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Panama

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: März 2014

Das panamaische Schulsystem umfasst bis zum Sekundarschulabschluss zwölf Schuljahre. Es gliedert sich in sechs Jahre Primarschulunterricht und sechs Jahre Sekundarschulunterricht, der drei Jahre an allgemeinbildenden und drei Jahre an berufsbezogenen Schulen erfolgt.

Im Durchschnitt werden 8,4 Jahre Schulbesuch erreicht (Mädchen 8,64 Jahre; Jungen 8,2 Jahre), die Analphabetenrate liegt bei 5,5 Prozent. Das öffentliche Schulwesen gilt als nicht leistungsfähig genug. Eine Schulreform aus dem Jahr 2011 hat die Vielzahl der berufsbezogenen Abschlüsse reduziert und soll die Schülerinnen und Schüler nun durch Modernisierung der Curricula besser auf den Arbeitsmarkt vorbereiten, auf dem starker Fachkräftemangel herrscht. Ein sog. Universalstipendium (20 Dollar im Monat) und kostenloses Schulmaterial unterstützen und stabilisieren den Schulbesuch der Kinder aus ärmeren Bevölkerungsschichten, vor allem in ländlichen Gebieten.

Panama hat fünf öffentliche Hochschulen (Universidad Nacional de Panamá, Universidad Tecnológica de Panamá, Universidad Autónoma de Chiriquí, Universidad Marítima Internacional de Panamá), daneben die kirchliche Universität Santa María la Antigua (USMA) und eine Vielzahl kleinerer privater Hochschulen mit zusammen circa 100.000 Studenten. Die staatlichen Universitäten leiden an Mittelknappheit. Viele Panamaer zieht es an US-Universitäten und zunehmend auch nach Europa – insbesondere durch attraktive Stipendienprogramme.

Englisch hat in Panama traditionell schon wegen der besonderen Verhältnisses zu den USA eine herausragende Bedeutung als erste Fremdsprache und ist heute v.a. in der international orientierten Wirtschaft (v.a. Handel, Logistik, Banken, Call-Center) und darüber hinaus verbreitet. Deutschunterricht an Universitäten gibt es nur als Beifach; Germanistik ist kein Studienfach.

Panama unterhält zwei zentrale Institutionen im Wissenschaftsbereich, das SENACYT (Nationales Sekretariat für Wissenschaften und Technologie) und die Sonderwirtschaftszone "Ciudad del Saber" (Wissenschaftsstadt, Gründerzentrum in ehemaliger US-Kanalzone). Unterstützt von einem inzwischen abgeschlossenen Projekt der Europäischen Union werden dort Wissenschaftsbetrieb und Unternehmensgründung verzahnt. Noch aus der Zeit der US-Kanalzone stammt die Station des amerikanischen Smithsonian-Instituts mit dem Institut für Tropenforschung (STRI) und mehreren Außenstellen, an denen auch deutsche Wissenschaftler arbeiten.

Das Nationale Kulturinstitut (INAC), das in der kolonialen Altstadt ("Casco Antiguo", UNESCO-Kulturerbe) über ein Operntheater aus dem Jahre 1909, ein Sinfonieorchester und eine Balletttruppe verfügt, hat mit Jazz-, Theater-, Oper-, Ballett- und Klassikfestivals kulturelles Leben in die Stadt Panama gebracht. Das von INAC geplante  Kulturzentrum "Stadt der Künste soll einen Saal für 1500 Personen und nationale (Hoch-)Schulen für Theater, Kunst, Ballett und Musik umfassen. 2013 wurde erstmals eine große internationale Schau zeitgenössischer Kunst veranstaltet, die als „Biennale des Südens“ künftig alle 2 Jahre stattfinden soll. Panama hat international bekannte Künstler wie den Jazz-Pianisten Danilo Perez oder den Salsa-Musiker und Filmschauspieler Ruben Blades hervorgebracht.

Neben dem Kanalmuseum, dem Museum für moderne Kunst und dem anthropologischen Museum in der Hauptstadt gibt es mehrere kleine Regionalmuseen mit präkolumbischen und kolonialen Exponaten in den Provinzen. In Panama-Stadt entsteht nach Entwurf von Frank Gehry das Museum für Biodiversität. Hervorzuheben sind neben dem in umfassender Restaurierung befindlichen Casco Antiguo das Patronat "Panamá Viejo" am Ort der 1672 aufgegebenen ersten kolonialen Stadtgründung die Nationalbibliothek und die mit der spanischen Akademie korrespondierende Academia de Lengua.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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