Hauptinhalt
Kulturpolitik
Stand: März 2013
Die senegalesische Kultur wird gleichermaßen von afrikanischen Traditionen und vom Islam geprägt. Der französische, auf einer gemeinsamen Geschichte beruhende Einfluss hat zumal über den französischsprachigen Schulunterricht Bedeutung für das gesamte Land. Allgemein orientiert sich Senegal in seiner Kulturpolitik stark am französischen Vorbild.
Das Erziehungswesen ist durch eine zunehmende Diskrepanz zwischen dem niedrigen Bildungsstand der Mehrheit der Bevölkerung (ca. 50 Prozent Analphabeten) und einem Hochschulwesen auf beachtlich hohem Niveau gekennzeichnet. Dem Bildungssektor wird deshalb bei der Armutsbekämpfungsstrategie Priorität eingeräumt. Das (Hoch-)Schuljahr 2011/2012 war durch langanhaltende Streiks der Lehrer- und Professorengewerkschaften gekennzeichnet. Dies hat auch zu Verzögerungen beim Lehrbetrieb an den Universitäten im laufenden Hochschuljahr 2012/2013 geführt.
Im Rahmen des Zehnjahresprogramms Erziehungs- und Bildungswesen PDEF (Programme décennal de l’éducation et de la formation) und des Programms "Education pour tous" wurden zahlreiche infrastrukturelle Verbesserungen geschaffen und die Einschulungsquote verbessert. Der Erziehungssektor steht gleichwohl angesichts ständig wachsender Schülerzahlen vor schwer bewältigbaren Herausforderungen.
Auch wenn Französisch Amts- und Schulsprache ist, wird es doch weiter zugunsten der nationalen Sprachen, insbesondere der weit verbreiteten Verkehrssprache Wolof, zurückgedrängt. Neben den laizistischen öffentlichen Schulen gewinnen Koranschulen an Bedeutung.
Das offizielle kulturelle Leben im Senegal, das sich auf Dakar und Saint-Louis konzentriert, bleibt nicht von den allgemeinen wirtschaftlichen Schwierigkeiten verschont und ist zum Teil auf Unterstützung von außen angewiesen. Es ist gleichwohl sehr vital und wichtig für das Kulturschaffen Westafrikas.
So zieht die Biennale afrikanischer zeitgenössischer Kunst DAK'ART zahlreiche Besucher aus allen Kontinenten an. Neben der bildenden Kunst hat der Senegal vor allem in der Literatur, im modernen afrikanischen Tanz, afrikanischer Popmusik sowie im Film beachtliche Leistungen aufzuweisen. Im Dezember 2010 hat das "Festival Mondial des Arts Nègres" in der dritten Auflage stattgefunden.
Die Medienlandschaft ist sehr vielfältig. Es existiert eine große Zahl unabhängiger Zeitungsorgane. Hinzu kommen im städtischen und ländlichen Raum ausstrahlende Radiosender und in geringerem Maße TV-Angebote. Einige Mediengruppen bieten außerdem online-Auftritte an. Die Internetvernetzung ist im subregionalen Bereich vergleichsweise gut.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
