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Eritrea

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: Oktober 2011

Die eritreische Regierung misst der Bildungs- und Kulturpolitik eine wichtige Rolle bei der Pflege des eritreischen Nationalbewusstseins und der Erhaltung der Einheit des Vielvölkerstaates bei. Jede der ethnischen Gruppierungen in Eritrea soll ihre kulturellen Traditionen pflegen können. Jedes Kind soll die Möglichkeit haben, Grundschulunterricht in der Muttersprache zu erhalten. In der am 1997 verabschiedeten, jedoch nicht in Kraft getretenen, Verfassung sind alle neun Sprachen der verschiedenen Ethnien als gleichberechtigt anerkannt.

Im Rahmen der nationalen eritreischen Entwicklungs- und Armutsbekämpfungsstrategie wird dem Bildungssektor eine herausgehobene Bedeutung beigemessen. Dabei stehen die Erhöhung der Alphabetisierungsrate, verbesserter Zugang zu Bildungseinrichtungen sowie eine effizientere Wissensvermittlung im Vordergrund. Trotz widriger Umstände hat Eritrea große Fortschritte im Bildungsbereich gemacht. Im primären, mittleren und sekundären Bereich erhöhte sich die Einschulungsrate seit 1999 stetig. Dennoch liegt die Einschulungsrate im Elementarbereich nur bei höchstens 70 Prozent und ist nach Meinung unabhängiger Beobachter sogar zuletzt rückläufig, so dass das  Milleniumsziel von 82 Prozent nicht erreicht werden wird. Gründe hierfür sind in erster Linie das Fehlen einheimischer Lehrer sowie die Nichtausschöpfung bzw. Ablehnung der Hilfsangebote ausländischer und internationaler Geber.

Als Ersatz für die im August 2006 aufgelöste Universität Asmara wurden acht über das Land verteilte Colleges mit dem Ziel aufgebaut, die Zugangsmöglichkeiten aller Bevölkerungsschichten zu höherer Bildung in allen Teilen des Landes zu verbessern und 25 Prozent bis 30 Prozent der Schulabgänger eine Hochschulausbildung zu ermöglichen. Durch diese Maßnahme konnte die Anzahl der Studenten im tertiären Bereich von 5.000 auf 11.000 Schüler erhöht werden. Daneben bemüht sich die Regierung, auch die anderen Bereiche des Bildungssektors auszubauen, stößt aber angesichts von Lehrer- und Professorenmangel rasch an ihre Grenzen und hat inzwischen begonnen, ausländische Lehrer (Indien) einzustellen und Hochschulprofessoren aus China, Japan, Italien und Deutschland (CIM) zu gewinnen.

Alle Schülerinnen und Schüler müssen seit 2002 ihren Sekundarschulabschluss zentral in einem in der Nähe der sudanesischen Grenze gelegenen Schule in Sawa ablegen. Dort findet auch eine sechsmonatige militärische Grundausbildung statt. Danach können die besten ein Studium an einem der Colleges aufnehmen; der Rest wird zur Ableistung des achtzehnmonatigen (in der Praxis leider unbegrenzten) Wehrdienstes eingezogen.

Nicht nur in der Hauptstadt Asmara gibt es eine aktive künstlerische Szene,  hauptsächlich Maler. Auch die einheimische, tigrinyasprachige Filmindustrie gewinnt zunehmend an Bedeutung. Seit 2001 findet in Asmara alljährlich eine Buchmesse statt. Es gibt erste Versuche, die eritreische Volksmusik zu bewahren sowie mit Hilfe ausländischer Geber ein nationales Symphonieorchester ins Leben zu rufen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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