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Deutsch-Griechische Partnerschaft

Deutschland und Griechenland arbeiten gemeinsam an Projekten, die dazu beitragen sollen, die Wettbewerbsfähigkeit Griechenlands zu steigern, nachhaltige und zukunftsfähige Strukturen in Griechenland zu schaffen und Zukunftsperspektiven gerade für Jugendliche aufzuzeigen. 

Diesen Zielen ist die Deutsch-Griechische Partnerschaft verpflichtet, die im Jahr 2010 von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem damaligen griechischen Premierminister Giorgos Andrea Papandreou initiiert worden war. Auf deutscher Seite beteiligen sich zahlreiche Bundesministerien an dieser Partnerschaft.

Gemeinsame Projekte entstehen, wenn die griechische Seite Bedarf an einer Zusammenarbeit sieht und die deutsche Seite in diesem Bereich die notwendige Expertise erbringen kann. Zur Deutsch-Griechischen Partnerschaft gehört seit September 2011 auch das umfangreiche deutsche Engagement in der Task-Force für Griechenland der Europäischen Kommission und die Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene in der Deutsch-Griechischen Versammlung.

Gemeinsam arbeiten Deutsche und Griechen an Themen wie Gesundheitsreform, Erneuerbare Energien, Reform der lokalen Verwaltung oder auch Forschung und Innovation. Das kann in Form von Beratungsleistungen, durch gemeinsame Workshops oder mehrjährige gemeinsame Programme geschehen.

Gesundheit, Forschung und Verwaltungsreformen

Seit Dezember 2013 arbeiten mehr als 30 Expertinnen und Experten der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO/Europa) an zehn Reformfeldern im griechischen Gesundheitswesen. Die Zusammenarbeit in diesem Bereich ist bis zum Jahr 2020 geplant und erfolgt in enger Kooperation mit der "Task Force für Griechenland". Die Vorhaben umfassen die gesamte Neuausrichtung des Krankenversicherungssystems in Griechenland. Konkrete Maßnahmen betreffen zum Beispiel Krankenhäuser (u.a. Einführung eines flächendeckenden Abrechnungssystems), die primäre Gesundheits- und Arzneimittelversorgung oder die elektronische Gesundheitsversorgung ("e-health"). Bei den Maßnahmen steht im Vordergrund, eine für alle griechischen Bürgerinnen und Bürger zugängliche, qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung kosteneffizient sicher zu stellen.

Webseite des Beauftragten für die gesundheitspolitische Zusammenarbeit mit Griechenland im Bundesgesundheitsministerium, Wolfgang Zöller

Im Januar 2014 startete die Förderung von über 20 bilateralen Forschungsprojekten im Rahmen einer Deutsch-Griechischen Forschungskooperation. Mit mehr als 10 Millionen Euro von beiden Seiten werden für zwei Jahre Projekte in der Gesundheits- und Energieforschung, Bioökonomie, in den Informations- und Kommunikationstechnologien, der Nano-Technologie, der Photonik sowie in den Geistes- und Sozialwissenschaften gefördert. Die Energieforschung steht besonders im Fokus. So sollen beispielsweise neuartige Materialien für Solarzellen und Konzepte für lastflexiblere Kraftwerke entwickelt werden.

Griechenland als Partner- www.bmbf.de

Deutschland und Griechenland forschen gemeinsam für die Zukunft - Pressemitteilung des BMBF vom 30.12.2013

Zur Stärkung der lokalen Verwaltung in Griechenland hat die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) zwischen November 2013 und August 2014 ein Pilotvorhaben in fünf griechischen Gemeinden durchgeführt, in dessen Fokus die Verbesserung der Lokalverwaltung und die Qualifizierung des Personals stand. Ein Nachfolgeprojekt konzentriert sich auf die Umsetzung und Vertiefung der begonnenen Reformen.

