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Portugal

Außenpolitik

Stand: Mai 2015

Europäische Grundüberzeugungen und die Einbindung in die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP), eine starke transatlantische Bindung und die besondere Pflege der Beziehungen zu den portugiesisch-sprachigen Ländern Afrikas und Lateinamerikas, mit denen Portugal in der Gemeinschaft der portugiesischsprachigen Staaten (CPLP) auch institutionell verbunden ist, sind die Parameter der portugiesischen Außenpolitik.

Europäische Union

Portugal ist seit 1986 Mitglied der EG/heute EU (Europäische Union). Portugal sieht seine Zukunft in und mit Europa und unterstützt und gestaltet alle großen  europäischen Integrationsprojekte mit. Portugal gehört zu den ersten Mitgliedern der Eurozone 1999/2000 (Euro-11) und ist Teil der Schengen-Gruppe. Lissabon hat drei erfolgreiche EU-Präsidentschaften durchgeführt: 1992, 2000 (Lissabon-Strategie) und zuletzt 2007 (Lissabon-Vertrag).

In der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) setzt Portugal auf einen kohärenten Außenauftritt der EU. Es hat starke Interessen im Mittelmeerraum. Aus historischen und geographischen Gründen versteht Portugal sich als Europas Brücke  in die lusophonen Staaten Afrikas

Portugal erhielt im Mai 2011 Finanzhilfen von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF). Über einen Zeitraum von drei Jahren wurden Portugal Kredite in Höhe von 78 Mrd. Euro zugesagt. Das wichtigste europapolitische Thema in Portugal war im Mai  2014 das Ende des Troika-Programms.

Transatlantische Beziehungen, Sicherheitspolitik

Den USA fühlt sich  Portugal grundsätzlich eng verbunden, nicht zuletzt auch   wegen der Bedeutung der USA für die Sicherheit im Atlantik (US-Militärbasis Lajes auf der Inselgruppe der Azoren). Ferner gibt es eine  große Kolonie  Auslandsportugiesen in den USA und Kanada. Portugal ist eines der Gründungsmitglieder der NATO (North Atlantic Treaty Organisation) und war im November 2010 Gastgeber des NATO-Gipfels. Portugal beteiligt sich an internationalen Missionen der EU, NATO und den VN (Vereinten Nationen).

Gemeinschaft portugiesischsprachiger Staaten

1996 wurde die Gemeinschaft portugiesischsprachiger Staaten (CPLP) gegründet. Mitglieder sind neben Portugal, das bis Juli 2010 die Präsidentschaft innehatte, Brasilien, Angola, Mosambik, Kapverden, São Tomé e Príncipe, Guinea-Bissau und Ost-Timor. Die CPLP hat sich gerade bei kulturellen Themen als erfolgreich erwiesen. Verstärkt wird die Zusammenarbeit der lusophonen Staaten zunehmend auch im Wirtschaftsbereich, zur Lösung politischer Konflikte (z.B. Guinea-Bissau) oder auch im Rahmen humanitärer Hilfe (z.B. Hilfsvorkehrungen für potentielle Ebola-Fälle  in Guinea-Bissau).

Beziehungen zu sonstigen Staaten

Ein zunehmend wichtiger Wirtschaftspartner für Portugal ist China, nicht zuletzt aufgrund  chinesischer Investitionen in Portugal. Die Wirtschaftsbeziehungen zum Maghreb, zu Indien und den Golfstaaten entwickeln sich positiv. Wirtschaftlich sind Angola und Brasilien für Portugal von wachsendem Interesse, auch als Arbeitsmarkt für qualifizierte Portugiesen.

Bei der Immigration spielen die Beziehungen zur Ukraine, Brasilien und den früheren afrikanischen Kolonien eine besondere Rolle, aus denen die meisten Einwanderer (4,5 Prozent der Bevölkerung Portugals) stammen. Im Rahmen des in 2012 aufgelegten Visa-Gold-Programms („Wohlstandsimmigration“) wird die ganz überwiegende Zahl der Visen an chinesische Staatsbürger vergeben.

Unter den EU-Mitgliedstaaten steht Spanien, der einzige geographische Nachbarstaat, nicht nur als Handelspartner an erster Stelle. Auch die politische Zusammenarbeit   hat sich stark entwickelt. Historische Belastungen sind weitgehend überwunden. Besonders intensive Beziehungen bestehen auch zu Frankreich (3. Handelspartner, 800.000 Auslandsportugiesen).

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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