische Unternehmen, die ihre Geschäftstätigkeit auf den deutschen Markt ausdehnen wollen und unterstützt deutsche Unternehmen, die den indonesischen Markt erschließen wollen, mit Außenwirtschaftsinformationen. Auf der GTAI-Website sind umfangreiche Informationen zu verschiedenen, für deutsche Unternehmen besonders interessanten Branchen frei abrufbar (Externer Link, öffnet in neuem Fensterwww.gtai.de).

Das Deutsche Zentrum (German Centre Indonesia) (www.germancentre.co.id ) leistet mittelständischen Firmen Starthilfe bei ihrem Markteintritt in Indonesien, es bietet Produktions- und Büroflächen mit kompletter Infrastruktur und einer modernen Medienanbindung.

Weiterhin sind die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit mbH (GIZ), die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und die zur KfW gehörende Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG) mit Länderbüros in Indonesien vertreten.

Die Deutsche Botschaft steht im engen Kontakt mit diesen Institutionen und vermittelt gerne entsprechende Kontakte. In den letzten Jahren reisten mehrfach Delegationen des Deutschen Bundestages sowie von Bundes- und Landesministerien zu wirtschafts- und fachpolitischen Gesprächen zusammen mit relevanten Institutionen, Unternehmen und Behörden nach Indonesien. Höhepunkt war 2012 der Besuch von Bundeskanzlerin Merkel, die mit einer Wirtschaftsdelegation Indonesien besuchte. Zuletzt besuchte im November 2014 Bundesaußenminister Steinmeier, ebenfalls mit einer großen Wirtschaftsdelegation,  Jakarta.

Deutsch-Indonesischer Handel

Indonesiens Außenhandel, also die kumulierten Wareneinfuhren und -ausfuhren) war 2015 zum vierten Mal in Folge rückläufig. Die Exporte sind laut Angaben des indonesischen Statistikamtes um 15% auf 150 Mrd. USD zurückgegangen. Die Importe sind sogar um knapp 20% auf nur noch rund 143 Mrd. USD gesunken. Die deutschen Lieferungen nach Indonesien schrumpften 2015 um 15% zum Vorjahr auf 3,5 Mrd. USD. Damit belegt Deutschland auf der Liste der wichtigster Zulieferer nach wie vor Rang neun. Deutschland verkauft vor allem Spezialmaschinen und Kraftfahrzeuge (einschließlich Komponenten und Teile) nach Indonesien.

Die Talsohle im Außenhandel dürfte allerdings durchschritten sein. 2016 soll, darin sind sich fast alle Prognosen einig, für Indonesien der Umschwung kommen.

Engagements deutscher Unternehmen in Indonesien

Die tief greifende Rezession der indonesischen Wirtschaft in den Jahren 1997/1998 hatte die Präsenz deutscher Unternehmen nur unwesentlich berührt. Obwohl in nahezu allen Branchen - der Anlagenbau und die Bauwirtschaft waren besonders betroffen - zahlreiche Firmen Umsatzrückgänge hinnehmen mussten, haben sich deutsche Firmen - mit wenigen Ausnahmen - nicht vom indonesischen Markt zurückgezogen. Dies wird ihnen bis heute hoch angerechnet.

Als deutsche Firmen sind u.a. Siemens, ThyssenKrupp, aus dem Chemiebereich BASF, Bayer, Beiersdorf, Merck, Henkel, und Evonik in Indonesien aktiv. Ferner sind zu nennen die Allianz AG und die Deutsche Bank im Finanz- und Versicherungsbereich, die DHL, Schenker, Hapag Lloyd im Logistiksektor sowie Heidelberger Zement, Fuchs Oil und die Schott AG. Daimler/Mercedes-Benz und BMW endmontieren Autos in Indonesien.

Unternehmen wie die Siemens AG, KSB, Festo und Bosch haben ihre Aktivitäten in Indonesien ausgebaut; die LINDE AG, Fresenius und Ferrostaal planen den Ausbau ihrer Aktivitäten in ihren jeweiligen Geschäftsfeldern.

Die deutschen Direktinvestitionen in Indonesien beliefen sich 2015 auf 57 Mio. USD. Bei einem Gesamtvolumen ausländischer Investitionen in Höhe von 29,3 Mrd. USD entspricht der deutsche Anteil bescheidene 0,2%.

