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Schweden

Außenpolitik

Stand: März 2015

Grundlinien der Außenpolitik

Die schwedische Außenpolitik  ist durch die Erfahrungen jahrhundertelangen Friedens und Allianzfreiheit geprägt.  Für die seit Herbst 2014 amtierende Regierung von MP Löfven steht das Engagement für Menschenrechte, die Durchsetzung der Grundsätze des Völkerrechts, internationale Abrüstung sowie Bekämpfung von Terrorismus und Massenvernichtungswaffen im Vordergrund. Weitere wichtige Grundsätze der schwedischen Außenpolitik sind der Einsatz für globalen Freihandel, die Betonung von Klima- und Umweltfragen und die nukleare Nichtverbreitung.

Eine bedeutende Rolle im Rahmen der schwedischen Außenpolitik spielt auch die Zusammenarbeit der Arktis-Staaten im Arktischen Rat, dessen Vorsitz Schweden zuletzt von 2011 bis 2013 inne hatte, sowie die regionale Zusammenarbeit im Nordischen Rat, im Euroarktischen Barentssee-Rat und im Ostseerat. Schweden engagiert sich besonders für die Zusammenarbeit der Mitglieder des Nordischen Rates, hier vor allem für die Zusammenarbeit mit den drei baltischen Staaten.


Europapolitik

Zu den größten Herausforderungen an die EU zählt die schwedische Regierung die Förderung von Wirtschaftswachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit, den Ausbau des Europäischen Arbeitsmarktes, die Öffnung der EU und Förderung der grenzüberschreitenden Mobilität, die Europäische Nachbarschaftspolitik und Bekämpfung des Klimawandels.

Schweden unterstützt alle Bemühungen zum Abschluss bilateraler Freiheitsabkommen und zur Beseitigung von Handelshindernissen, einschließlich des geplanten Freihandelsabkommens mit den USA. Dabei will die Regierung sicherstellen, dass Umwelt- und Gesundheitsvorschriften sowie die Interessen von Arbeitnehmern angemessen berücksichtigt werden.

Im Sozialbereich arbeitet Schweden darauf hin, die EU-Vorschriften so anzupassen, dass Freizügigkeit und Dienstleistungsfreiheit nicht dazu missbraucht werden können, nationale Sozialstandards und Tarifverträge zu untergraben.

Die schwedische Regierung setzt sich innerhalb der EU dafür ein, dass EU-Staaten mehr Verantwortung für die Aufnahme von Flüchtlingen übernehmen. Schweden nimmt pro Kopf den höchsten Flüchtlingsanteil aller europäischen Staaten auf.

Angesichts der Regierungsbeteiligung der Grünen Partei hat die Umwelt- und Klimapolitik für die schwedische Regierung einen hohen Stellenwert. Im Rahmen der Vorbereitung der Klimakonferenz in Paris Ende 2015 tritt Schweden für möglichst ehrgeizige Ziele der EU im Hinblick auf ein neues globales und bindendes Klimaabkommen ein.


Verteidigungspolitik

Mit Ausnahme der Moderaten, der Liberalen Volkspartei und der Christdemokraten stehen die übrigen schwedischen Parteien einem NATO (North Atlantic Treaty Organisation)-Beitritt weiterhin zurückhaltend gegenüber. Die bürgerlichen Parteien halten eine NATO-Mitgliedschaft allenfalls in langfristiger Perspektive und in Abstimmung mit Finnland für möglich.  Die Regierungskoalition aus Sozialdemokraten und Grüner Partei hat eine NATO-Mitgliedschaft für den gegenwärtigen Zeitpunkt klar ausgeschlossen.  Die schwedischen Streitkräfte befinden sich weiterhin in der Umsetzung der Strukturreform hin zu Einsatzstreitkräften, die  voraussichtlich erst 2023 abgeschlossen sein wird.  Die künftige Struktur wird durch den "Willen zu priorisierten und nachgefragten internationalen Einsätzen" bestimmt. Schweden beteiligt sich an der ISAF (International Security Assistance Force)-Nachfolgemission „Resolute Support“.  Darüber hinaus priorisiert Schweden derzeit  verschiedene Afrikaeinsätze (Mali, Atalanta).

Neben den internationalen Einsätzen hat im Licht der Ukraine-Krise auch die Heimatverteidigung wieder verstärkte Beachtung gefunden. Dazu hatte die frühere Regierung Reinfeldt beschlossen, den Verteidigungsetat bis 2025 mit steigenden Jahresbeträgen wesentlich (ca. 10% ggü. 2014) zu erhöhen. Darüber hinaus hat eine generelle Diskussion über die Notwendigkeit eines erhöhten Verteidigungsbudgets begonnen, da unstrittig ist, dass die vom Verteidigungsausschuss 2014 empfohlenen Maßnahmen zur Verbesserung der Verteidigungsfähigkeit Schwedens nur mit erheblichem finanziellen Mehraufwand zu erreichen sein werden.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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