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Uganda

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Dezember 2013

Politische Beziehungen

Diplomatische Beziehungen wurden unmittelbar bei Unabhängigkeit Ugandas am 9.10.1962 aufgenommen und das zuvor eingerichtete Konsulat in eine Botschaft ungewandelt.

Das Deutschlandbild in Uganda ist positiv. Deutschlands Engagement im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, gegenseitige Besuche der beiden Staatsoberhäupter sowie andere hochrangige Besucher haben bewirkt, dass Deutschland in Uganda deutlicher wahrgenommen wird. Im Februar 2008 kam der damalige Bundespräsident Horst Köhler zu einem Staatsbesuch nach Uganda, im Juli 2010 reiste  der damalige Außenminister Westerwelle zu einem Besuch nach Kampala. Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, war im Mai/Juni 2013 zu Regierungsverhandlungen über Entwicklungszusammenarbeit in Uganda. Reisen von Abgeordneten des Deutschen Bundestags finden regelmäßig statt; Ende März 2012 nahm Bundestagspräsident Lammert an der 126. Tagung der Inter Parliamentary Union in Uganda teil.


Wirtschaftsbeziehungen

Die wirtschaftlichen Beziehungen sind in einer Reihe von Abkommen und Protokollen geregelt (Investitionsschutz, Finanzielle und Technische Zusammenarbeit).

Deutschland ist von den EU-Staaten der wichtigste Handelspartner Ugandas (Handelsvolumen 2012: 182 Millionen Euro), gefolgt von den Niederlanden und Belgien. Der Handel mit Uganda weist einen Überschuss von 10 Millionen Euro zugunsten Deutschlands auf.

Wichtigste Exportprodukte sind Kaffee, Fisch, in geringerem Umfang auch andere landwirtschaftliche Produkte, Kobalt und einfache technische Produkte.

Uganda importiert aus Deutschland vor allem Maschinen und chemische Erzeugnisse.


Entwicklungs- und humanitäre Zusammenarbeit

Die deutsch-ugandische Entwicklungszusammenarbeit begann im Jahr 1964. Bei den ugandisch-deutschen Regierungsverhandlungen im Mai 2010 wurde eine Neuzusage von 120 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren vereinbart.

Die ugandisch-deutsche Entwicklungszusammenarbeit fokussiert auf die Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz, Wasserver- und Abwasserentsorgung und Finanzsystementwicklung.

Durch die Vergabe von Budgethilfe unterstützt Deutschland die Umsetzung des ugandischen Nationalen Entwicklungsplans. Zusätzlich wurden flankierende Maßnahmen zur Stärkung des öffentlichen Finanzmanagements und zur Steigerung von Eigeneinnahmen (Stärkung der ugandischen Steuerbehörde) vereinbart. Aktuell sind die Budgethilfezahlungen aller internationalen Geber an Uganda angesichts eines Korruptionsskandals im Büro des Premierministers ausgesetzt.

Die Bundesregierung zielt im Rahmen ihrer Entwicklungszusammenarbeit vor allem auf die Entwicklung des Nordens mit Beratungs- und Friedensfördermaßnahmen und richtet Investitionsvorhaben auf diese Region aus. Bei den Regierungsverhandlungen 2010 wurde zudem ein Neuvorhaben zur Stärkung der Menschenrechte vereinbart. Zusätzlich werden Maßnahmen im Bereich der entwicklungsorientierten Not- und Übergangshilfe in Karamoja durchgeführt.

Die staatliche Entwicklungszusammenarbeit wird von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW, Finanzielle Zusammenarbeit) und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführt. Daneben unterstützt die Bundesregierung die engagierte Arbeit politischer Stiftungen (Friedrich Ebert- und Konrad Adenauer- Stiftung sind mit Büros vor Ort vertreten), der Kirchen sowie zahlreicher deutscher Nichtregierungsorganisationen.


Kulturelle Beziehungen

Die kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Uganda entwickeln sich gut. Die seit 1989 bestehende Ugandan German Cultural Society (UGCS), zwischenzeitlich mit dem Status eines Goethe-Zentrums versehen, konnte seine Aktivitäten durch eine engere Anbindung an die Struktur des Goethe-Instituts weiter ausbauen. Sehr gut gestaltet sich zudem die Zusammenarbeit mit der Alliance Française, die durch die Unterbringung im selben Gebäude gefördert wird. Die beiden Kulturinstitutionen organisieren gemeinsam Ausstellungen, Workshops, Veranstaltungen und manchen Künstleraustausch.

Derzeit lernen mehrere Tausend Schüler an ugandischen Schulen Deutsch. Eine Schule wird als Partner-Schule, sogenannte PASCH-Schule, besonders vom Goethe-Institut gefördert. Das Goethe-Zentrum Kampala und die deutsch-ugandische Kulturgesellschaft unterstützen die Spracharbeit vor Ort. Das Goethe-Zentrum in Kampala ist als anerkanntes Institut für die Abnahme der Sprachprüfungen gemäß den Vorgaben des Goethe-Instituts akkreditiert. Zusätzlich zu den traditionellen Deutschkursen verbessern neue Konzepte zur Sprachausbildung die Attraktivität von "Deutsch als Fremdsprache". Ausgearbeitet wurden Angebote, die speziell auf die Bedürfnisse von Firmen oder besonderen Berufsgruppen zugeschnitten wurden (u.a. Hotel und Gastronomie). Die Sprachabteilung des GZK geht aktiv auf Schulen mit dem Ziel zu, dort Deutschunterricht anzubieten und zu organisieren. Damit könnte langfristig die Anzahl der Schulen, die Deutschunterricht anbieten, wieder erhöht werden.

Allein die Zahl der DAAD-Alumni beläuft sich auf mehrere tausend Stipendiaten. Dazu kommt eine kaum niedrigere Zahl von Ugandern, die von (ehemals) InWEnt (jetzt GIZ) gefördert wurden. Das Interesse an einem Studium in Deutschland ist weiter hoch. Hier gilt es jedoch zu berücksichtigen, dass vermehrt englischsprachige Studiengänge belegt werden und die Zahl der Germanistik-Studenten rückläufig ist. An der Makerere-Universität ist eine Lektorin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes tätig.

2009-2013 unterstützte ein entsandter Langzeitexperte des Deutschen Olympischen Sportbundes die ugandische Leichtathletik insbesondere durch Ausbildung von Sportlehrern.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.