Sollte sich das Ferrostaal-Projekt des Baus einer Petrochemie-Anlage auf Papua konkretisieren, wäre dies (Volumen über 1 Mrd. USD) die größte jemals in Indonesien getätigte deutsche Investition. Das Projekt hat zuletzt gute Fortschritte gemacht.


Entwicklungspolitische Zusammenarbeit

Indonesien gehört zu den globalen Entwicklungspartnern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die deutsch-indonesische Zusammenarbeit besteht bereits seit den 1950er Jahren. Deutschland ist viertgrößter bilateraler Partner Indonesiens nach Japan, Australien und den USA. Darüber hinaus unterstützt Deutschland über multilaterale Institutionen wie die Vereinten Nationen, den Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria, die Weltbank, die Asiatische Entwicklungsbank und den Haushalt der Europäischen Union mit erheblichen Beiträgen Entwicklungsprogramme in Indonesien. Deutschland finanziert außerdem die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen und Programme im regionalen Kontext von ASEAN.

Die Schwerpunkte der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit mit Indonesien liegen in den Bereichen "Energie und Klimawandel", "Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung für breitenwirksames Wachstum" und "Gute Regierungsführung und Globale Netzwerke". Diese Schwerpunkte sind Ausdruck geteilter politischer Prioritäten Deutschlands und Indonesiens und neuer Entwicklungen in der Zusammenarbeit. Seit 2007 hat die Bundesregierung rund 1,3 Mrd EUR für die Zusammenarbeit zugesagt, in Anerkennung des Entwicklungsstandes des Landes ein Großteil davon zinsverbilligte Darlehen.

Schwerpunkt „Energie und Klimawandel“

Die mit Indonesien vereinbarte strategische Partnerschaft im Rahmen dieses Schwerpunktes soll zum Schutz des Klimas als globales öffentliches Gut beitragen. Der Schwerpunkt umfasst die Bereiche:

  • Emissionsminderung durch verstärkte Nutzung von Erneuerbaren Energien
  • Emissionsminderung in Städten
  • Emissionsminderung im Forstbereich
  • Klimapolitik

Schwerpunkt „Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung für Breitenwirksames Wachstum“

Das Engagement im Schwerpunkt soll die indonesische Regierung dabei unterstützen, die wirtschaftliche Entwicklung des Landes ökologisch nachhaltig und breitenwirksam zu gestalten. Der Schwerpunkt umfasst die Bereiche:

  • Verbesserung des Investitionsklimas und ökologisch nachhaltige Entwicklung von Wertschöpfungsketten
  • Förderung einer bedarfsgerechten Berufsbildung
  • Soziale Sicherung

Schwerpunkt „Gute Regierungsführung und globale Netzwerke“

Kernanliegen des deutschen Engagements im Schwerpunkt ist es, die indonesische Verwaltung bei Reformprozessen zu unterstützen, deren Ziel die transparente und effiziente Bereitstellung von öffentlichen Dienstleistungen ist. Der Schwerpunkt umfasst die Bereiche:

  • Bürokratiereform
  • Korruptionsbekämpfung
  • Globale Prozesse (Unterstützung Indonesiens in globalen Foren (G20, post-Busan, post-2015)

Wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit (WTZ)

Indonesien ist zudem eines der Schwerpunktländer für die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit (WTZ) mit Asien. Ein bilaterales Abkommen zur Zusammenarbeit in der WTZ zwischen beiden Ländern wurde 1979 abgeschlossen. Seitdem hat sich diese Zusammenarbeit erfolgreich und vertrauensvoll entwickelt. Von Bedeutung ist auch, dass die Bundesregierung 2008 die Intensivierung der internationalen Zusammenarbeit in Forschung und Technologie beschlossen hat, wobei Asien und darunter auch Indonesien ein besonderes Gewicht haben sollen. Die Zusammenarbeitsgebiete sind vielfältig und werden ständig erweitert.

