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Indonesien

Beziehungen zwischen Indonesien und Deutschland

Stand: März 2015

Politische Beziehungen

Die Beziehungen zwischen Indonesien und Deutschland sind traditionell von großer Breite und Tiefe. Das Interesse aneinander hat sich in den vergangenen Jahren weiter intensiviert. Als größte Mitglieder der Europäischen Union beziehungsweise der „Association of Southeast Asian Nations“ (ASEAN) bestehen für Deutschland und Indonesien in Fragen der Entwicklung der beiden Regionalorganisationen zahlreiche Anknüpfungspunkte.  

Beredtes Zeugnis der guten Beziehungen war der Besuch von Außenminister Steinmeier in Jakarta Anfang November 2014. Nur wenige Tage nach der Amtseinführung des neuen indonesischen Präsidenten Joko Widodo und der Ernennung der neuen Regierung bot die Visite die Gelegenheit, sich aus erster Hand im Gespräch mit dem Präsidenten und Außenministerin Retno Marsudi über die Regierungsplanungen zu informieren und diese gemeinsam in den Kontext der breit aufgestellten bilateralen Beziehungen zu setzen. Die Begleitung durch Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau und zwei weitere Abgeordnete ermöglichte einen Gedankenaustausch mit Vertretern des neuen Parlaments. Desweiteren wurde Außenminister Steinmeier durch eine hochkarätige Wirtschaftsdelegation und zahlreiche Sondergäste begleitet. Zu einer ersten Begegnung zwischen Präsident Widodo und Bundeskanzlerin Merkel kam es im November 2014 am Rande des G20-Gipfels in Brisbane.

Ungeachtet seines guten Rufs in Indonesien steht Deutschland mit seinen bilateralen Beziehungen zu Indonesien in regionaler und globaler "Konkurrenz" um die Nähe zum aufstrebenden größten Staat Südostasiens. Auf hoher politischer Ebene sind die deutsch-indonesischen Kontakte in den vergangenen Jahren deutlich intensiviert worden. Bundespräsident Wulff stattete Indonesien während seiner Amtszeit einen Staatsbesuch ab (Ende 2011); Bundeskanzlerin Merkel besuchte Jakarta im Juli 2012, der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono war vom 3. bis 6. März 2013 zu einem Staatsbesuch in Berlin. Mehrere Besuche auf Ministerebene, darunter von Entwicklungsminister Niebel im Januar 2013 und von Bundesaußenminister Westerwelle im Februar 2013, haben die Beziehungen weiter verdichtet. Und mit der anlässlich des offiziellen Besuchs Bundeskanzlerin Merkels im Juli 2012 vereinbarten „Jakarta Erklärung“ liegt eine thematisch breit angelegte Grundsatzvereinbarung zum Zusammenwirken von Deutschland und Indonesien vor, mit der eine weiterhin sehr vielfältige und noch engere deutsch-indonesische Zusammenarbeit für die kommenden Jahre vorgezeichnet ist.

Im Rahmen wechselseitiger parlamentarischer Visiten besuchten  2011 MdB Volker Kauder und der Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Wolfgang Thierse, sowie Delegationen mehrerer Bundestagsausschüsse Indonesien, 2012 reisten mehrfach indonesische Parlamentsabgeordnete zu Gesprächen nach Deutschland, darunter Mitglieder des offiziellen "Gästeprogramms" von Bundestag und Bundesregierung, die in Berlin, Schwerin und Wismar über rechtliche und praktische Fragen des deutschen Föderalismus informierten. Der Parlamentarische Staatssekretär Jan Mücke und Frau MdB Müller führten im Juli 2012 zahlreiche hochrangige Gespräche in Jakarta und Surabaya zu den Themen Verkehr und Stadtentwicklung. Der Minister für Public Works erwiderte diesen Besuch im Oktober 2012 in Berlin und Dresden. Jüngere Besuche von MdB Mißfelder und MdB Ruck fanden im Sommer 2013 statt.

Erhebliche wirtschaftliche Impulse gingen von den beiden Weltmessen ITB im März 2013 in Berlin und BAUMA im April 2013 in München aus, bei beiden war Indonesien das Partnerland.

Unvergessen ist die große Anteilnahme und Hilfsbereitschaft der deutschen Bevölkerung bei der Bewältigung der Tsunami-Katastrophe in Aceh Ende 2004. Auch die nach dem Erdbeben 2009 geleistete deutsche Hilfe fand einen positiven Widerhall.

