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Jamaika

Wirtschaft

Stand: März 2013

Aktuelle Wirtschaftslage

2012 schrumpfte die Wirtschaft erneut leicht, nach dem sie bereits in den 3 Vorjahren deutlich (2009 um 3%) schrumpfte. Auch für die kommenden Jahre kann bestenfalls mit geringe Wachstum gerechnet werden..

Die offizielle Arbeitslosenrate lag im Oktober 2012 bei 13,7 Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit sogar bei 35,3 Prozent.

Der gesetzliche Mindestlohn für eine 40 Stunden-Woche wurde im September 2012 um 11 Prozent auf 5.000 J-Dollar (ca. 56 US-Dollar) erhöht.

Sozial abfedernd wirken die Überweisungen der Auslandsjamaikaner (vor allem aus USA, Großbritannien und Kanada). Die wirtschaftliche Stagnation der vergangenen Jahrzehnte hat zur Auswanderung vieler gut ausgebildeter Jamaikaner – die dem Land nunmehr fehlen – geführt. Ihre jährlichen Überweisungen an die Familien zu Hause haben 2012 nach 2011 erneut wieder 2 Milliarden US-Dollar überschritten. Aufgrund der allgemeinen Wirtschaftskrise war es 2009 zu einem starken Rückgang gekommen.


Wirtschaftsstruktur

Die jamaikanische Wirtschaft wird gestützt von den vier Säulen Tourismus, Tonerde/Bauxit, Überweisungen der Auslandsjamaikaner und dem informellen Sektor. Letzter wird von der Weltbank auf ein Volumen von 43 Prozent des BIP geschätzt. Zwei Drittel des (formellen) BIP entfallen auf den Dienstleistungssektor, circa 27 Prozent auf die Industrie.


Außenhandel

Jamaika ist nach Australien, Guinea und Brasilien weltweit der viertgrößte Exporteur von Bauxit beziehungsweise Tonerde. Die Branche musste jedoch seit Mitte 2008 einen dramatischen Preisverfall und infolge der internationalen Wirtschaftskrise eine sinkende Nachfrage verkraften. Der Markt erholt sich nur sehr langsam. Bei der Dominanz des Dienstleistungssektors (Tourismus, Finanzen, Transport, Handel) und der Abhängigkeit von nur wenigen Exportgütern (Bauxit, Textilien, Zucker, Kaffee, Rum) sorgt der hohe Bedarf an Konsum- und Investitionsgüterimporten (vor allem aus den USA) traditionell für eine stark negative Handelsbilanz. Importiert werden vor allem Konsumgüter, Rohstoffe, Kraftstoff und Kapital-/Investitionsgüter.

Die USA waren auch 2012 der mit Abstand größte Handelspartner.


Staatshaushalt/Verschuldung

Angesichts einer Verschuldung von circa 130 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (gem. IWF 140 Prozent in FY 10/11 und 146 Prozent in FY 12/13) und eines Schuldendienstes von über 60 Prozent des öffentlichen Haushalts hatte die Regierung mit dem IWF Anfang Februar 2010 ein „Stand-By-Agreement“ über 1,27 Milliarden US-Dollar abgeschlossen, das bereits nach einem Jahr scheiterte. Die neue jamaikanische Regierung möchte bis Ende 2012 mit dem IWF  ein Folgeabkommen abschließen. Ein neues Abkommen ist auch für die Deblockierung von Auszahlungen nicht nur des IWF, sondern auch von EU, Weltbank und IDB erforderlich. Auch Jamaika's neue Regierung scheint die Notwendigkeit der Reduzierung der nicht nachhaltigen Verschuldung akzeptiert zu haben.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.