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Nicaragua

Beziehungen zwischen Nicaragua und Deutschland

Stand: März 2014

Politische Beziehungen

Die bilateralen Beziehungen zwischen Nicaragua und Deutschland sind historisch gut.
Neben der Deutschen Botschaft sind in Nicaragua die bilaterale Außenhandelskammer, die bilinguale Deutsche Schule, der DAAD, die GIZ, die KfW, sowie die Friedrich-Ebert präsent.
Seit den 80er Jahren bestehen etwa 43 Städtepartnerschaften zwischen Nicaragua und Deutschland, die einen wichtigen Beitrag zu den bilateralen Beziehungen leisten. Ferner sind über 20 deutsche NGOs in Nicaragua tätig.
Geschichtlich sind sich beide Länder besonders durch die deutsche Einwanderung im 19. Jahrhundert verbunden. Bis heute ist dieser deutsche Einfluss gerade in der Kaffee-Region des nördlichen Nicaragua spürbar. Rund Tausend Deutsche leben in Nicaragua und einige Hundert Nicaraguaner in Deutschland.


Wirtschaftsbeziehungen

Das Handelsaufkommen zwischen beiden Staaten entwickelt sich langsam aber stetig und lag 2012 bei knapp 70 Millionen Euro. Damit ist Deutschland einer der wichtigsten Handelspartner Nicaraguas in Europa. Nicaragua exportiert dabei vor allem landwirtschaftliche Produkte und führt Industrieerzeugnisse ein. Die Handelsbilanz ist für Nicaragua negativ. Ein deutsch-nicaraguanischer Investitionsschutz- und -fördervertrag ist seit 2001 in Kraft. Deutsche Touristen entdecken das Land der Seen und Vulkane zunehmend als Reiseziel. Derzeit besuchen jährlich rund 12.000 Deutsche Nicaragua.

Die deutschen Firmen Ritter-Sport und Dräxlmaier gehören zu den größeren Arbeitgebern des Landes.


Entwicklungspolitische Zusammenarbeit

Nicaragua war bis Ende 2011 Schwerpunktland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit dem Hauptziel der Armutsbekämpfung. Als Reaktion auf wachsende Demokratie-Defizite wie die umstrittenen Wahlen im November 2011, hat die Bundesregierung beschlossen, die staatliche Entwicklungszusammenarbeit auf den Schwerpunkt Wasser zu konzentrieren. Bei Regierungsgesprächen im April 2012 erfolgte dafür eine Zusage in Höhe von 12 Millionen Euro. Ziel des Sektorprogrammes ist es, die nationalen Institutionen des Sektors so zu stärken, dass eine nachhaltige Bewirtschaftung der nationalen Wasserressourcen und ein verbesserter Zugang der Bevölkerung zu erschwinglichen und qualitativ angemessenen Trinkwasser- und Sanitärdienstleistungen erreicht wird. Die bisherige Kooperation in den Schwerpunkten Gute Regierungsführung und Umwelt ist Ende 2013 ausgelaufen.

Deutschland ist mit insgesamt 1 Milliarde an EZ bisher einer der größeren bilateralen Geber. Unter anderem erließ Deutschland im Juni 2004 bilaterale Schulden in Höhe von insgesamt 492 Millionen Euro im Rahmen der Initiative für den Schuldenerlass zugunsten der am höchsten verschuldeten armen Entwicklungsländer (HIPC).

Umfangreich und mit langjähriger Tradition ist auch die nichtstaatliche Zusammenarbeit von Kirchen, privaten Trägern, politischen Stiftungen sowie zahlreichen Städtepartnerschaften. Die Bundesregierung trägt auch zur Finanzierung der Arbeit von multilateralen Institutionen bei, die in Nicaragua tätig sind wie Weltbank, Interamerikanische Entwicklungsbank, IWF und verschiedene VN-Organisationen. Der deutsche Anteil an der Entwicklungs­zusammenarbeit der EU macht bis zu 23 % aus.


Kulturpolitische Zusammenarbeit

Die kulturellen Beziehungen zu Deutschland sind gut. Die deutsche Einwanderung im 19. Jahrhundert hat einen Beitrag zur Entwicklung geleistet, den viele Nicaraguaner bis heute schätzen. Ein deutsch-nicaraguanisches Kulturabkommen besteht seit dem 29.10.1992.

Es gibt kulturell enge Verbindungen. Viele Deutsche haben Nicaragua durch die Bücher von Gioconda Belli, Ernesto Cardenal oder Sergio Ramírez kennen gelernt. In Nicaragua sind unter anderem die Deutsche Schule, das Lektorat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und die Deutsch-Nicaraguanische Kulturinitiative ICAN Anlaufpunkte für alle, die mehr über Deutschland erfahren wollen. In Managua, Granada und León kann man die deutsche Sprache erlernen.

Die von der Bundesregierung geförderte deutsche Schule Managua (Colegio Alemán Nicaragüense) besuchen über 800 deutsche und nicaraguanische Schüler. Seit dem Schuljahr 2003 bietet diese deutsche Schule den Erwerb des ‘Bachillerato Internacional‘ an – ein Abschluss, der unmittelbar zur Aufnahme eines Hochschulstudiums in Deutschland berechtigt. Im Juni 2011 bekam die Schule das Gütesiegel „Exzellente Deutsche Auslandsschule“ verliehen.

Im Hochschulbereich ist das Hochschulprogramm Zentralamerika des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) Schwerpunkt der Zusammenarbeit. In Nicaragua besteht ein DAAD-Lektorat. Dieses unterstützt die Vereinigung ehemaliger Stipendiaten ANERFA bei der Nachbetreuung von Wissenschaftlern und Studenten, die in Deutschland studiert haben. Es betreut Sprachkurse, die jährlich fast 1.000 Teilnehmer haben.

Die Deutsch-Nicaraguanische Kulturinitiative ICAN entfaltet mit Unterstützung der Botschaft und des Goethe-Instituts seit 1996 vielfältige kulturelle Aktivitäten und leistet einen wesentlichen Beitrag zu den deutsch-nicaraguanischen Kulturbeziehungen.

Um den Kulturerhalt in Nicaragua zu fördern, stellte das Auswärtige Amt für die Erweiterung des Hauses der Drei Welten ‘Casa de los Tres Mundos’ in Granada beträchtliche Mittel zur Verfügung. Dieses Kulturzentrum genießt weit über Granada hinaus einen guten Ruf und war im Februar 2014 Veranstaltungsort vieler im Zusammenhang mit dem jährlichen Poesiefestival organisierter Kulturereignisse.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit

Nicaragua ist Partnerland der deutschen Entwicklungs­zusammenarbeit. Arbeitsfelder sind die Stärkung rechtstaatlicher Strukturen, die Förderung der Dezentralisierung, Umwelt­politik, nachhaltige Ressourcen­bewirtschaftung, Trink­wasser­versorgung und Abwasserentsorgung. Mehr Informationen beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.