Deutschland unterstützt die andauernden Reformbemühungen der indonesischen Regierung mit vielfältigen Projekten zur Erzielung guter Regierungsführung und einer Stärkung der Verwaltungsstrukturen.

Als Land mit der größten muslimischen Bevölkerung der Welt ist Indonesien ein wichtiger Partner Deutschlands für den Dialog über Religionsfragen. Der dritte deutsch-indonesische „interfaith dialogue“ mit Vertretern der Regierungen beider Länder und zahlreicher zivilgesellschaftlicher Organisationen und der Religionsgemeinschaften fand im April 2013 in Manado in der indonesischen Provinz Nord-Sulawesi statt, eine Fortführung ist für 2015 geplant.

Das 60jährige Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen würdigte Deutschland in Indonesien mit der breit angelegten Veranstaltungsreihe „JERIN-Jerman dan Indonesia“. Von Oktober 2011 bis zum Abschluss im Juni 2012 zeigten rund 120 öffentliche Veranstaltungen in über 15 indonesischen Städten die Vielfalt des deutschen Engagements in Indonesien. Aufgrund des überwältigenden Erfolgs wurde JERIN als Plattform für die bilateralen Beziehungen in Politik, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik auch 2013 fortgeführt.


Wirtschaftsbeziehungen

Zur Zeit sind ca. 300 deutsche Unternehmen in Indonesien vertreten, neben den "global players" zahlreiche kleine und mittelständische Unternehmen, die ein breites Spektrum der deutschen Wirtschaft abdecken – davon viele mit eigenen Produktionsanlagen.

Die deutsch-indonesische Industrie- und Handelskammer (AHK Indonesien / EKONID) vertritt die Interessen ihrer mehr als 500 Mitgliedsunternehmen und fördert den bilateralen Handel sowie Investitionen zwischen Indonesien und Deutschland. Die AHK berät deutsche und indonesische Unternehmen bei der Markterschließung, unterstützt bei der Anbahnung von Geschäftsbeziehungen und arbeitet intensiv mit Partnerorganisationen aus Indonesien und Europa zusammen (www.indonesien.ahk.de).

Die Germany Trade & Invest (GTAI) berät als Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland indonesische Unternehmen, die ihre Geschäftstätigkeit auf den deutschen Markt ausdehnen wollen und unterstützt deutsche Unternehmen, die den indonesischen Markt erschließen wollen, mit Außenwirtschaftsinformationen (www.gtai.de).

Das Deutsche Zentrum (German Centre Indonesia) in Serpong (www.germancentre.co.id) leistet mittelständischen Firmen Starthilfe bei ihrem Markteintritt in Indonesien, es bietet Produktions- und Büroflächen mit kompletter Infrastruktur und einer modernen Medienanbindung.

Weiterhin sind die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit mbH (GIZ), die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und die zur KfW gehörende Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG) in Indonesien vertreten.

Die Deutsche Botschaft steht im engen Kontakt mit diesen Institutionen und vermittelt gerne entsprechende Kontakte. In den letzten Jahren reisten mehrfach Delegationen des Deutschen Bundestages sowie von Bundes- und Landesministerien zu wirtschafts- und fachpolitischen Gesprächen zusammen mit relevanten Institutionen, Unternehmen und Behörden nach Indonesien. Höhepunkt war 2012 der Besuch von Bundeskanzlerin Merkel, die mit einer Wirtschaftsdelegation Indonesien besuchte. Zuletzt kam im November 2014 Bundesaußenminister Steinmeier ebenfalls mit einer Wirtschaftsdelegation nach Jakarta, um der neuen Regierung zum Amtsantritt zu gratulieren sowie den neuen politischen Schwerpunkt „Maritime Wirtschaft“ kennenzulernen.

Deutsch-Indonesischer Handel

Das Handelsvolumen  mit Deutschland ging nach Wert 2014 leicht zurück. Die Exporte Indonesiens nach Deutschland legten leicht um 0,4% auf rd. 3,6 Mrd € zu. Hauptausfuhrgüter sind Nahrungs- und Futtermittel (hier: pflanzliche Öle und Fette), Textilien, landwirtschaftliche Erzeugnisse, elektronische Geräte, Schuhe und Erze.

Die Importe aus Deutschland sanken 2014 um 5,5% auf rd. 3 Mrd €. Haupteinfuhrgüter aus Deutschland sind Maschinen, chemische Vor- und Enderzeugnisse, Nachrichtentechnik, Geräte zur Elektrizitätserzeugung und -verteilung, elektronische Bauelemente, Metalle, Kraftfahrzeuge, und pharmazeutische Erzeugnisse. 