Stärkung der Wirtschaft: Unterstützung von kleineren und mittleren Unternehmen, beruflicher Bildung und Erneuerbaren Energien

Um die Liquiditätsversorgung für kleine und mittlere Unternehmen in Griechenland zu verbessern, unterstützt Deutschland die Einrichtung eines Förder- und Entwicklungsfonds (Institution for Growth). Deutschland stellt -über die Kreditanstalt für Wiederaufbau, KfW- gemeinsam mit Griechenland der 'Institution for Growth' je 100 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Finanzmittel sollen von der Institution an ausgewählte Banken in Griechenland zur Förderung von kleineren und mittleren Unternehmen in Griechenland vergeben werden. Die KfW Bankengruppe hat hierzu technische Hilfe geleistet.

Griechenland und Deutschland arbeiten seit Ende 2012 gemeinsam an der Stärkung dualer Ausbildungsstrukturen in Griechenland. Im Rahmen der Berufsbildungskooperation wurden zum Beispiel von Dezember 2013 bis März 2014 fünf Machbarkeitsstudien durchgeführt, die sich mit den Möglichkeiten der Einführung dualer Ausbildungsstrukturen in Griechenland beschäftigen (weitere Informationen siehe: http://www.bibb.de/dokumente/pdf/govet_MBKSGR_de.pdf). Ein weiteres Beispiel der Berufsbildungskooperation ist das seit September 2013 laufende Pilotprojekt MENDI zur Schaffung dualer Berufsausbildungen im Tourismusbereich in Athen und Heraklion (weitere Informationen zu MENDI unter: http://project-mendi.eu ). Im Rahmen des Projekts VETnet ('German Chambers worlwide network for cooperative, work-based Vocational Education & Training') baut auch die AHK Griechenland ihre Aktivitäten im Bereich Berufsbildung aus: http://www.ahk.de/ahk-projekte/vetnet-berufsbildungsexport/

Bei der Förderung Erneuerbarer Energien beraten drei deutsche Experten der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in einem zweijährigen Projekt seit September 2013 die griechische Regierung. Es geht vor allem um die Reform des nationalen Fördersystems und die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Investitionen in Erneuerbare Energien.

Angesichts der sozial- und beschäftigungspolitischen Herausforderungen in Griechenland haben das griechische Arbeitsministerium und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im August 2014 verabredet, eine Partnerschaft für Reformen im Arbeitsmarkt- und Sozialbereich einzugehen.

Partnerschaften zwischen Kommunen

Eine weitere Säule der Deutsch-Griechischen Partnerschaft ist die Zusammenarbeit auf der lokalen und regionalen Ebene durch die Deutsch-Griechische Versammlung (DGV). Diese bildet ein Netzwerk aus Vertreterinnen und Vertretern von Kommunen, Zivilgesellschaft und Wirtschaft: Der Austausch zwischen deutschen und griechischen Bürgermeistern bildet dabei das Herzstück.

Zwei gemeinsam geführte Bürgermeisterbüros in Athen und Thessaloniki und ein neues Bürgermeisterbüro in Stuttgart koordinieren dabei Beratungseinsätze und Informationsreisen. Schwerpunktthemen der DGV-Arbeit liegen in der Abfall- und Agrarwirtschaft, in der dualen Ausbildung zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit, in Initiativen zur lokalen Tourismusförderung sowie in lokaler und regionaler Energiekooperationen.

Webseite des Deutsch-Griechischen Netzwerks "Regionen, Städte und Menschen

Jugendaustausch stärken

Im Beisein von Bundespräsident Joachim Gauck und des griechischen Staatspräsidenten Karolos Papoulias wurde am 12. September 2014 in Berlin eine Absichtserklärung zur Errichtung eines Deutsch-Griechischen Jugendwerks unterzeichnet. Familienministerin Manuela Schwesig und der griechische Botschafter Panayotis Zografos leisteten im Schloss Bellevue die Unterschriften.

Parallel zum Aufbau des Jugendwerks wird der Jugendaustausch mit Griechenland intensiviert. Im Juni und im November 2014 haben beispielsweise Vernetzungs- und Multiplikatorentreffen stattgefunden. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt den Erfahrungsaustausch mit und zwischen den Akteuren, um diese beim Aufbau des Jugendwerkes zu beteiligen. Hierzu wurde  unter www.agorayouth.comauch ein Blog eingerichtet.


Stand 10.12.2014

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