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Iran

Religion, Kultur- und Bildungspolitik

Stand: September 2013

Religion

Der Islam ist die offizielle Staatsreligion Irans. 90 Prozent der Iraner sind Muslime, die überwiegende Mehrheit ist schiitischen Glaubens. Zudem leben in Iran ca. 300.000 Christen, 50.000 Zoroastrier und 30.000 Juden. Für die religiösen Minderheiten sind Sitze im iranischen Parlament reserviert. Christen entsenden zwei Abgeordnete, Juden und Zoroastrier je einen. Die Abkehr vom Islam (Apostasie) steht unter Todesstrafe. Angehörige der Religionsgemeinschaft der Bahá'í gelten in Iran als Glaubensabtrünnige und werden diskriminiert.


Bildungs- und Wissenschaftspolitik

Seit der islamischen Revolution haben sich die Studentenzahlen vervielfacht. Heute gibt es an staatlichen und privaten Hochschulen insgesamt etwa 3,8 Millionen Studierende in Iran. Der Frauenanteil liegt bei rund 60 Prozent.

Insbesondere in den 1960er und 1970er Jahren studierten viele Iraner in Deutschland. Heute sind bereits wieder über 4.500 iranische Studierende in Deutschland immatrikuliert, mit zunehmender Tendenz. Öffnungstendenzen in der iranischen Bildungspolitik hatten in der Ära von Staatspräsident Khatami zeitweise zu einer Intensivierung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Iran beigetragen und zum Abschluss zahlreicher Kooperationsverträge zwischen deutschen und iranischen Hochschulen geführt. In der Amtszeit von Staatspräsident Ahmadinedschad (2005-2013) wurde die Islamisierung der Hochschulen und des Lehrbetriebs vorangetrieben. Obwohl die Rahmenbedingungen des akademischen Austauschs mit der Islamischen Republik von vielen Schwierigkeiten geprägt sind, konnten immer wieder neue deutsch-iranische Hochschulkooperationen ins Leben gerufen werden, einige davon im Rahmen des deutsch-iranischen Hochschuldialogs des DAAD.


Kulturpolitik

Die iranische Kulturlandschaft ist zentralistisch organisiert. Die Verantwortung für die Umsetzung der „Kulturrevolution“ liegt beim Obersten Rat der Kulturrevolution, dem der Staatspräsident vorsitzt. Der Rat koordiniert die Islamisierung des Kulturbetriebes. Das Ministerium für Kultur und islamische Führung (Erschad), überwacht die Medien, das Internet, Publikationen, Theatervorstellungen, Musikveranstaltungen, Kunstausstellungen sowie kulturelle und zivilgesellschaftliche Organisationen. Trotz auferlegter Restriktionen zeigt sich die iranische Kulturszene sehr rege. Das Kulturleben in der Hauptstadt Teheran ist mit einer großen Auswahl von Galerien, Museen, Theaterhäusern und Kinos lebhaft.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.