Engagements deutscher Unternehmen in Indonesien

Die tief greifende Rezession der indonesischen Wirtschaft in den Jahren 1997/1998 hatte die Präsenz deutscher Unternehmen nur unwesentlich berührt. Obwohl in nahezu allen Branchen - der Anlagenbau und die Bauwirtschaft waren besonders betroffen - zahlreiche Firmen Umsatzrückgänge hinnehmen mussten, haben sich deutsche Firmen - mit wenigen Ausnahmen - nicht vom indonesischen Markt zurückgezogen. Als deutsche Firmen sind u.a. Siemens, ThyssenKrupp, aus dem Chemiebereich BASF, Bayer, Beiersdorf, Merck, Henkel, und Evonik in Indonesien aktiv. Ferner sind zu nennen die Allianz AG und die Deutsche Bank im Finanz- und Versicherungsbereich, die DHL, Schenker, Hapag Lloyd im Logistiksektor sowie Heidelberger Zement, Fuchs Oil und die Schott AG. Daimler/Mercedes-Benz und BMW endmontieren Autos in Indonesien.

Unternehmen wie die Siemens AG (Fertigung von Dampfturbinen in Bandung), KSB, Festo und Bosch haben ihre Aktivitäten in Indonesien ausgebaut; die LINDE AG und Ferrostaal planen den Ausbau ihrer Aktivitäten in ihren jeweiligen Geschäftsfeldern.

Die deutsch-indonesische Handelskammer EKONID verzeichnet ein verstärktes Interesse deutscher Unternehmen am indonesischen Markt. In Investitionen schlägt sich dies allerdings nur begrenzt nieder. Für Deutschland werden in den Daten der indonesischen Investitionsbehörde für 2014  rund 50 Millionen US-Dollar an realisierten Direktinvestitionen ausgewiesen.


Entwicklungspolitische Zusammenarbeit

Indonesien ist ein Schwerpunktland für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit. Die deutsch-indonesische Zusammenarbeit besteht bereits seit den 1950er Jahren. Das bilaterale Portfolio konzentriert sich auf die drei Schwerpunkte Energie und Klimawandel, Breitenwirksames Wachstum sowie Gute Regierungsführung. Deutschland ist mit Leistungen von insgesamt rund 3,4 Mrd Euro viertgrößter bilateraler Partner Indonesiens nach Japan, Australien und den USA. Über multilaterale Institutionen wie die Vereinten Nationen, den Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria, die Weltbank, die Asiatische Entwicklungsbank und den Haushalt der Europäischen Union unterstützt Deutschland mit erheblichen Beiträgen Entwicklungsprogramme in Indonesien.

Die Auszahlungen betrugen 2013 für die Finanzielle Zusammenarbeit (FZ) 21 Mio Euro und für die Technische Zusammenarbeit (TZ) 24 Mio Euro.

Praxisorientierte Inhalte der Beruflichen Bildung werden mit Hilfe von Kammern und staatlichen Stellen in Lehrplänen verankert, wobei einige Ausbildungseinrichtungen Werkstatt- und Laborausrüstungen erhalten. Regionale Wirtschaftsentwicklung erhöht die Beschäftigung außerhalb der Metropolen und profitiert von der steigenden Serviceorientierung von Verbänden.

Das Ministerium für Verwaltungsreform erarbeitet mit deutscher Beratung Stellenprofile für Transparenz im Personalwesen und landesweite Ausschreibung offener Führungspositionen. Die Akademie für den öffentlichen Dienst wird ebenso unterstützt wie eine Stelle zur Meldung von Bestechungsversuchen und Vorteilsannahme.

Indonesien wird durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und das Bundesumweltministerium bei der Erreichung seiner Klimaschutzziele unterstützt. Finanzierung von Geothermieanlagen stärkt den Anteil von Erneuerbaren Energien am Energiemix der rasch wachsenden Elektrizitätswirtschaft. Anlagen dieses Typs benötigen allerdings lange Vorlaufzeiten. Indonesien ist eine der grünen Lungen der Erde. Wälder, Torfmoore als natürliche Kohlenstoffsenken sollen auch künftig das Klima regulieren können. Schutz von Artenvielfalt und Wassereinzugsgebieten sind weitere Ziele eines umfangreichen Forstschutzprogramms. Deutschland finanziert in der Entwicklungszusammenarbeit den Schutz von biologisch und langfristig klimatisch wichtigen Korallengebieten, ergänzt um die u.g. Forschungskooperation. Umweltpolitik und Klimafinanzierung werden durch internationale Fachbeiträge gefestigt. 

Wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit (WTZ)

Indonesien ist zudem eines der Schwerpunktländer für die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit (WTZ) mit Asien. Ein bilaterales Abkommen zur Zusammenarbeit in der WTZ zwischen beiden Ländern wurde 1979 abgeschlossen. Seitdem hat sich diese Zusammenarbeit erfolgreich und vertrauensvoll entwickelt. Von Bedeutung ist auch, dass die Bundesregierung 2008 die Intensivierung der internationalen Zusammenarbeit in Forschung und Technologie beschlossen hat, wobei Asien und darunter auch Indonesien ein besonderes Gewicht haben sollen. Die Zusammenarbeitsgebiete sind vielfältig und werden ständig erweitert.

Das umfangreichste Projekt in den letzten Jahren war der Aufbau eines Tsunami-Frühwarnsystems, das kurz nach dem Tsunami von 2004 in einer entsprechenden Vereinbarung beschlossen wurde. Dafür wurden von deutscher Seite ca. 53 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Auf deutscher wie auf indonesischer Seite ist eine Vielzahl an Einrichtungen beteiligt. Federführend auf deutscher Seite ist das Geoforschungszentrum in Potsdam und auf indonesischer Seite die Behörde für Meteorologie, Klimatologie und Geophysik (BMKG). Der Aufbau des Systems ist  abgeschlossen; es wurde im März 2011 an die indonesische Seite übergeben. Das Nachfolgeprojekt PROTECTS, mit dem noch Maßnahmen zum Capacity Building und zur nachhaltigen Sicherung des Systems durchgeführt wurden, ist Ende März 2014 beendet worden. Das BMKG hat ein deutsche Konsortium unter der Beteiligung des GFZ beauftragt, weiterhin Serviceleistungen für das Systems zu erbringen.

Ein weiterer Schwerpunkt der bilateralen Zusammenarbeit ist der von Indonesien gewünschte Aufbau eines Nationalen Innovationssystems. Dazu hat die deutsche Seite bereits vor vielen Jahren durch die Vorlage einer Studie zur Wissenschaftslandschaft Indonesiens beigetragen. Die Umsetzung der dort gemachten Vorschläge bildet einen wesentlichen Bestandteil des neu entstehenden Wissenschaftssystems. Die Verbindung zwischen Wirtschaft und Wissenschaft soll dafür auch in Indonesien gestärkt werden. Der Aufbau von Business-Technology Zentren wurde von deutscher Seite durch die Entsendung eines CIM-Experten gefördert. Die Arbeiten wurden 2014 abgeschlossen.

Für den Bereich der Geothermie-Forschung wurde im April 2010 ein Abkommen zwischen den Wissenschaftsministerien (Ristek) geschlossen. Es sieht gemeinsame Arbeiten u.a. für die Bereiche der Exploration, der Bohrtechnologie, der Nachhaltigkeit der Ressourcen Nutzung und bei Sicherheitsfragen vor. Von Seiten der Bundesrepublik werden dafür bis zu 9 Mio. Euro bereitgestellt. Die Arbeiten zum Aufbau eines binären Geothermiekraftwerks in Nord-Sulawesi sind in Vorbereitung. Mit der Installierung wird Anfang 2015 begonnen werden.

In der Biotechnologie werden die Arbeiten im Bereich Biodiversität fortgesetzt und um die Zusammenarbeit deutscher und indonesischer Forschungssammlungen erweitert. Indonesien bietet ein unerschöpfliches Reservoir an Artenvielfalt. Im Juni 2013 wurde zwischen Bundesministerium für Bildung und Forschung und Ristek das sog. „White Paper“ verabschiedet, das eine gemeinsamen Strategie zur Identifizierung von medizinisch relevanten Stoffen basierend auf der vielfältigen Biodiversität festlegt. Mittlerweile liegen 8 Projektvorschläge vor, die ab 2015 gefördert werden könnten. Im Bereich Umweltforschung hat der Sonderforschungsbereich der DFG zur ökologischen und sozio-ökonomischen Funktion des Tropenwaldes sowie zur Analyse von Monokulturen mit Schwerpunkt in Jambi, Sumatra mit einem Eröffnungsworkshop im Juni 2012 begonnen.

In der Meeresforschung wird die langjährige Zusammenarbeit durch das Projekt SPICE III fortgeführt, aber durch ein gesondertes Abkommen mit dem Ministerium für marine Angelegenheiten und Fischerei erweitert. Die Vereinbarung SIMEF wurde im November 2014 unterzeichnet. Dabei liegen die Forschungsschwerpunkte bei mariner Biodiversität, Klimawandel, Korallenriff- und Mangroven-Ökologie.

