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Polen

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: März 2014

Kulturpolitik

Kultur und die Bewahrung des nationalen Erbes haben in Polen einen hohen Stellenwert und identitätsstiftenden Charakter. Jubiläumsjahre großer polnischer Kulturschaffender werden national und auch im Rahmen der polnischen auswärtigen Kulturpolitik mit großem Aufwand begangen (2013 Witold Lutosławski, 2014 Oskar Kolberg). Nach wie vor gibt es eine Reihe direkt von zentraler staatlicher Ebene institutionell geförderter großer Kultureinrichtungen (u.a. Nationalmuseum, Nationaloper, Nationalphilharmonie). 

Die Verantwortung für den institutionellen Betrieb kultureller Einrichtungen liegt aber auch in Polen ganz überwiegend bei den kommunalen bzw. regionalen Selbstverwaltungen. Für die Programme und Projekte stehen auch diesen Einrichtungen Mittel aus dem Haushalt des Kulturministeriums zur Verfügung. Das gilt auch für privat betriebene Theater oder Spielstätten. Über das institutionelle Kulturangebot hinaus gibt es jährlich zahlreiche große Musik-, Theater-, Film- und Tanzfestivals mit breiter internationaler Beteiligung. Besondere Aufmerksamkeit gilt bereits jetzt den Vorbereitungen zur Präsentation Breslaus als eine der Kulturhauptstädte 2016.

Bildungspolitik

Das Recht auf Bildung ist in Polen verfassungsrechtlich verankert. Zwischen dem sechsten und achtzehnten Lebensjahr gilt Schulpflicht. Der Besuch der Grundschule sowie des Gymnasiums (vergleichbar der gymnasialen Mittelstufe bzw. den Realschulen in Deutschland) ist dabei verpflichtend, der Besuch weiterführender Schulen optional. 

Weiterführende Schulbildungsangebote gibt es in allgemeinbildenden, technischen sowie berufsbildenden Schultypen, die der gymnasialen Oberstufe, Fachoberschulen oder Berufsschulen in Deutschland vergleichbar sind. 2013/2014 gibt es im gesamten polnischen Schulsystem landesweit etwa 4,6 Millionen Schüler. Die Fortsetzung der Ausbildung im tertiären Bereich erfolgt an landesweit  461 Hochschulen, davon 19 Universitäten und 80 Wirtschaftshochschulen.

Wissenschaftspolitik

Der Beitritt zur EU markierte eine Phase entscheidender Veränderungen im Bereich Wissenschaft und Hochschulbildung. Um die Integration Polens in den europäischen Forschungsraum zu beschleunigen, hat das Ministerium für Wissenschaft und Hochschulwesen eine Reihe von Reformen auf den Weg gebracht. Ein Hauptanliegen dabei war, die Autonomie der circa 130 staatlichen Hochschulen auszuweiten. Neben den Universitäten sind die Forschungseinrichtungen der Polnischen Akademie der Wissenschaften als größte polnische staatliche Wissenschaftsinstitution mit 79 eigenen Einrichtungen wesentliche Bestandteile der polnischen Forschungslandschaft.

Die Wissenschaft soll einen wichtigen Beitrag zur umfassenden Wirtschaftsentwicklungsstragie „Polen 2030“ leisten. Diese langfristig angelegte Vorausschau strebt eine wissensbasierte Wirtschaft mit intelligenter Spezialisierung (smart specialisation) an. Aufbauend auf aktuell starken Forschungsfeldern wird die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen in so genannten Exzellenz-Clustern besonders gefördert. Diese sollen die Entwicklung und Vermarktung innovativer Technologien und Produkte vorantreiben.

Als strategische Forschungsfelder werden genannt: Gesundheit und Umwelt, Landwirtschaft und Nahrung, Staat und Gesellschaft, Sicherheit, Neue Materialien und Technologien, Informationstechnologien, Energie und Energiequellen, Verkehrsinfrastruktur.

Die deutsch-polnische Forschungszusammenarbeit basiert auf dem Abkommen für die Wissenschaftlich-Technologische Zusammenarbeit (WTZ) aus dem Jahr 1989.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.