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Sri Lanka

Die allgemeine Lage im Land war über Jahrzehnte geprägt von einem Bürgerkrieg, bei dem die tamilische Minderheit für einen eigenen Staat kämpfte. Erst 2009 konnte sich die Zentralregierung unter dem 2004 gewählten Präsidenten Mahinda Rajapaksa durchsetzten. Dies war bestimmend für die humanitäre Lage, Hilfe wurde insbesondere für die Binnenvertriebenen geleistet. Im Dezember 2010 wurde Sri Lanka dann von schweren Regenfällen heimgesucht, die quer durch das Land zu Überschwemmungen und Erdrutschen geführt haben.

Allgemeine Lage und politischer Hintergrund

Die politische Lage im Land war über Jahrzehnte geprägt von dem gewaltsamen Konflikt zwischen der separatistischen LTTE als paramilitärischer Tamilenorganisation, die mit Waffengewalt im Norden und Osten des Landes einen unabhängigen Staat der Tamilen anstrebte. Mehrmals wurden die militärischen Auseinandersetzungen durch Verhandlungsphasen zwischen der demokratisch gewählten Regierung und der LTTE unterbrochen, so dass in der Rückschau über mehrere Tamilenkriege gesprochen wird.
Mahinda Rajapaksa, der bis 2004 als Ministerpräsident amtierte und dann zum Präsidenten gewählt wurde, hatte bereits in seinem Wahlprogramm den Sieg über die LTTE zu seinen Hauptziel erklärt. In den folgenden Jahren kam es, mit einigen Unterbrechungen, zu einem großflächigen, bewaffneten Konflikt, der aber unter Einsatz der von Rajapaksa verstärkten Armee bis zum Sieg über die LTTE im Mai 2009 fortgesetzt wurde.
Hunderttausende mussten während des Bürgerkriegs, der nach Schätzungen 100.000 Todesopfer forderte und im Norden des Landes erhebliche Schäden mit sich brachte, ihre Heimatorte im tamilischen Norden und Osten des Landes verlassen. Von den rund 300.000 Binnenvertriebenen, die in den letzten Monaten des Bürgerkriegs im kontinuierlich schrumpfenden Kampfgebiet eingeschlossen waren und nach dem Ende der Kämpfe von der Armee in, zunächst geschlossenen, Lagern untergebracht wurden, konnten viele längere Zeit nicht an ihre Heimatorte zurückkehren, sodass ein großer Teil auch bei Gastfamilien untergebracht wurde.

Dementsprechend standen die Folgen der kriegerischen Auseinandersetzungen in dieser Zeit bis 2009 ganz im Mittelpunkt der humanitären Hilfsmaßnahmen.

Humanitäre Lage

Verteilung der Lebensmittelpakete

Verteilung der Lebensmittelpakete
© Carmen Wolf/ Malteser International

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Verteilung der Lebensmittelpakete

Verteilung der Lebensmittelpakete

Verteilung der Lebensmittelpakete

Im Dezember 2010 hat Sri Lanka nun eine Naturkatastrophe in Form von schweren Regenfällen heimgesucht, die quer durch das Land zu Überschwemmungen und Erdrutschen geführt haben. Ca. eine Million Menschen waren von den Fluten betroffen, es kam zu mehreren Todesfällen und einige hundert tausend Menschen mussten ihre Häuser verlassen und in Notunterkünften Schutz suchen. Nachdem sich die Lage Mitte Januar 2011 leicht entspannt hatte und die ersten Menschen in ihre Heimatdörfer zurückzukehren begannen, kam es Anfang Februar erneut zu Überschwemmungen, deren Auswirkungen noch gravierender waren als die des Vormonats.

Erneut wurden rund 15.000 Häuser zerstört und landwirtschaftliche Anbaufläche vernichtet. In besonders betroffenen Gebieten wie beispielsweise Batticaloa, bedeutete dies einen Verlust der Reissaat von 90 Prozent.

Hilfe des Auswärtigen Amtes

Es wurden mehrere Projekte zur Hilfe für die Binnenvertriebenen, z. B. der deutschen Nichtregierungsorganisationen DRK, Malteser, Kindernothilfe, humedica und Medico international finanzielle gefördert. Außerdem wurden UNHCR und IKRK in ihrer Arbeit unterstützt.

Bis Ende 2009 wurde dann auch zur Rückkehr der Binnenvertriebenen, humanitäre Hilfestellung in Höhe von 3,5 Millionen Euro geleistet.

Nach den ersten Überschwemmungen im Januar 2011 unterstützte das Auswärtige Amt zwei Hilfsprojekte deutscher Nichtregierungsorganisationen in Höhe von 250.000 Euro. Angesichts der sich zuspitzenden Lage erhöhte das Auswärtige Amt die zur Verfügung gestellten Mittel auf nunmehr ca. 500 000 Euro, um die bereits laufenden Projekte ausweiten zu können und um ein neues Projekt zu initiieren.

Die getroffenen Hilfsmaßnahmen beinhalten die Notversorgung mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser, die Verteilung von Hygiene Kits und Bedarfsgegenständen, sowie die Säuberung von verunreinigten Brunnen.

Weitere Informationen:

www.malteser-international.org

Arbeiter-Samariter-Bund


Stand 09.03.2011

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04.03.2011

Fluthilfe im Batticaloa Distrikt, Sri Lanka

Das Auswärtige Amt stellt für die Notversorgung von Flutopfern in den Ostprovinzen Sri Lankas insgesamt 500.000 Euro zur Verfügung.

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Abladen von Lebensmitteln

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