Bedingt durch eine rege akademische Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten, in deren Rahmen der seit der Gründung der Republik Indonesien rund 25.000 Wissenschaftler und Ingenieure aus Indonesien in Deutschland ausgebildet wurden, konnte die Kooperation fortlaufend ausgebaut und intensiviert werden. Einige Deutschland-Alumni, von denen ein hoher Anteil mit Stipendien des DAAD ausgebildet wurde, gehören zur wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Elite des Landes.


Kultur- und Bildungszusammenarbeit

Indonesien und Deutschland verbindet gerade auf dem kulturellen Gebiet eine lange Beziehung, die auf zahlreiche im damaligen Niederländisch-Indien lebende Deutsche zurückgeht. Indonesien spielte in der deutschen Literatur- und Kunstszene des 19. Jahrhunderts eine unübersehbare Rolle. So prägte der indonesische Maler Raden Saleh (1807-1880) maßgeblich die Dresdner Spätromantik. Deutsche Schriftsteller wie Theodor Fontane (1819-1898) und Hermann Hesse (1877-1962) beschäftigten sich in ihren Werken mit Indonesien. Der preußische Geograph Franz-Wilhelm Junghuhn wird als der „Humboldt Javas“ beschrieben. Und der deutsche Maler und Musiker Walter Spies (1895-1942) ließ sich auf der Insel Bali nieder und hatte dort entscheidenden Einfluss auf die Kunst und Musik. Heute werden diese Beziehungen von vielen Partnern fortgeführt. Dazu gehört in erster Linie das Goethe-Institut, das in Jakarta, Bandung und Surabaya präsent ist.

Die engen Beziehungen zu Deutschland werden auch in der Bildung deutlich. Circa 30.000 Indonesier studierten nach der indonesischen Unabhängigkeit in der Bundesrepublik. Insgesamt lernen über 150.000 Indonesier allein an Schulen Deutsch, wobei Deutsch als Fremdsprache zunehmend mit Mandarin und auch Japanisch konkurriert.

In Indonesien sind 28 Partnerschulen mit etwa 19.000 Deutschlernern (u.a. auch die Deutsche Internationale Schule) Mitglieder der 2008 begonnenen Partnerschulinitiative (PASCH) des Auswärtigen Amts. Durch PASCH werden Lehrer und Schüler mit dem Ziel fort- und ausgebildet, weiterreichende Ausbildungsmöglichkeiten für Schüler zu schaffen und im Schulalltag im Ausland Deutschland erfahrbar zu machen.

Der DAAD und das Studienkolleg Indonesien in Jakarta bieten dem an Deutschland interessierten akademischen Nachwuchs die Möglichkeit in Deutschland zu studieren bzw. sich über ein Studium beraten zu lassen. Die Anzahl der indonesischen Studierenden in Deutschland hat sich im letzten Jahr von 2.500 auf 2.900 erhöht. An den 13 Germanistik- bzw. Deutsch-Lehrstühlen in Indonesien sind etwa 2.500 Studenten eingeschrieben, von denen ein Großteil zu Deutschlehrern ausgebildet wird.

Die Deutsche Botschaft, das Goethe Institut und die Außenhandelskammer veranstalten von Anfang September bis Ende November 2015 eine Deutsche Saison in Indonesien. Indonesien ist Gastland der Frankfurter Buchmesse 2015.


Sicherheits- und Verteidigungspolitik

Im Rahmen der Maritime Task Force (MTF) UNIFIL und der Militärischen Ausbildungshilfe (MAH)/Bilateralen Jahresprogramm bestehen Kontakte zwischen den Streitkräften. Drei indonesische Stabsoffiziere besuchen derzeit den Generalstabslehrgang für ausländische Offiziere (LGAI) an der Führungsakademie der Bundeswehr. Weitere Ausbildungsgänge werden im Bereich Einheitsführer, Sprachausbilder und VN-Beobachter durchgeführt. Im Bereich des bilateralen Jahresprogramms sind für 2015 zehn Maßnahmen in der nationalen Prüfung.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit

Indonesien ist ein Kooperationsland der deutschen Entwicklungs­zusammenarbeit.
Die Partnerschaft konzentriert sich besonders auf die Bereiche Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung, Förderung der Privatwirtschaft und gute Regierungs­führung. Das Schwellenland Indonesien ist ein Partner für Dreieckskooperationen mit Entwicklungsländern. Mehr Informationen finden Sie hier:

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