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Uganda

Beziehungen zu Deutschland

Stand: August 2017

Politische Beziehungen

Diplomatische Beziehungen wurden unmittelbar bei Unabhängigkeit Ugandas am 9.10.1962 aufgenommen und das zuvor eingerichtete Konsulat in eine Botschaft umgewandelt.

Das Deutschlandbild in Uganda ist positiv. Deutschlands Engagement im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, gegenseitige Besuche der beiden Staatsoberhäupter sowie andere hochrangige Besucher haben bewirkt, dass Deutschland in Uganda deutlicher wahrgenommen wird. Im Februar 2008 kam der damalige Bundespräsident Horst Köhler zu einem Staatsbesuch nach Uganda, im Juli 2010 der damalige Außenminister Westerwelle und im November 2015 der damalige Außenminister Steinmeier. Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung war im Mai/Juni 2013 zu Regierungsverhandlungen über Entwicklungszusammenarbeit in Uganda. Reisen von Parlamentariern beider Länder finden regelmäßig statt.  Staatspräsident Museveni hielt sich zuletzt im Juni 2016 im Rahmen einer privaten Reise in Deutschland auf.


Wirtschaftsbeziehungen

Die wirtschaftlichen Beziehungen sind in einer Reihe von Abkommen und Protokollen geregelt (Investitionsschutz, Finanzielle und Technische Zusammenarbeit).

Deutschland ist innerhalb der EU-Staaten ein wichtiger Handelspartner Ugandas (Handelsvolumen 2015 rund 190 Millionen Euro), neben Großbritannien, den Niederlanden und Belgien.

Wichtigste Exportprodukte sind Kaffee, Gold, Tee, Fisch, in geringerem Umfang auch andere landwirtschaftliche Produkte, Kobalt und einfache technische Produkte.

Uganda importiert aus Deutschland vor allem Maschinen und chemische Erzeugnisse. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes steht Uganda auf Rang 122 der Handelspartner Deutschlands.


Entwicklungs- und humanitäre Zusammenarbeit

Die deutsch-ugandische Entwicklungszusammenarbeit begann 1964. Bei den ugandisch-deutschen Regierungsverhandlungen im Mai 2013 wurde eine Neuzusage von 119,5 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren vereinbart, bei den folgenden Regierungsverhandlungen im Oktober 2016 weitere 93,5 Millionen Euro für den Zweijahreszeitraum 2016/2017. Hinzu kommen Mittel aus der Sonderinitiative "Eine Welt ohne Hunger" für Fördermaßnahmen im Bereich Landwirtschaft und Fischerei sowie Ende 2016 eine Zusage von 10 Millionen Euro für Maßnahmen zur Unterstützung von Flüchtlingen und die sie aufnehmenden Gemeinden in Uganda.

Zudem werden flankierende Maßnahmen zur Stärkung des öffentlichen Finanzmanagements, zur Steigerung von Eigeneinnahmen (Stärkung der ugandischen Steuerbehörde) und zur Förderung der Menschenrechte durchgeführt.

Die Bundesregierung zielt im Rahmen ihrer Entwicklungszusammenarbeit besonders auf die Entwicklung des Nordens mit Beratungs- und Friedensfördermaßnahmen ab und richtet Investitionsvorhaben auf diese Region aus. Uganda hat über eine Million Flüchtlinge aus den Ländern der Region (insbesondere aus Südsudan) aufgenommen. Die Bundesregierung fördert die Arbeit des Flüchtlingswerkes der Vereinten Nationen, des Welternährungsprogramms sowie ausgewählter Nichtregierungsorganisationen, die sich für die Verbesserung der Versorgungslage und der Lebenssituation der Flüchtlinge einsetzen. Für die verschiedenen Programme und Aktivitäten im Zusammenhang mit der aktuellen Flüchtlingslage in Uganda wurden bis März 2017 über 35 Mio. EUR zugesagt.

Die staatliche Entwicklungszusammenarbeit wird von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW, Finanzielle Zusammenarbeit) und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ, Technische Zusammenarbeit) durchgeführt. Die Bundesregierung unterstützt ferner die Arbeit politischer Stiftungen (Friedrich Ebert- und Konrad Adenauer-Stiftung sind mit Büros in Kampala vertreten), von Kirchen und Nichtregierungsorganisationen. Daneben unterstützen rund 100 Vereine und Initiativen in Deutschland Projekte in Uganda.

Der Senior Experten Service (SES) hat 1983-2013 über 280 Einsätze in Uganda durchgeführt. Regelmäßig halten sich über 100 deutsche Freiwillige, darunter solche aus den weltwärts- und kulturweit-Programmen, in Uganda auf.


Kulturelle Beziehungen

Die im Juli 1989 gegründete Ugandan-German Cultural Society (UGCS) hat seit 2008 den Status eines Goethe-Zentrums. Das Goethe-Zentrum Kampala organisiert Ausstellungen, Workshops, Veranstaltungen und Künstleraustausch und bietet Deutschkurse an. Im Jahr 2016 besuchten ca. 740 Sprachschülerinnen und Sprachschüler die Kurse des Zentrums. Seit 2009 teilen sich Goethe-Zentrum und die Alliance française ein Gebäude in Kampala. Beide Organisationen arbeiten eng zusammen.

Rund 5000 Schüler lernen an 16 ugandischen Schulen Deutsch. Eine Schule wird als Partner-Schule, sogenannte PASCH-Schule, besonders vom Goethe-Institut gefördert. Das Goethe-Zentrum Kampala (GZK) unterstützt die Spracharbeit vor Ort. Das Goethe-Zentrum in Kampala ist als anerkanntes Institut für die Abnahme der Sprachprüfungen gemäß den Vorgaben des Goethe-Instituts akkreditiert.

Die Zahl ugandischer DAAD-Alumni liegt bei 700-800 Stipendiaten. Dazu kommen Ugander, die von (ehemals) InWEnt (jetzt GIZ) gefördert wurden. Eine kleine Zahl von Alumni hat sich in einem Alumni-Verband organisiert. Das Interesse an einem Studium in Deutschland ist hoch, allerdings ist die Zahl der Germanistik-Studenten rückläufig. An der Makerere-Universität ist ein Lektor des Deutschen Akademischen Austauschdienstes DAAD tätig.

2009-2013 unterstützte ein entsandter Langzeitexperte des Deutschen Olympischen Sportbundes die ugandische Leichtathletik, insbesondere durch Ausbildung von Sportlehrern. Flankiert und fortgesetzt wird diese Sportzusammenarbeit durch zahlreiche Kurzzeitprojekte und die Vergabe von Stipendien für Aus- und Fortbildung in Deutschland.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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