Das umfangreichste Projekt in den letzten Jahren war der Aufbau eines Tsunami-Frühwarnsystems, das kurz nach dem Tsunami von 2004 in einer entsprechenden Vereinbarung beschlossen wurde. Dafür wurden von deutscher Seite ca. 53 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Auf deutscher wie auf indonesischer Seite ist eine Vielzahl an Einrichtungen beteiligt. Federführend auf deutscher Seite ist das Geoforschungszentrum in Potsdam und auf indonesischer Seite die Behörde für Meteorologie, Klimatologie und Geophysik (BMKG). Der Aufbau des Systems ist  abgeschlossen; es wurde im März 2011 an die indonesische Seite übergeben. Das Nachfolgeprojekt PROTECTS, mit dem noch Maßnahmen zum Capacity Building und zur nachhaltigen Sicherung des Systems durchgeführt wurden, ist Ende März 2014 beendet worden. Das BMKG hat ein deutsche Konsortium unter der Beteiligung des GFZ beauftragt, weiterhin Serviceleistungen für das Systems zu erbringen.

Ein weiterer Schwerpunkt der bilateralen Zusammenarbeit ist der von Indonesien gewünschte Aufbau eines Nationalen Innovationssystems. Dazu hat die deutsche Seite bereits vor vielen Jahren durch die Vorlage einer Studie zur Wissenschaftslandschaft Indonesiens beigetragen. Die Umsetzung der dort gemachten Vorschläge bildet einen wesentlichen Bestandteil des neu entstehenden Wissenschaftssystems. Die Verbindung zwischen Wirtschaft und Wissenschaft soll dafür auch in Indonesien gestärkt werden. Der Aufbau von Business-Technology Zentren wurde von deutscher Seite durch die Entsendung eines CIM-Experten gefördert. Die Arbeiten wurden 2014 abgeschlossen.

Für den Bereich der Geothermie-Forschung wurde im April 2010 ein Abkommen zwischen den Wissenschaftsministerien (Ristek) geschlossen. Es sieht gemeinsame Arbeiten u.a. für die Bereiche der Exploration, der Bohrtechnologie, der Nachhaltigkeit der Ressourcen Nutzung und bei Sicherheitsfragen vor. Von Seiten der Bundesrepublik werden dafür bis zu 9 Mio. Euro bereitgestellt. Die Arbeiten zum Aufbau eines binären Geothermiekraftwerks in Nord-Sulawesi sind in Vorbereitung. Mit der Installierung wird Anfang 2015 begonnen werden.

In der Biotechnologie werden die Arbeiten im Bereich Biodiversität fortgesetzt und um die Zusammenarbeit deutscher und indonesischer Forschungssammlungen erweitert. Indonesien bietet ein unerschöpfliches Reservoir an Artenvielfalt. Im Juni 2013 wurde zwischen Bundesministerium für Bildung und Forschung und Ristek das sog. „White Paper“ verabschiedet, das eine gemeinsamen Strategie zur Identifizierung von medizinisch relevanten Stoffen basierend auf der vielfältigen Biodiversität festlegt. Mittlerweile liegen 8 Projektvorschläge vor, die ab 2015 gefördert werden könnten. Im Bereich Umweltforschung hat der Sonderforschungsbereich der DFG zur ökologischen und sozio-ökonomischen Funktion des Tropenwaldes sowie zur Analyse von Monokulturen mit Schwerpunkt in Jambi, Sumatra mit einem Eröffnungsworkshop im Juni 2012 begonnen.

In der Meeresforschung wird die langjährige Zusammenarbeit durch das Projekt SPICE III fortgeführt, aber durch ein gesondertes Abkommen mit dem Ministerium für marine Angelegenheiten und Fischerei erweitert. Die Vereinbarung SIMEF wurde im November 2014 unterzeichnet. Dabei liegen die Forschungsschwerpunkte bei mariner Biodiversität, Klimawandel, Korallenriff- und Mangroven-Ökologie.

Bedingt durch eine rege akademische Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten, in deren Rahmen der seit der Gründung der Republik Indonesien rund 25.000 Wissenschaftler und Ingenieure aus Indonesien in Deutschland ausgebildet wurden, konnte die Kooperation fortlaufend ausgebaut und intensiviert werden. Einige Deutschland-Alumni, von denen ein hoher Anteil mit Stipendien des DAAD ausgebildet wurde, gehören zur wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Elite des Landes.


