Hauptinhalt

IRENA: Erneuerbare Energien international fördern

Globale Herausforderungen lassen sich nur gemeinsam lösen: Energiesicherheit, Umwelt- und Klimaschutz und Armutsbekämpfung lassen sich nicht im Alleingang erreichen. Erneuerbare Energien spielen hierbei eine Schlüsselrolle. Die International Renewable Energy Agency (IRENA) fördert den Ausbau regenerativer Energien weltweit. Mit derzeit 135 Mitgliedern ist die maßgeblich von Deutschland mit ins Leben gerufene IRENA ein großer Erfolg.

IRENA - Homepage

Deutschland als Gründungsvater der IRENA

Die Gründung einer Internationalen Organisation für erneuerbare Energien wurde erstmals 1981 auf einer Konferenz der Vereinten Nationen in Nairobi vorgeschlagen. Die Idee wurde auf verschiedenen Konferenzen von Organisationen, welche im Bereich der  erneuerbaren Energien angesiedelt sind (z.B. Eurosolar),  weiterentwickelt und von deutscher Seite durch konkrete Ideen unterstützt. In 2005 ließen die damaligen Regierungsparteien CDU/CSU und SPD das Ziel der Gründung einer IRENA im Koalitionsvertrag verankern.

Am 26. Januar 2009 wurde der Gründungsvertrag für die IRENA in Bonn von 75 Staaten unterzeichnet. Einen Tag nach der Gründungskonferenz fand das erste Treffen der Mitgliedsstaaten statt. Deutschland ist sog. Depositar und damit Verwahrer von Unterzeichnungen und Ratifizierungen. Der Gründungsvertrag der IRENA trat am 8. Juli 2010 in Kraft, nachdem am 8. Juni die 25. Ratifikationsurkunde beim Auswärtigen Amt hinterlegt wurde.  Heute wird IRENA von 169 Staaten unterstützt, 134 Staaten und die EU sind Mitglieder und haben den Vertrag ratifiziert, davon 25 EU-Mitgliedsstaaten, USA, China, Golfstaaten sowie die Mehrzahl der Entwicklungsländer. Weitere 34 Staaten befinden sich im formalen Beitrittsprozess (Stand: 25.09.2014).

Aufgaben der Organisation

Bau eines Offshore-Windparks in der Nordsee

Bau eines Offshore-Windparks in der Nordsee
© picture alliance / dpa

Bild vergrößern
Bau eines Offshore-Windparks in der Nordsee

Bau eines Offshore-Windparks in der Nordsee

Bau eines Offshore-Windparks in der Nordsee

IRENA ist die erste internationale Organisation, die sich ausschließlich auf erneuerbare Energien konzentriert. IRENA soll Plattform und Stimme der erneuerbaren Energien weltweit sein. Die Organisation unterstützt ihre Mitgliedsstaaten dabei, ihre politischen Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien anzupassen, Kompetenzen aufzubauen (capacity building) sowie den Technologie- und Wissenstransfer hinsichtlich erneuerbarer Energien zu verbessern. Darüber hinaus berät sie ihre Mitgliedsstaaten zu Finanzierungsmöglichkeiten und leistet unterstützende Öffentlichkeitsarbeit.

Während 2009 im Gründungsjahr der IRENA  118 Staaten definierte Ziele bzw. Strategien hinsichtlich des Ausbaus bzw. des Einsatzes erneuerbarer Energien hatten, haben heutzutage bereits 144 Staaten festgesetzte Ziele für den Einsatz von erneuerbaren Energien und 127 Staaten haben Strategien entwickelt, um die Entwicklung von Erneuerbaren zu fördern und den Anteil erneuerbarer Energien am Energieverbrauch zu steigern.

Erneuerbare Energien bieten ein großes Potential:

  • Sie unterstützten Energieversorgungssicherheit und nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum.
  • Selbst erhebliche Nachfragesteigerungen können durch das enorme Energiepotenzial von Wind, Sonne und anderen erneuerbaren Energiequellen gedeckt werden.
  • Mit stetig sinkenden Technologiekosten können erneuerbare Energien zu günstigen Energiepreisen beitragen.
  • Erneuerbare Energien sind zentraler Bestandteil effektiver Minderungsmechanismen von Treibhausgasemissionen und Luftschadstoffen.
  • Erneuerbare Energien können die Ärmsten der Welt mit Energie versorgen. Sie benötigen keine kostspieligen Stromnetze und können dezentral den Energiebedarf der gesamten Weltbevölkerung decken.
  • Der Ausbau und die Entwicklung erneuerbarer Energien schaffen weltweit über 6 Mio. neue Arbeitsplätze.

IRENA soll dazu beitragen, die Lücke zwischen dem Potenzial und dem Marktanteil von erneuerbaren Energien weltweit baldmöglichst zu schließen, indem beispielsweise der Ausbau regionaler Korridore für den Einsatz erneuerbarer Energien gefördert oder der allgemeine Zugang zu modernen Energiediensten vorangetrieben wird.

Ein zentrales Projekt der IRENA ist die REmap 2030 (Renewable Energy Roadmap 2030). In einer Studie wurde erstmals das Potential von erneuerbaren Energien in 26 der wichtigsten Energiemärkte, welche ¾ des weltweiten Energiebedarfs repräsentieren, analysiert. Sie zeigt, wie  sich bis 2030 die Energieeffizienzrate und der Anteil der erneuerbaren Energien am globalen Energiemix (Ziel: 36% in 2030) verdoppeln kann, was mit einer Reduzierung der jährlichen CO2 Immissionen um 8,6 Gigatonnen einherginge. Um diese Ziele zu erreichen, ist es notwendig, dass der Einsatz von erneuerbaren Energien stärker gefördert wird und deren Einsatz sich v.a. vermehrt auf den Gebäude-, den Transport-, den Industrie und den Elektrizitätssektor erstreckt.

Bonn ist Standort des Technologie-Zentrums für Erneuerbare Energien

Abu Dhabi ist Hauptsitz der IRENA, Bonn beheimatet eine der drei Fachabteilungen - das  Innovations- und Technologiezentrum (IITC).

Das IITC wurde am 7. Oktober 2011 in Bonn eröffnet. Die von der Bundesregierung geförderte Fachabteilung erarbeitet wissenschaftliche Analysen und Szenarien zur Förderung erneuerbarer Energien in Industrie- sowie auch in Entwicklungs- und Schwellenländern und trägt so in Zusammenarbeit mit den IRENA Abteilungen in Abu Dhabi zum weltweiten Umstieg auf Ressourcen schonende Technologien bei. Deutschland als Technologieführer unterstreicht mit dem IITC seine maßgebliche internationale Bedeutung bei der weltweiten Entwicklung erneuerbarer Energien.

Die 8. Ratssitzung der IRENA fand vom 3.-4. November 2014 in Abu Dhabi statt.


Stand 18.11.2014

Einreise & Aufenthalt

Auswärtiges Amt

Reise & Sicherheit

Außen- und Europapolitik

Ausbildung & Karriere