Kultur- und Bildungszusammenarbeit

Indonesien und Deutschland verbindet  auf kulturellem Gebiet eine lange Beziehung, die auf zahlreiche im damaligen Niederländisch-Indien lebende Deutsche zurückgeht. Indonesien spielte in der deutschen Literatur- und Kunstszene des 19. Jahrhunderts eine unübersehbare Rolle. So prägte der indonesische Maler Raden Saleh (1807-1880) maßgeblich die Dresdner Spätromantik. Deutsche Schriftsteller wie Theodor Fontane (1819-1898) und Hermann Hesse (1877-1962) beschäftigten sich in ihren Werken mit Indonesien. Der preußische Geograph Franz-Wilhelm Junghuhn wird als der „Humboldt Javas“ beschrieben. Und der deutsche Maler und Musiker Walter Spies (1895-1942) ließ sich auf der Insel Bali nieder und hatte dort entscheidenden Einfluss auf die Kunst und Musik. Heute werden diese Beziehungen von vielen Partnern fortgeführt. Dazu gehört in erster Linie das Goethe-Institut, das in Jakarta, Bandung und Surabaya präsent ist.

Die engen Beziehungen zu Deutschland werden auch in der Bildung deutlich. Circa 30.000 Indonesier studierten nach der indonesischen Unabhängigkeit in der Bundesrepublik. Insgesamt lernen über 150.000 Indonesier allein an Schulen Deutsch, wobei Deutsch als Fremdsprache zunehmend mit Mandarin und auch Japanisch konkurriert.

In Indonesien sind 28 Partnerschulen mit etwa 19.000 Deutschlernern (u.a. auch die Deutsche Internationale Schule) Mitglieder der 2008 begonnenen Partnerschulinitiative (PASCH) des Auswärtigen Amts. Durch PASCH werden Lehrer und Schüler mit dem Ziel fort- und ausgebildet, weiterreichende Ausbildungsmöglichkeiten für Schüler zu schaffen und im Schulalltag im Ausland Deutschland erfahrbar zu machen.

Der DAAD und das Studienkolleg Indonesien in Jakarta bieten dem an Deutschland interessierten akademischen Nachwuchs die Möglichkeit in Deutschland zu studieren bzw. sich über ein Studium beraten zu lassen. Die Anzahl der indonesischen Studierenden in Deutschland hat sich in den letzten vier Jahren um über 30% erhöht. Damit ist Deutschland das beliebteste Studienland in Europa. An den 13 Germanistik- bzw. Deutsch-Lehrstühlen in Indonesien sind etwa 2.500 Studenten eingeschrieben, von denen ein Großteil zu Deutschlehrern ausgebildet wird.

Die Deutsche Botschaft Jakarta, das Goethe Institut Jakarta und die deutsch indonesische Aussenhandelskammer EKONID organisierten von September bis Dezember 2015 die Deutsche Saison in Indonesien unter dem Motto: „Deutschland und Indonesien –Gemeinsam Richtung Zukunft.“  Über 100.000 Besucher aus Jakarta und den Regionalmetropolen Bandung, Medan, Surabaya nutzen das breitgefächerte Angebot deutsch-indonesischer Gemeinschaftsveranstaltungen zu den Themen Kultur, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Der Auftritt Indonesiens als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2015 brachte indonesische Literatur und Kultur einem interessierten deutschen und internationalem Publikum näher..


Sicherheits- und Verteidigungspolitik

Im Rahmen der Maritime Task Force (MTF) UNIFIL und der Militärischen Ausbildungshilfe (MAH)/Bilateralen Jahresprogramm bestehen Kontakte zwischen den Streitkräften. Drei indonesische Stabsoffiziere besuchen derzeit den Generalstabslehrgang für ausländische Offiziere (LGAI) an der Führungsakademie der Bundeswehr. Weitere Ausbildungsgänge in Deutschland werden im Bereich Einheitsführer, Sprachausbilder und Informatik durchgeführt. Im Bereich des bilateralen Jahresprogramms sind für 2016 vierzehn gemeinsame Maßnahmen geplant, der Schwerpunkt liegt im Bereich VN-Ausbildung und Sanitätsdienst.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit

Indonesien ist ein Kooperationsland der deutschen Entwicklungs­zusammenarbeit.
Die Partnerschaft konzentriert sich besonders auf die Bereiche Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung, Förderung der Privatwirtschaft und gute Regierungs­führung. Das Schwellenland Indonesien ist ein Partner für Dreieckskooperationen mit Entwicklungsländern. Mehr Informationen finden Sie hier:

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